
Name: Rainer Eßer
Jahrgang: 1955
Ehemaliger Kölner, jetzt Müheim an der Ruhr
Bei einem großen Versicherer im IT-Bereich tätig.
Wie bin ich zum Segeln gekommen? Wollte Surfen lernen, bin immer wieder ins Wasser gefallen, dachte das geht auch ohne nass zu werden. Nach einigen Törns musste ich dann feststellen, dass auch beim Segeln der ein oder andere Tropfen fällt ;-).
Scheine: Surfschein ;-); seid 1999: SKS; Binnen; Sportboot-See/Binnen; SRC; UBI
Besegelte Reviere: (Charter)
IJsselmeer, Dänische Südsee, Balearen, Liparische Inseln, Ionische Inseln, Dodekanes, Adria, Türkische Küste, Karibik,
Wunschziele: Thailand; Vietnam; Kanaren
Lieblingsziel (bisher): Griechenland
Erreichbar bin ich unter:
"re55 (at) online.de"
Androids kleine Helferlein
--Rainer Eßer 12:44, 9. Aug. 2013 (UTC)
Ich finde es erstaunlich was heute mit einem Handy machbar ist. Telefonieren scheint mittlerweile nur ein kleiner zusätzlicher Gimmick zu sein. Deshalb möchte ich hier einmal einige Anwendungen, die ich nutze vorstellen. Natürlich verzichte ich auf keinen Fall auf ein handgeschriebenes Logbuch, Kompass, Zirkel, seefeste Seekarten oder den Wetterbericht des Hafenmeisters.
GPS
heißt das Zauberwort. Dies sollte bei einem Android-Handy oder Tablett für einen Yachtie auf keinen Fall fehlen. Ich bevorzuge ein Gerät mit ca. 5" Bildschirm, da ich das noch gut in der Hand halten kann (denn die andere Hand fürs Schiff) und eine gute Lesbarkeit bietet (Mobistel T2 ca. 175,-€). Tipp: größere Hände, größeres Handy, größeres Display, meist auch größerer Akku. Die bisher auf Charter-Yachten verbauten GPS-Plotter haben zwei große Nachteile: erstens, sie sind unter Deck; zweitens, die aufgezeichneten Track-Daten sind nicht auslesbar.
Photo
Wer kennt es nicht, "in welcher Bucht ist nur das Bild aufgenommen worden, welcher Hafen war das ...". Hier kommt nun Googles Android (oder Apples I-Phones) mit GPS ins Spiel. Es gibt haufenweise sehr gute auch kostenlose Navigationskarten und Programme, die es auch erlauben einen GPS-Track mitzuschreiben. Diesen kann man dann zu Hause dazu nutzen um die digitalen Bilder per Aufnahme-Zeitstempel einer Koordinate zuzuweisen. Das geht z.B. mit dem kostenlosen PC-Programm [Geosetter] von Friedemann Schmidt. Das Programm sucht auf Wunsch sogar die entsprechenden Adress-und Höhendaten und fügt diese den Bildern zu. Später kann man sich die Bilder z.B. mit dem kostenlosen Programm Picasa von Google ansehen und sich den Aufnahmeort direkt in Google-Maps anzeigen lassen.
Oder besser: wo war ich, wo bin ich jetzt, wo ist der nächste Geldautomat, die nächste Bäckerei, wie weit ist es bis .....
Hier muss man zwischen Land und See unterscheiden: An Land gibt es Straßen, im Wasser Routen und Wegpunkte und auch die Karten unterscheiden sich in Aussehen und Inhalt.
