Törnbericht 2021 Ostschweden: Unterschied zwischen den Versionen

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Also, jetzt ist erst mal Sommerunterbrechung und Schlechtwetter. Aber gestern, gestern kam nochmal ein besonderes Schiff hier in den Hafen. Wir haben ja vom Liegeplatz freie Sicht auf die Durchfahrt zwischen Telegrafholmen und Lökholmen und die hat 1,40 m Tiefe. Nur was für Motorboote. Es kommt aber eine mittelgroße Segelyacht da durch aus Richtung Haupthafen auf Sandön. Mann, was hat der denn vor, und dann auch noch deutsche Flagge, hat der keine Karten? Nix passiert, er kommt heran und legt an:
Also, jetzt ist erst mal Sommerunterbrechung und Schlechtwetter. Aber gestern, gestern kam nochmal ein besonderes Schiff hier in den Hafen. Wir haben ja vom Liegeplatz freie Sicht auf die Durchfahrt zwischen Telegrafholmen und Lökholmen und die hat 1,40 m Tiefe. Nur was für Motorboote. Es kommt aber eine mittelgroße Segelyacht da durch aus Richtung Haupthafen auf Sandön. Mann, was hat der denn vor, und dann auch noch deutsche Flagge, hat der keine Karten? Nix passiert, er kommt heran und legt an:
Ein superschlankes Sperrholzschiff mit knapp 2 m Carbon-Bugspriet und - jetzt sieht man's - zwei aufholbaren Schwertern. Aha. Und hinten dran stand "Hooksiel", also unsere alte Heimat. Der Skipper entpuppte sich als der Erbauer, nämlich der Bootsbauer Wolfram Heibeck, soeben zurück von der Midsummer-Sail. Sperrholz ist übrigens Quatsch, das ist nur die äußerste Schicht der Verbundbauweise. Das Geschoss ist rundum aus Carbon, hat auch noch Foils usw - möchte nicht wissen, was der für einen Yardstick hat. Schaut euch diese irre "Black Maggy" mal an.
Ein superschlankes Sperrholzschiff mit knapp 2 m Carbon-Bugspriet und - jetzt sieht man's - zwei aufholbaren Schwertern. Aha. Und hinten dran stand "Hooksiel", also unsere alte Heimat. Der Skipper entpuppte sich als der Erbauer, nämlich der Bootsbauer Wolfram Heibeck, soeben zurück von der Midsummer-Sail. Sperrholz ist übrigens Quatsch, das ist nur die äußerste Schicht der Verbundbauweise. Das Geschoss ist rundum aus Carbon, hat auch noch Foils usw - möchte nicht wissen, was der für einen Yardstick hat. Schaut euch diese irre "Black Maggy" mal an[http://spezialbootsbau.de/news/erste-segelbilder-open-32/].




