Anker-Snubber
Anregungen für Struktur und Inhalt eines Artikels gibt es unter SkipperGuide:Muster.
Der Anker-Snubber ist ein Tau, das zwischen Ankerkette und Schiff als elastische Verbindung dient. Es wird meist auf einer Vorderklampe belegt und entlastet gleichzeitig die Anker-Winsch, so dass die Ankerkette vom Schiff aus etwas durchhängt. Bei impulsartigen Kräften auf das Schiff durch Welle, Schwoien, oder Windböen wird das Tau elastisch gedehnt und nimmt so erhebliche Teile der Impulse auf. Sie wirken dann nur noch deutlich abgeschwächt auf den Anker, vermindern die Gefahr des Ausbrechens oder das Slippen des Ankers. Dadurch den elastischen Anker-Snubber im System zwischen Anker, Kette, Snubber und Schiff wird insgesamt der Halt des Ankers bei ruckartigen Bewegungen des Schiffs und höheren Kraftimpulsen verbesssert.
Geeignetes Tau für den Anker-Snubber
Der Anker-Snubber muss einerseits eine ausreichende Bruchlast aufweisen und gleichzeitig eine möglichst hohe Elastizität. Dies wird meist am Besten durch geschlagenes Nylon (Polyamid) Tau mit einer maximalen Bruchdehnnung im Bereich 15-25 % erreicht. Der Arbeitsbereich des Anker-Snubbers muss jedoch sicher unterhalb der Bruchdehnung liegen (z.B. maximal 10 % Dehnung bei ca. 20 % der Bruchlast). Auch Polyester Tau mit nur etwas geringerer Elastizität ist geeignet. Neben einer ausreichenden Bruchlast ist es ebenso wichtig, dass das Tau nicht zu stark gewählt wird. Nur so kann es seine dämfende Wirkung tatsächlich im Bereich der Kraftspitzen einbringen. Ggf. kann bei Starkwind der Snubber als Hahnepot in seiner Bruchlast erhöht werden oder bei Sturm ein dickeres Festmachertau einen sonst dünneren Anker-Snubber ersetzen, um die Elastizität und Impulsdämpfung für die höchsten Kraftspitzen bereitzustellen, die für den Halt des Ankers ohne Snubber kritisch wären.
Gespannter Anker-Snubber mit entlasteter Ankerkette

Eine zusätzliche Kraft wirkt zunächst vorwiegend auf den gespannten aber elastischen Anker-Snubber, bevor die Ankerkette angehoben wird. Wäre der Anker-Snubber zu steif und wenig elastisch (bei großem Leinendurchmesser), würde er schnell die Kette am Angriffspunkt vom Meeresboden abheben und seine elastische Wirkung verlieren, die den Impuls ausgleicht und die kinetische Energie aufnimmt.
Besonders wichtig wird der Anker-Snubber dann, wenn die Ankerkette durch die Kraft von starkem Wind bereits zum gößten Teil vom Meeresboden abgehoben wurde. Sie kann dann kaum noch Energie durch Hebung aufnehmen. Ein Impuls, z.B. die Hebung des Schiffs durch eine Welle, würde als Kraftspitze kaum gedämpft über die gespannte Kette direkt auf den Anker und den Meeresgrund vor dem Anker übertragen. Für diese Situation soll der elastische Snubber Abhilfe schaffen und einen großen Teil der Energie aufnehmen. Somit wird das Anheben der Ankerkette zum Energie-Puffer bei niedrigen Kräften und der Anker-Snubber zum entscheidenden Energie-Puffer, bei hohen Krafteinwirkungen, wenn es darauf ankommt, den Anker und den Meeresboden vor ihm nicht mit Kraftspitzen zu überlasten.
Wieviel Energie kann ein Anker-Snubber aufnehmen?
* Rechenbeispiel zur Energieaufnahme eines elastischen Anker-Snubbers aus 3-fach geschlagenen 12 mm Ø Nylon-Tau mit einer Arbeitsdehnung von 10 % bei 20 % der Bruchlast 2900 daN:
Bei Arbeitsdehnung von 10 % der genutzten Taulänge von 10 m wird eine Energiemenge aufgenommen, die ungefähr dem vollständigen Anheben von 50 m ungespanntet Ankerkette entspricht.
Mittelwert 1/2 aus * ( 0 % + 10 %) * Bruchlast 2900 daN * 0,55 m Verlängerung [= von 0 % auf 5,5 % Dehnung @ 10 % Bruchlast] +
Mittelwert 1/2 aus * (10 % + 20 %) * Bruchlast 2900 daN * 0,45 m Verlängerung [= von 5,5 % auf 10 % Dehnung @ 20 % Bruchlast]
= 0,8 kN*m + 1.96 kN*m = 2,76 kJ
Die Möglichkeit zur Energieaufnahme im Anker-Snubber verdoppelt sich bei Verdopplung der genutzten Taulänge auf 20 m oder einem 10 m Hahnepot, so dass zwei Taustränge in gleicher Weise gedehnt werden müssen ("dopelte Federdehnung" und Verteilung der Wärmeenergie in der doppelten Länge an Anker-Snubber). Allerdings unterscheiden sich die beiden Varianten hinsichtlich der Kraft, ab der die Federwirkung anspricht, der Bewegung des Schiffs und der Bruchfestigkeit der Leinenverbindung.
Befestigung an der Ankerkette

