Sportschifferzeugnis E/Berufskenntnisse

aus SkipperGuide, dem Online-Revierführer über die Segelreviere der Welt.
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Berufskenntnisse (nautische, schiffsbetriebstechnische, berufliche Fähigkeiten)

Führung des Fahrzeuges (3.1)

Schraube

Es gibt rechts- und linksgängige Propeller. Ein rechtsgängiger Propeller dreht im Vorwärtsgang von hinten betrachtet im Uhrzeigersinn.
Die drehende Schraube versetzt das Heck eines Fahrzeugs bei Fahrt voraus (schwach) und Fahrt achteraus (stärker) zur Seite.
Die Schrauben laufen üblicherweise gegenläufig, d.h. der Radeffekt hebt sich bei Gleichlauf beider Maschinen auf. Laufen die Maschinen gegeneinander, kann auf der Stelle gedreht werden

Bug(quer)strahlruder

  • Hilfe bei An- und Ablegemanövern, Drehen auf engem Raum. Bei höheren Geschwindigkeiten nahezu wirkungslos.

Ruder

  • wirkt nur bei ausreichender Anströmung
  • versetzt das Heck, der Drehpunkt liegt bei Fahrt voraus üblicherweise in Höhes des Bugs
  • je höher die Geschwindigkeit desto größer die Drift

Fahrtrichtungswechsel

  • durch Verstellpropeller
  • drehen des Antriebs (Gondel/Pod/Schottelantrieb)
  • Wendegetriebe
  • Umsteuern/Rückwärtslauf der Antriebsmaschine

Fahrt durchs Wasser

  • entsteht Unterdruck unter und neben dem Schiff
  • das Schiff sinkt ein (Absunk)
  • je höher die Geschwindigkeit bzw. je kleiner der Wasserstraßenquerschnitt, desto größer der Absunk
  • es bilden sich Bug- und Heckwelle
  • resultierende Probleme:
    • bei Flachwasser Gefahr der Grundberührung (Squat)
    • bei Fahrt nahe des Ufers Gefahr der Berührung, Verlust der Steuerwirkung (Cushion-, Banking-Effekt)
    • beim Begegnen Gefahr von Kollision und Abkommen vom Kurs. Die Schiffe stoßen sich durch den höheren Druck am Bug zunächst ab, auf gleicher Höhe (Unterdruck neben dem Schiff) ziehen sie sich dann aber an. Heck an Heck addieren sich die Überdrücke erneut.
    • beim Überholen die gleichen Risiken wie beim Begegnen

Drähte

  • meeren = festmachen
  • Vorrausdraht = Vorleine
  • Achterdraht = Achterleine
  • (Achter-/hintere-)Beidraht = quergespannte Leine (am Heck)
  • Laufdraht = einzelne Festmachleine / -draht z.B. Vor- und Achterspring
  • Koppeldraht = Leine/Draht zum koppeln von Schubverbänden
  • rackholen = dichtholen = straffen
  • Fretter = Schäkel = Kuhmaul

Maschinenkenntnisse (3.2)

Triebwerksteile

Steuerteile

4-Takt-Verfahren

  • 1.Ansaugen
  • 2.Verdichten
  • 3.Arbeiten
  • 4.Ausstoßen
  • wikipedia

Motoraufladung

  • Durch den höheren Druck wird der Füllungsgrad verbessert (mehr Luft für die Verbrennung). Somit kann auch eine größere Menge Kraftstoff verbrannt werden. Die Leistung erhöht sich folglich
  • wp

Kolbenringe

Ventilspiel zu klein

  • Ventil öffnet früher und schließt später
  • Auslassventil wird heiß
  • bei warmen Motor schließen Ventil nicht richtig
  • Leistungsverluste

Ventilspiel zu groß

  • Ventil öffnet später und schließt früher
  • Leistungsverluste
  • mechanische Belastung und Geräuschentwicklung steigen

Motorschmierung

  • Schmieren
  • Kühlen
  • Abdichten
  • Reinigen
  • Korrosionsschutz
  • Geräuschdämpfung
  • wikipedia

Ölpumpe

  • meist Zahnradpumpen

Kolbenbolzen

  • Durch die Kurbelwelle wird dem Pleuellager Schmieröl zugeführt. Ölkanalbohrungen im Pleuel versorgen anschließend die Kolbenbolzenbuchse.

Handpumpe im Schmierölkreislauf

  • Vorschmieren des Motors
  • Auspumpen der Grundplatte/Ölwanne

Kühlverfahren

  • Luftkühlung
  • Wasserkühlung
  • Ölkühlung

Kühlwasserthermostat

  • Teilt den Kühlmittelumlauf in Abhängigkeit von der Kühlwassertemperatur in 2 Kreise und ermöglicht so schnelleres Erreichen der Betriebstemperatur
  • Warmlaufphase > kleiner Kühlkreislauf nur durch den Motor
  • Betriebstemperatur > großer Kühlkreislauf durch Motor und Kühler

Seewasserdurchflusskühlung

  • Das Seewasser wird von Außenbord angesaugt und durch die Kühlhohlräume des Motors gedrückt und gelangt anschließend wieder nach Außenbord

Pumpenumlaufkühlung

Es gibt zwei Kühlmittelkreisläufe:

  • Der innere Kreislauf (geschlossen) kühlt den Motor mit Kühlmittel.
  • Der äußere Kreislauf rückkühlt den inneren Kreislauf über einen Wärmetauscher und arbeitet mit Seewasser.

Anlassluftsystem

  • ausreichender Druckluftvorrat muss vorhanden sein
  • der Motor muss auf ausreichende Drehzahl gebracht werden um beim Einspritzen von Kraftstoff selbständig weiterzulaufen
  • bei umsteuerbaren Motoren muss die Nockenwelle verschoben werden (deren Steuernocken unter Berücksichtigung der Drehrichtung doppelt ausgeführt sind: ein Satz für Voraus- und ein Satz für Rückwärtslauf)
  • Kleinere Motoren können mit Druckluftstartern (ähnlich elektrischen Anlassern) über das Schwingrad angelassen werden
  • Direkt über die Zylinder angelassene Maschinen haben neben Ein- und Auslass- auch Anlassventile

Enlüften

  • erst den Kraftstofffilter
  • anschliessend die Einspritzpumpe entlüften

Einspritzpumpe

  • stellt pro Hub
    • eine definierte Menge Kraftstoff
    • mit dem nötigen Druck bereit
  • wikipedia

Einspritzdüse

  • bei einfachen Systemen wird die Düsennadel von einer oder zwei Druckfedern des Düsenhalters in den Sitz gedrückt
  • durch den Kraftstoffdruck entsteht eine senkrecht wirkende Hubkraft
  • ist diese größer als die Federkraft, wird die Nadel nach oben gedrückt, und es wird Kraftstoff eingespritzt
  • fällt der Druck ab, schließt die Düse (wieder)
  • wikipedia

Literatur/Quellen