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Letzte Nacht noch heftiger Regen, heute Sonne. Schön!
Letzte Nacht noch heftiger Regen, heute Sonne. Schön!
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Wir gehen erst mal vor dem Frühstück schwimmen im nahen Waldsee.
Wir gehen erst mal vor dem Frühstück schwimmen im nahen Waldsee.
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Später eine Waldwanderung über ziemlich steile Hänge.
Später eine Waldwanderung über ziemlich steile Hänge.
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Die Blaubeeren sind schon fast reif - bald gibt's leckeren Nachtisch.
Die Blaubeeren sind schon fast reif - bald gibt's leckeren Nachtisch.
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Die Bucht ist herrlich. Weit ab vom Trubel im Djupfladen, wo sich jetzt wohl so um die 100 Boote tummeln. Von hier aus kann man das gut sehen.
Die Bucht ist herrlich. Weit ab vom Trubel im Djupfladen, wo sich jetzt wohl so um die 100 Boote tummeln. Von hier aus kann man das gut sehen.
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Das hier ist eine andere Welt: Flache Felsen, viele von ihnen kahl, trotzdem ist das Gewässer bestens geschützt, denn diese Felsen liegen versetzt gestaffelt, da kommt keine Welle rein. Wohl aber Wind, nur den haben wir gerade nicht.
Das hier ist eine andere Welt: Flache Felsen, viele von ihnen kahl, trotzdem ist das Gewässer bestens geschützt, denn diese Felsen liegen versetzt gestaffelt, da kommt keine Welle rein. Wohl aber Wind, nur den haben wir gerade nicht.
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Hinter jedem Felsen sieht man irgendwelche Masten (hier z.B. uns). Die Motorboote daneben bleiben natürlich unsichtbar, sind aber da.
Hinter jedem Felsen sieht man irgendwelche Masten (hier z.B. uns). Die Motorboote daneben bleiben natürlich unsichtbar, sind aber da.
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Unsere Bucht gestern zeigte sich am Abend von ihrer besten Seite. Das hier ist z.B. eine typische Uferbebauung. Etwas windschief zwar, aber sehr hübsch in der Abendsonne.
Unsere Bucht gestern zeigte sich am Abend von ihrer besten Seite. Das hier ist z.B. eine typische Uferbebauung. Etwas windschief zwar, aber sehr hübsch in der Abendsonne.
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Nachbarn hatten wir auch - einen echten Oldtimer mit echter Oldtimerbesatzung (die waren gut 10 Jahre älter als wir). Wer genau hinsieht erkennt: Der alte Herr rudert nicht das Dinghi, er wriggt !! Wer kann das noch, hm?
Nachbarn hatten wir auch - einen echten Oldtimer mit echter Oldtimerbesatzung (die waren gut 10 Jahre älter als wir). Wer genau hinsieht erkennt: Der alte Herr rudert nicht das Dinghi, er wriggt !! Wer kann das noch, hm?
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Heute Morgen zwar bei uns strahlender Sonnenschein, aber der Blick auf See zeigte dicken Nebel. Wenn wir jetzt noch in Norrpada wären, kämen wir erst mal nicht los. Sind wir aber nicht und überdies wollen wir weiter etwas nach binnen, also los. Nach einer sehr schönen Kreuz gen Süden, unbehelligt vorbei am Fährhafen Kapellskär konnten wir dann im Granhamnsfjärden abfallen nach Südwest. Und wer kam uns da entgegen? Viking-Line mit der Fähre Stockholm - Turku. Dicke Pötte sind das.
Heute Morgen zwar bei uns strahlender Sonnenschein, aber der Blick auf See zeigte dicken Nebel. Wenn wir jetzt noch in Norrpada wären, kämen wir erst mal nicht los. Sind wir aber nicht und überdies wollen wir weiter etwas nach binnen, also los. Nach einer sehr schönen Kreuz gen Süden, unbehelligt vorbei am Fährhafen Kapellskär konnten wir dann im Granhamnsfjärden abfallen nach Südwest. Und wer kam uns da entgegen? Viking-Line mit der Fähre Stockholm - Turku. Dicke Pötte sind das.
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Als der vorbei war konnte man auf dem Achterdeck zwei riesige Behälter sehen - Gasbehälter. Das Ding fährt mit Gas. Und tatsächlich: Es stinkt überhaupt nicht. Ein keiner Fortschritt.
Als der vorbei war konnte man auf dem Achterdeck zwei riesige Behälter sehen - Gasbehälter. Das Ding fährt mit Gas. Und tatsächlich: Es stinkt überhaupt nicht. Ein keiner Fortschritt.


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Aber wir haben Besuch, bzw. wir sind bei denen zu Besuch - ein Adlerpärchen. So oft, wie die zur Jagd aufbrechen und mit Beute zum Horst zurückkommen, müssen die Junge haben. Man sieht aber nichts. Spannend ist es trotzdem.
Aber wir haben Besuch, bzw. wir sind bei denen zu Besuch - ein Adlerpärchen. So oft, wie die zur Jagd aufbrechen und mit Beute zum Horst zurückkommen, müssen die Junge haben. Man sieht aber nichts. Spannend ist es trotzdem.
[[Bild:16 7.JPG]]
[[Bild:16 7 2.JPG]]




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Wir also reingetuckert, und: Bingo. Eine sehr schöne, hoch bewaldete Bucht mit wenigen Häusern. Kristallklares Wasser. Später sehen wir am Anker mit der Taucherbrille den Anker in 4 m Tiefe liegen. Die vielen Steine auf der offiziellen Seekarte gibt es zwar, navigatorisch ist aber nur einer von Bedeutung, und der wird von Gänsen bewacht.
Wir also reingetuckert, und: Bingo. Eine sehr schöne, hoch bewaldete Bucht mit wenigen Häusern. Kristallklares Wasser. Später sehen wir am Anker mit der Taucherbrille den Anker in 4 m Tiefe liegen. Die vielen Steine auf der offiziellen Seekarte gibt es zwar, navigatorisch ist aber nur einer von Bedeutung, und der wird von Gänsen bewacht.
Wenn da der Anker vertreibt, dann schnattern die.
Wenn da der Anker vertreibt, dann schnattern die.
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<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
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20. Juli - Gällnö  </div>
18. Juli - Gällnö  </div>