- Es gibt spezielle Anker-Krallen oder -Haken, deren Metall bei hoher Kraft jedoch auch ungünstig auf die Ankerkette wirkt.
- Besonders einfach ist die Befestigung eines Tauendes durch Knoten auf der Ankerkette. Dies kann mit einem Magnus-Stek erfolgen, der auch nach hoher Krafteinwirkung wieder gut gelöst werden kann. Auch ein Stopperstek hält sicher, lässt sich aber schwerer wieder lösen. Die "weiche" Befestigung schont die Ankerkette. Allerdings bleibt zu beachten, dass die maximale Bruchlast des Anker-Snubbers im Knoten um ca. 50 % reduzier wird.
- Mit Augspleiß am Ende des Anker-Snubbers und einem Soft-Schäkel lässt sich sehr einfach eine sichere Verbindung zur Ankerkette herstellen. Dazu am Besten den Augspleiß von Vorne entlang der Ankerführung parallel zur Kette an Deck zurückführen und dort mit der Ankerkette verbinden.
- Als Soft-Schäkel hat sich eine sehr lange dünne variante Bewährt (z.B. 1 m aus 4 mm Ø Dyneema), die dann 3- oder 4-fach durch ein Ankerkettenglied und den Augspleiß geführt wird, um ausreichende Haltekraft zur erreichen. Dadurch reduziert sich die Kraft auf den kritischen Verbindungsstellen des Soft-Schäkels (dem Auge und dem Knoten) um das gleiche Vielfache. Schon ab 5 mm Dyneema passt der Knoten des Soft-Schäkels nicht mehr ohne weiteres durch die Glieder jeder Ankerkette.

Wichtig zu beachten
- Scheuerstellen an scharfen Kanten vermeiden, im engen Radius der gespleißten Schlaufe zur Befestigung an der Ankerkette und an der Klampe möglichst Tau vor durchscheuern Schützen, z.B. durch zusätzliche Hülle aus Schlauchgewebe
- Der Anker-Snubber und seine elastische Energieaufnahme ist besonders wichtig, wenn bei hohen Windstärken oder geringen Ankertiefen geankert wird. Im ersten Fall ist die Kette schon straff und kann keine potentielle Energie mehr aufnehmen. Im anderen Fall fehlt die Wassertiefe, um durch Anheben der Ankerkette ausreichend potentielle Energie aufnehmen zu können.
- Ausreichende Länge des Anker-Snubbers wählen. Die Möglichkeit zur Energieaufnahme skaliert mit der Länge. 10 m sind oft gut geeignet. Dabei bleibt ein Scheuern des Taus am Meeresboden jedoch möglichst zu vermeiden. Dies gelingt in der Regel, solange der Anker-Snubber gespannt bleibt, vergleiche Foto oben.
Achtknoten |
Altweiberknoten |
Anderthalbfacher Rundtörn mit zwei halben Schlägen |
Belegen auf der Klampe |
Chirurgenknoten |
Diamantknoten |
Festmachen an einer Boje |
Fischerstek |
Diebesknoten |
Flämischer Knoten |
Grief-Knoten |
Harnischknoten |
Konstriktorknoten |
Kreuzknoten |
Krugknoten |
Palstek |
Palstek (doppelt) |
Palstek (portugiesisch) |
Palstek (spanisch) |
Palstek (Yosemite) |
Palstek mit zwei Törns |
Roringstek |
Schmetterlingsknoten |
Schotstek |
Stopperstek |
Trossenstek |
Takling (einfacher) |
Überhandknoten |
Wasserpalstek |
Webeleinenstek