An Land habe ich mit der App OsmAnd sowohl in der kostenlosen (Werbeeinblendungen, ein paar Begrenzungen), als auch in der Bezahlversion (6,-€) sehr gute Erfahrungen gemacht. Weltweite Karten können online genutzt oder aber im vorraus zu Hause über W-LAN gebietsweise heruntergeladen werden. Die offline-Karten nutzen die sehr ausführlichen openstreetmap Karten auf denen auch die openseamap Karten basieren. Vorrort kann man sich so in einem fremden Hafen orientieren um z.B. Geldautomaten, Bäckereien oder Geschäfte zu finden. Auch in Buchten findet man so den Weg zum nächsten Ort. Das Programm enthält aber auch ein komplettes Navigationssystem (incl. Sprachausgabe) mit dem man dann zum Beispiel mit einem Leihwagen die ganze Insel entdecken kann. Der Fussgängermodus führt einen auch wieder aus einer verwinklten Altstadt zum Parkplatz zurück. Die vorhandene oben beschriebene Möglichkeit GPS-Tracks mitzuschreiben hat zusätzlich die Finesse, im Track zu einem Wegpunkt Video/Sprachaufzeichnungen oder Fotos mit dem Handy zu erstellen. Die Track-Dateien (*.GPX) sind in anderen Programmen verwendbar. Sehr nützlich und bei den meisten anderen Programmen nicht zu finden ist die Umstellung auf englische Ortsnamen. Dies ist insbesondere in Ländern mit anderen Schriftzeichen (z.B. Griechenland) mehr als nützlich.
Zu Wasser gibt es eine sehr gute APP AFTrack von A.Fischer. Leider ist die Beschaffung von passenden offline-Seekarten kaum zu bewerkstelligen. Bei einer bestehenden Internetverbindung kann man die OpenSeaMap-Karten benutzen, diese werden auch zwischen gespeichert und können vor Ort genutzt werden. Das Herunterladen ist aber sehr mühselig. Die Karten sind auch noch sehr ungenau und es fehlen wichtige Angaben.
Auf See oder auch auf Binnengewässer nutze ich die APP von Navionics. Hier bekommt man Profi-Karten für sehr wenig Geld. Zoomen Sie einmal in diese Karte hinein WebApp Navionics. Sie werden begeistert sein. Dies sind auch die Karten für Android-Systeme und kosten für fast ganz Europa und Mittelmeer für Handy ca. 20,-€. In einer höheren Auflösung für Tablet PC ca. 50,-€. Die Karten waren in Griechenland wesentlich genauer als die offiziellen Karten an Bord der Charter-Yachten. Mit dem mitgelieferten Programm kann man sich je nach Speicher des Handy die gewünschten Fahrtgebiete auf das Handy speichern. Weitere Funktionen sind Positionsbestimmung, Entfernungsmessung und eine einfache Routenplanung. Zu vielen Häfen und Ankerplätzen gibt es zusätzliche Informationen wie VHF Frequenz, Telefonnummer oder Reparaturen- und Tankmöglichkeiten. Bei online Verbindung sind sogar Übersichtsfotos anzusehen. Zusätzlich gibt es Tidenkalender teilweise mit Strömungsvorhersage und absolut Spitze sind die animierten Windvorhersage Karten (allerdings nur bei bestehender Internetverbindung). Hier lässt sich über einen Schieberegler die gewünschte Uhrzeit einstellen und man erhält eine Übersicht über die Windrichtung und Stärke als Vorhersage zum gewünschten Zeitpunkt der nächten Tage oder man lässt das ganze als Film ablaufen. Tracks lassen sich mitschreiben, die Funktion ist aber noch nicht so ganz ausgereift und man sollte sich für spätere Auswertungen nicht darauf verlassen. Einige Bildschirm-Fotos und die Gebietsabdeckung findet man hier Navionics Marine Europe.
Logbuch
Achtung!! Das hier vorgestellte Verfahren ersetzt nicht das vorgeschriebene möglichst handschriftliche Logbuch und hätte vor Gericht bestimmt keinen Bestand.