Auf dem Weg weiter nach Südwesten hat es gut geblasen, wir waren schnell. Unser Ziel Gällnö hätten wir auch durch den Klintsundet und dann Ticki-Tacki durch die Schären erreichen können, aber weil doch etliche Kreuzstrecken zu erwarten waren, haben wir uns für den Weg "außen rum" westlich von Ljusterö entschieden. Da muss man natürlich wieder auf die Finnlandfähren aufpassen und auch auf die hier - Kabelfähren.
Auf dem Weg weiter nach Südwesten hat es gut geblasen, wir waren schnell. Unser Ziel Gällnö hätten wir auch durch den Klintsundet und dann Ticki-Tacki durch die Schären erreichen können, aber weil doch etliche Kreuzstrecken zu erwarten waren, haben wir uns für den Weg "außen rum" westlich von Ljusterö entschieden. Da muss man natürlich wieder auf die Finnlandfähren aufpassen und auch auf die hier - Kabelfähren.
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Man sieht auch, was die ja europaweit geschützten Kormorane anrichten. Die gucken sich eine Insel aus und scheißen die zu. Da bleibt kein Blatt mehr am Baum. Irgendwann haben die dann genug und ziehen weiter. Die Insel sieht dann so aus:
Man sieht auch, was die ja europaweit geschützten Kormorane anrichten. Die gucken sich eine Insel aus und scheißen die zu. Da bleibt kein Blatt mehr am Baum. Irgendwann haben die dann genug und ziehen weiter. Die Insel sieht dann so aus:
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Wir ziehen auch weiter und in der Gegend von Grinda beginnt dann das Chaos. Eine Unmenge von Booten, mehrheitlich Motorboote fährt in den verschiedenen Fahrwassern kreuz und quer. Geschwindigkeiten zwischen 2 kn (Segler in Windabdeckung) und ca. 40 kn (Rennboot mit 2 x 400 PS am Spiegel) müssen miteinander leben. Schnell links ab in den Hemfladen von Gällnö. Das ist eine große Ankerbucht, jetzt aber rappelvoll. Saison. Das Wetter wird schlechter, es regnet sogar.
Wir ziehen auch weiter und in der Gegend von Grinda beginnt dann das Chaos. Eine Unmenge von Booten, mehrheitlich Motorboote fährt in den verschiedenen Fahrwassern kreuz und quer. Geschwindigkeiten zwischen 2 kn (Segler in Windabdeckung) und ca. 40 kn (Rennboot mit 2 x 400 PS am Spiegel) müssen miteinander leben. Schnell links ab in den Hemfladen von Gällnö. Das ist eine große Ankerbucht, jetzt aber rappelvoll. Saison. Das Wetter wird schlechter, es regnet sogar.
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<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
20. Juli - Gustavsberg  </div>
19. Juli - Gustavsberg  </div>




