Sportseeschifferschein
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Der Sportseeschifferschein ist ein amtlicher, für Freizeitskipper aber freiwilliger Schein. Er kann unter Segel + unter Antriebsmaschine oder nur unter Antriebsmaschine abgelegt werden. Er dient als Befähigungsnachweis für das Führen von Yachten im küstennahen Bereich (bis 30 sm) in allen Weltmeeren. Zusätzlich gilt er als Befähigungsnachweis in folgenden Randmeeren ohne Seemeilenbeschränkung von Land aus: Irische und Schottische See, Ost- und Nordsee, Bristolkanal, Kanal, Mittelmeer und Schwarzes Meer. Für das Führen von Yachten, die gewerbsmäßig zur Ausbildung genutzt werden, und von Traditionsschiffen ist der Schein zwingend vorgeschrieben.
Vorraussetzungen
Alter: 16 Jahre, Besitz des SBF-See [1], Nachweis von 1000 Seemeilen (davon 500 Seemeilen schon zur Theorieprüfung) auf Yachten in küstennahen Seegewässern als Wachführer oder dessen Vertreter nach Erwerb des SBF - See Alternativ dazu: Besitz des SKS -Schein und Nachweis von 700 Seemeilen in küstenahen Seegewässern nach Erwerb des SKS. Dabei ist die Funktion an Bord egal. (Zur Theorie sind in diesem Fall keine Meilen nachzuweisen).
Aufwand
Der Aufwand geht deutlich über den des SKS-Schein hinaus: Die Theorieprüfung besteht aus vier Teilen, die einzeln oder zusammen abgelegt oder wiederholt werden können: Navigation (120 min), Schiffahrtsrecht (60 min), Wetterkunde 45 min, Seemannschaft 45 min. Während der Prüfungszeit des jeweiligen Faches darf der Prüfungsraum nicht verlassen werden (z.B. auch nicht zur Toilette) Bei Erreichen von 65 % der erreichbaren Punktzahl gilt das jeweilige Fach als bestanden. Ab 55 % findet eine mündliche Prüfung statt. Unter 55 % gilt das Fach als nicht bestanden. Die Aufgaben werden grundsätzlich nicht durch Ankreuzen gelöst. In den meisten Aufgaben muss frei geschrieben werden. Manche Aufgaben verlangen Berechnungen oder Zeichnungen. Anders als bei den niedrigeren Scheinen werden die Prüfungsfragen grundsätzlich nicht veröffentlicht und werden für jede Prüfung neu erstellt. Es bringt also gar nichts, irgendwelche Fragenkataloge auswendig zu lernen. Die verlangten Kenntnisse sind umfangreich und bei der Arbeit an Seekarten und beim Radarplotten wird Genauigkeit erwartet. Zur Vorbereitung reicht es nicht, Lehrbücher durchzuarbeiten. Es ist auch nötig, regelmäßig Übungsaufgaben zu lösen, um ausreichend Routine zu erwerben.
Die Praxisprüfung kann pro Prüfling bis zu 90 min dauern. Sie besteht aus Pflichtaufgaben (Rettungsmanöver (Boje über Bord unter Segel und unter Motor), Arbeit am Radargerät, Arbeit mit der Seekarte, bestimmte grundlegende Segel- und Fahrmanöver (z.B. Wenden und Halsen), Anlegen oder Ablegen und sonstigen Aufgaben in sonstigen Fertigkeiten (z.B. aktuelle Wetterlage beurteilen, Umgang mit Strom- oder Gasanlage, Umgang mit der Maschine, Reffen oder Ausreffen).
Sinnvoll ist es grundsätzlich vor dem Erwerb des SSS-Scheins den SKS [2]zu erwerben, da dort die Fertigkeiten erlernt werden, auf die die meisten SSS-Kurse aufbauen.