Ich nutze dazu zusätzlich zum normalem Logbuch die APP GPS Long Distance Log (FREE) von A.Wedemeyer. Das Programm ist zur Zeit (08.2013) noch nicht ganz rund, der Programmierer ist aber sehr engagiert und geht auf Anregunngen gerne ein. Das Programm schreibt automatisch Wegpunkte in eine Log-Datei die zusätzlich manuell mit Einträgen ergänzt werden können. Bestimmte Standardaktionen wie Motor an/aus, Segel setzen können bequem per antippen ausgewählt werden. Am Ende der Route oder des gesamten Trips erhält man so eine gute Übersicht die auch als Datei vorliegt. Diese kann dann in anderen Programmen z.B. Google Earth sehr komfortabel genutzt werden kann. Damit lassen sich auch wie unter Photo beschrieben digitale Bilder über den Zeitstempel der Aufnahme bestimmten Wegpunkten zuordnen.
Ankerwache
Die GPS-Plotter an Bord von Charteryachten haben zwar auch eine Funktion „Ankerwache“ berücksichtigen aber nicht den Schwojebereich und die Länge der Kette. Das führt zu häufigem Fehlalarm. Hier setzt die APP Ankerwache von Torsten Schumacher& Oliver Klug mit dem richtigen Verfahren an. Fällt der Anker tippt man auf ein Steuerfeld auf der Handyanzeige, stoppt die Ankerwinsch drückt man einen anderen, fertig. Der Schwojebereich und auch die Kettenlänge lassen sich sehr einfach grafisch am Bildschirm auch nachträglich noch korrigieren. Einzig und allein der nette Klang einer Schiffsglocke bei einem Alarm reißt einen leider nicht aus dem Schlaf, eine Schiffssirene als Alarm wäre hier angebrachter.
Beispiel Track 6 Bft Anker bricht aus
Die Grafik rechts zeigt einen mitgeschriebenen GPS Track während bei ca. 6 Bft (in Böen mehr) der Anker ausbricht. In dem oberen blauen Knäuel wähnen wir uns noch in Sicherheit (Wind ca. 4 Bft.) und fahren sogar mit dem Dingi an Land zum Essen. Da die weißen Punkte auch einen Zeitstempel anzeigen wenn man sie im Google Earth Original mit der Maus anfährt wissen wir, dass exakt um 23:54 Uhr der Anker ausbricht und wir innerhalb von 5 Min. direkt auf eine Klippe zu treiben. Ca 80 mtr. davor fasst der Anker unterstützt durch Motorkraft wieder und wir suchen einen neuen Liegeplatz. Dort ereilt uns dann nachts um 2:00 Uhr das gleiche Schicksal noch einmal (der Wind bzw. die Fallböen hatten zugenommen) und wir treiben mit einer kurzen Unterbrechung auf den Strand zu. Danach verlassen wir die Bucht und ankern in einer Nachbarbucht. Zuhause hinterlassen wir dann in Skipperguide eine Warnung für diese Bucht siehe Leros / Ormos Alintas .
GPS Status
Die kleine APP GPS Status & Toolbox von MobiWIA - EclipSim hat einige kleine Werkzeuge, die einem im Umgang mit GPS helfen. So zeigt es die Anzahl der aktiven Satelliten und die Signalstärke, aber auch z.B. aktuelle GPS-Position; Geschwindigkeit; Kompass oder Zeitdaten. Das wichtigste Werkzeug ist aber der Datenabgleich der GPS-Satellitendaten. Diese Datei dient dazu die GPS Position schneller zu finden und wird (online Verbindung notwendig) in einstellbaren Abständen aktualisiert. Tipp: Mit dieser APP lässt sich auch sehr einfach die aktuelle Position als SMS; E-Mail oder über andere Wege übermitteln. Andere APPS haben da so ihre Eigenheiten.
Bordkasse
Als Bordkasse habe ich die APP ebenfalls von Torsten Schumacher ausprobiert. Diese ist sehr komfortabel und einfach zu bedienen hat aber leider einen großen Nachteil. Man geht davon aus, dass jeweils ein Crew-Mitglied bezahlt und am Ende wird dann auf alle umgerechnet. In der Regel bildet man aber für die laufenden Ausgaben eine Bordkasse in die jeder erst einmal einzahlt. Hierzu habe ich die APP cruisingkitty gefunden. Ein Test erfolgt beim nächsten Törn.
( wird fortgesetzt, versprochen -