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Nach wenigen Meilen gen Westen geben wir das Segeln auf. Zu viele Abdeckungen mit ihren Flauten, dazu der kreuz und quer laufende Schwell der Wasserbusse und Motorboote, in denen das Schiff immer wieder stehen bleibt - jetzt ist mal der Jockel dran. Damit kommen wir ganz gut voran, auch wenn das Gebrumm nervt. Vaxholm kommt in Sicht
Nach wenigen Meilen gen Westen geben wir das Segeln auf. Zu viele Abdeckungen mit ihren Flauten, dazu der kreuz und quer laufende Schwell der Wasserbusse und Motorboote, in denen das Schiff immer wieder stehen bleibt - jetzt ist mal der Jockel dran. Damit kommen wir ganz gut voran, auch wenn das Gebrumm nervt. Vaxholm kommt in Sicht
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und damit nochmal mehr Verkehr und Schwell.
und damit nochmal mehr Verkehr und Schwell.
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Aber dann sind wir durch und biegen nach Süden in den engen Skurusund. Hier residieren dicht beieinander die Reichen und Bedeutenden.
Aber dann sind wir durch und biegen nach Süden in den engen Skurusund. Hier residieren dicht beieinander die Reichen und Bedeutenden.
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Nochmal links ab, und wir sind in dem noch engeren Baggensstäket.
Nochmal links ab, und wir sind in dem noch engeren Baggensstäket.
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Im Hafen übrigens konnte man dicht nebeneinander die Entwicklung des Motorbootbaus in 100 Jahren betrachten. Das ältere Modell hatte tatsächlich eine holzgefeuerte Dampfmaschine. Wie sagte man früher so schön? "Form follows function". Heute heißt es wohl eher "Design dich oder ich fress dich".
Im Hafen übrigens konnte man dicht nebeneinander die Entwicklung des Motorbootbaus in 100 Jahren betrachten. Das ältere Modell hatte tatsächlich eine holzgefeuerte Dampfmaschine. Wie sagte man früher so schön? "Form follows function". Heute heißt es wohl eher "Design dich oder ich fress dich".
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Der Wind dreht im Laufe des Nachmittags so, dass wir jetzt gut in Lee liegen, auch für die Nacht. Den Eingang zur Bucht haben wir gut im Blick und können so beobachten, wie aus 8 Buchtbewohnern zum Schluss 36 werden. Es ist halt Saison.
Der Wind dreht im Laufe des Nachmittags so, dass wir jetzt gut in Lee liegen, auch für die Nacht. Den Eingang zur Bucht haben wir gut im Blick und können so beobachten, wie aus 8 Buchtbewohnern zum Schluss 36 werden. Es ist halt Saison.
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Am Ende des Fjordes kommt Tyresö in Sicht.
Am Ende des Fjordes kommt Tyresö in Sicht.
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Das ist im Grunde nur ein Steg mit Bojen. Von Hochsaison merkt man hier nichts, ziemlich viel ist noch frei. Man liegt hier urgemütlich in schöner Landschaft. Dicht dabei ist ein nettes Kaffee, es gibt Wasser, Strom, ausgezeichnete Sanitäranlegen. Eine Entdeckung.
Das ist im Grunde nur ein Steg mit Bojen. Von Hochsaison merkt man hier nichts, ziemlich viel ist noch frei. Man liegt hier urgemütlich in schöner Landschaft. Dicht dabei ist ein nettes Kaffee, es gibt Wasser, Strom, ausgezeichnete Sanitäranlegen. Eine Entdeckung.
[[Bild:22 7 2.JPG]]




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Auf diesem Inselchen ist ein sehr gut besuchtes Kaffee, und dessen Besucher kommen zumeist von Land über eine kleine Fußgängerbrücke. Die haben wir dann auch mal genommen und fanden uns in einem riesigen, phantastischen Park wieder. Der gehört wiederum zum Schloss Tyresö, das mal der Herr Graf Oxenstierna gebaut hat (also der, der immer auf der anderen Seite stand im 30-jährigen Krieg).
Auf diesem Inselchen ist ein sehr gut besuchtes Kaffee, und dessen Besucher kommen zumeist von Land über eine kleine Fußgängerbrücke. Die haben wir dann auch mal genommen und fanden uns in einem riesigen, phantastischen Park wieder. Der gehört wiederum zum Schloss Tyresö, das mal der Herr Graf Oxenstierna gebaut hat (also der, der immer auf der anderen Seite stand im 30-jährigen Krieg).
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Dann wurde uns in dem Kaffee noch Life-Musik geboten, gut zu vernehmen auf unserem Boot, und schließlich kam noch ein Ausflugsschiff und machte einfach mal so mit der Nase am Ufer fest. Gangway raus und warten. Worauf? Den Steg entlang kam eine Hochzeitsgesellschaft im feinsten Zwirn von der nahen Kirche und fuhr von dannen. Stilvoll.
Dann wurde uns in dem Kaffee noch Life-Musik geboten, gut zu vernehmen auf unserem Boot, und schließlich kam noch ein Ausflugsschiff und machte einfach mal so mit der Nase am Ufer fest. Gangway raus und warten. Worauf? Den Steg entlang kam eine Hochzeitsgesellschaft im feinsten Zwirn von der nahen Kirche und fuhr von dannen. Stilvoll.
[[Bild:24 7 2.JPG]]




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Im engen Ornö-Strömmen müssen wir dann nach Südwest kreuzen, aber das macht Spaß, weil man zwischen diesen sehr steilen Ufern tatsächlich erst eine Bootslänge vor dem Ufer wenden muss. Dann unsere Bucht, eine der wenigen an Ornös Westküste, die Kolnäsviken. Sehr enge Einfahrt, innen aber geräumig und allseits gut geschützt. In der Mitte - was ist das denn?
Im engen Ornö-Strömmen müssen wir dann nach Südwest kreuzen, aber das macht Spaß, weil man zwischen diesen sehr steilen Ufern tatsächlich erst eine Bootslänge vor dem Ufer wenden muss. Dann unsere Bucht, eine der wenigen an Ornös Westküste, die Kolnäsviken. Sehr enge Einfahrt, innen aber geräumig und allseits gut geschützt. In der Mitte - was ist das denn?
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Am Rand gibt es einen hohen Felsen, der wohl die Badeanstalt darstellt. Ständig springt da jemand von oben. Eine gemütliche Stimmung hier, aber ziemlich voll.
Am Rand gibt es einen hohen Felsen, der wohl die Badeanstalt darstellt. Ständig springt da jemand von oben. Eine gemütliche Stimmung hier, aber ziemlich voll.
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Was ist das denn? Wir tuckern aus unserer Bucht - und der Wind kommt NICHT von vorne. Kein Kreuzen! Mit sattem halbem Wind rauschen wir gen Süden und sind schon zur Mittagszeit da - in Lacka. Das ist eine kleine Insel am Rande des militärischen Sperrgebiets nördlich von Nynäshamn. Hier ist der Uthamn der Nynäshamns Segelsällskap. Der Hafen ist nicht besonders zu empfehlen bei West oder Nord, dann bläst es hier tüchtig rein. Heute aber ist Ostwind (auch kräftig), und da liegt man hinter dem Schwimmsteg ganz prächtig.
Was ist das denn? Wir tuckern aus unserer Bucht - und der Wind kommt NICHT von vorne. Kein Kreuzen! Mit sattem halbem Wind rauschen wir gen Süden und sind schon zur Mittagszeit da - in Lacka. Das ist eine kleine Insel am Rande des militärischen Sperrgebiets nördlich von Nynäshamn. Hier ist der Uthamn der Nynäshamns Segelsällskap. Der Hafen ist nicht besonders zu empfehlen bei West oder Nord, dann bläst es hier tüchtig rein. Heute aber ist Ostwind (auch kräftig), und da liegt man hinter dem Schwimmsteg ganz prächtig.
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An Versorgung gibt es nichts, kein Strom, kein Wasser - ist ja auch klar. Aber eine tolle Sauna haben die, nur ist es dafür viel zu warm. Schöner Platz hier mit netten Leuten. Es gibt auch schöne Sitz- und Essplätze, also wird heute Abend mal gegrillt. Was? Gemüse und Weißwürste. Doch, das schmeckt vorzüglich.
An Versorgung gibt es nichts, kein Strom, kein Wasser - ist ja auch klar. Aber eine tolle Sauna haben die, nur ist es dafür viel zu warm. Schöner Platz hier mit netten Leuten. Es gibt auch schöne Sitz- und Essplätze, also wird heute Abend mal gegrillt. Was? Gemüse und Weißwürste. Doch, das schmeckt vorzüglich.


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Notwendige Ergänzung:
Notwendige Ergänzung:


Wir liegen also friedlich am Schwimmsteg vor Heckboje, links neben uns niemand mehr. Da kommt eine Familie mit einer größeren Beneteau rein und steuert zwei Plätze links von uns an. Was auffällt: Die haben keinen Bojenhaken. Die Dame des Hauses steht an der Reling mit der blanken Leine in der Hand. Der Herr des Hauses steuert, ein zehnjähriges Mädchen steht mit Leine am Bugkorb, der kleinere Junge hält im Cockpit die Füße still. So, jetzt ist die Boje querab, und eigentlich kann man bei langsamer Fahrt in so einen Ring einen Palstek knoten. Ging aber nicht. Also hat der Skipper Vollstop gemacht, um seiner Frau Zeit für den Knoten zu geben. Das gelang dann auch. Und nun: Mittlere Fahrt voraus. Aber der Wind hatte das Boot inzwischen 90° rumgedreht und es nahm Kurs auf unser Cockpit. 6 oder 7 tons mit Bugspriet versuchen mich zu rammen Alles brüllt, bei uns an Bord, 4 Mann am Steg, das Kind - ich kann gerade noch den Bugspriet erwischen und gegenhalten, und glücklicherweise gab ja unsere Boje auch noch etwas nach. Gut, da hatte der Mann schon ausgekuppelt, und vor Schreck gleich wieder eingekuppelt, rückwärts. Jetzt fuhr der Zossen rückwärts, aber rechts von seiner Boje, an der er immer noch fest war, das Gummiboot aber, was nicht kurz angebunden war, schwamm auf der anderen Seite. Ergebnis: Das Boot hing mit dem Heck zum Wind mittels Bojenleine und Schlauchbootschleppleine an der Boje. Andere Boote waren nicht mehr gefährdet. Jetzt stieg der Skipper mit Gummiboots Leine ins Wasser, schwamm einmal um die Boje, knotete die Leine wieder fest, löste die Bojenleine und verließ wieder den Hafen.
Wir liegen also friedlich am Schwimmsteg vor Heckboje, links neben uns niemand mehr. Da kommt eine Familie mit einer größeren Beneteau rein und steuert zwei Plätze links von uns an. Was auffällt: Die haben keinen Bojenhaken. Die Dame des Hauses steht an der Reling mit der blanken Leine in der Hand. Der Herr des Hauses steuert, ein zehnjähriges Mädchen steht mit Leine am Bugkorb, der kleinere Junge hält im Cockpit die Füße still. So, jetzt ist die Boje querab, und eigentlich kann man bei langsamer Fahrt in so einen Ring einen Palstek knoten. Ging aber nicht. Also hat der Skipper Vollstop gemacht, um seiner Frau Zeit für den Knoten zu geben. Das gelang dann auch. Und nun: Mittlere Fahrt voraus. Aber der Wind hatte das Boot inzwischen 90° rumgedreht und es nahm Kurs auf unser Cockpit. 6 oder 7 tons mit Bugspriet versuchen mich zu rammen. Alles brüllt, bei uns an Bord, 4 Mann am Steg, das Kind - ich kann gerade noch den Bugspriet erwischen und gegenhalten, und glücklicherweise gab ja unsere Boje auch noch etwas nach. Gut, da hatte der Mann schon ausgekuppelt, und vor Schreck gleich wieder eingekuppelt, rückwärts. Jetzt fuhr der Zossen rückwärts, aber rechts von seiner Boje, an der er immer noch fest war, das Gummiboot aber, was nicht kurz angebunden war, schwamm auf der anderen Seite. Ergebnis: Das Boot hing mit dem Heck zum Wind mittels Bojenleine und Schlauchbootschleppleine an der Boje. Andere Boote waren nicht mehr gefährdet. Jetzt stieg der Skipper mit Gummiboots Leine ins Wasser, schwamm einmal um die Boje, knotete die Leine wieder fest, löste die Bojenleine und verließ wieder den Hafen.




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Als wir übrigens um die Ecke biegen in Nynäshamn sieht man nur die Hälfte der Stadt. Der Rest ist von MSC Seaview verdeckt. Die ist genauso hoch wie die Wohnblocks der Stadt. Macht aber - genau wie wir - nur mit einer Heckboje fest
Als wir übrigens um die Ecke biegen in Nynäshamn sieht man nur die Hälfte der Stadt. Der Rest ist von MSC Seaview verdeckt. Die ist genauso hoch wie die Wohnblocks der Stadt. Macht aber - genau wie wir - nur mit einer Heckboje fest
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A propos 70er: Nynäshamn hat einen großen Hafen mit vielen, vielen Booten, viele davon sehr groß, viele auch sehr hässlich. Und dann kommt da einer um die Ecke: Klein, blau, vier Leute drauf. Rumpf und Rigg sagen: Der ist aus dem letzten Jahrhundert. Der Aufbau sagt: Das ist eine Arpège!
A propos 70er: Nynäshamn hat einen großen Hafen mit vielen, vielen Booten, viele davon sehr groß, viele auch sehr hässlich. Und dann kommt da einer um die Ecke: Klein, blau, vier Leute drauf. Rumpf und Rigg sagen: Der ist aus dem letzten Jahrhundert. Der Aufbau sagt: Das ist eine Arpège!
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Das passt hier: Wälderrauschen statt Verkehrsrauschen, Adlerschreie statt Kinderschreie, Auerhuhnrufe statt Hundebellen - Schweden zeigt sich von seiner besten Seite. Das Rauschen der Bäume zeigt an, dass es draußen wirklich fetzt, hier in der Bucht kommt dank der hohen Felsen und Bäume nur ein leichter Wind an.
Das passt hier: Wälderrauschen statt Verkehrsrauschen, Adlerschreie statt Kinderschreie, Auerhuhnrufe statt Hundebellen - Schweden zeigt sich von seiner besten Seite. Das Rauschen der Bäume zeigt an, dass es draußen wirklich fetzt, hier in der Bucht kommt dank der hohen Felsen und Bäume nur ein leichter Wind an.
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