Törnbericht 2021 Ostschweden: Unterschied zwischen den Versionen
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Unsere Bucht gestern zeigte sich am Abend von ihrer besten Seite. Das hier ist z.B. eine typische Uferbebauung. Etwas windschief zwar, aber sehr hübsch in der Abendsonne. | Unsere Bucht gestern zeigte sich am Abend von ihrer besten Seite. Das hier ist z.B. eine typische Uferbebauung. Etwas windschief zwar, aber sehr hübsch in der Abendsonne. | ||
Nachbarn hatten wir auch - einen echten Oldtimer mit echter Oldtimerbesatzung (die waren gut 10 Jahre älter als wir). Wer genau hinsieht erkennt: Der alte Herr rudert nicht das Dinghi, er wriggt !! Wer kann das noch, hm? | Nachbarn hatten wir auch - einen echten Oldtimer mit echter Oldtimerbesatzung (die waren gut 10 Jahre älter als wir). Wer genau hinsieht erkennt: Der alte Herr rudert nicht das Dinghi, er wriggt !! Wer kann das noch, hm? | ||
Heute Morgen zwar bei uns strahlender Sonnenschein, aber der Blick auf See zeigte dicken Nebel. Wenn wir jetzt noch in Norrpada wären, kämen wir erst mal nicht los. Sind wir aber nicht und überdies wollen wir weiter etwas nach binnen, also los. Nach einer sehr schönen Kreuz gen Süden, unbehelligt vorbei am Fährhafen Kapellskär konnten wir dann im Granhamnsfjärden abfallen nach Südwest. Und wer kam uns da entgegen? Viking-Line mit der Fähre Stockholm - Turku. Dicke Pötte sind das. | Heute Morgen zwar bei uns strahlender Sonnenschein, aber der Blick auf See zeigte dicken Nebel. Wenn wir jetzt noch in Norrpada wären, kämen wir erst mal nicht los. Sind wir aber nicht und überdies wollen wir weiter etwas nach binnen, also los. Nach einer sehr schönen Kreuz gen Süden, unbehelligt vorbei am Fährhafen Kapellskär konnten wir dann im Granhamnsfjärden abfallen nach Südwest. Und wer kam uns da entgegen? Viking-Line mit der Fähre Stockholm - Turku. Dicke Pötte sind das. | ||
Als der vorbei war konnte man auf dem Achterdeck zwei riesige Behälter sehen - Gasbehälter. Das Ding fährt mit Gas. Und tatsächlich: Es stinkt überhaupt nicht. Ein keiner Fortschritt. | Als der vorbei war konnte man auf dem Achterdeck zwei riesige Behälter sehen - Gasbehälter. Das Ding fährt mit Gas. Und tatsächlich: Es stinkt überhaupt nicht. Ein keiner Fortschritt. | ||
Nachdem wir das heillose Gewirr bei Furusund glücklich überstanden hatten, gleich rechts abbiegen in die Schären dort. Schließlich liegen wir am Anker in einer Bucht im Norden von Högmarsö. Sehr schön, mitten im Wald, nur ein Nachbar noch am Anker. Das ist ein guter Platz, denn in der Nacht soll es Nordwind von 10 - 16 m /s geben, da kann man hohe Felsen mit dichtem Wald drauf in Luv gut brauchen. Badewasser übrigens 26° C (in Worten: Sechsundzwanzig). | Nachdem wir das heillose Gewirr bei Furusund glücklich überstanden hatten, gleich rechts abbiegen in die Schären dort. Schließlich liegen wir am Anker in einer Bucht im Norden von Högmarsö. Sehr schön, mitten im Wald, nur ein Nachbar noch am Anker. Das ist ein guter Platz, denn in der Nacht soll es Nordwind von 10 - 16 m /s geben, da kann man hohe Felsen mit dichtem Wald drauf in Luv gut brauchen. Badewasser übrigens 26° C (in Worten: Sechsundzwanzig). | ||
16. Juli Adlerhausen | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
16. Juli - Adlerhausen </div> | |||
Nein - wir ankern immer noch in Högmarsö. Aktuell meldet die Wetterstation Furusund 15 m/s aus Nord. Wir merken davon nix wegen der hohen Wälder ringsrum. Man muss sich das hier vorstellen wie einen Binnensee, vielleicht wie der Titisee, nur viel kleiner. Man liegt eben im Wald und der rauscht und der Wind kommt mal von hier und mal von da. Windy misst maximal 9 m/s. | Nein - wir ankern immer noch in Högmarsö. Aktuell meldet die Wetterstation Furusund 15 m/s aus Nord. Wir merken davon nix wegen der hohen Wälder ringsrum. Man muss sich das hier vorstellen wie einen Binnensee, vielleicht wie der Titisee, nur viel kleiner. Man liegt eben im Wald und der rauscht und der Wind kommt mal von hier und mal von da. Windy misst maximal 9 m/s. | ||
Aber wir haben Besuch, bzw. wir sind bei denen zu Besuch - ein Adlerpärchen. So oft, wie die zur Jagd aufbrechen und mit Beute zum Horst zurückkommen, müssen die Junge haben. Man sieht aber nichts. Spannend ist es trotzdem. | Aber wir haben Besuch, bzw. wir sind bei denen zu Besuch - ein Adlerpärchen. So oft, wie die zur Jagd aufbrechen und mit Beute zum Horst zurückkommen, müssen die Junge haben. Man sieht aber nichts. Spannend ist es trotzdem. | ||
17. Juli Yxlan | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
17. Juli - Yxlan </div> | |||
Immer weiter rein Richtung Festland, immer dem Rat der Schweden folgend "In der Saison nach drinnen fahren, die anderen sind alle draußen." Nordwestlich des vielbefahrenen Furusundsleden mit seinen Großfähren gibt es ein schönes, unbezeichnetes Gewässer mit reinen, steilen Ufern. Das kreuzen wir gemütlich runter, bis es nicht mehr geht, bis wir eben doch auf den Furusundsleden stoßen - und prompt auf eine Viking-Fähre. Schnell noch vor der das Fahrwasser gequert. Wohin jetzt in diesem Gewirr? Ganz im Süden von Yxlan, bei Stornäset, gibt es eine passende Bucht für heute. Sieht auf der offiziellen Seekarte kaum befahrbar aus, unsere großmaßstäblichen Spezialkarten sagen aber: "Dat geit!" | Immer weiter rein Richtung Festland, immer dem Rat der Schweden folgend "In der Saison nach drinnen fahren, die anderen sind alle draußen." Nordwestlich des vielbefahrenen Furusundsleden mit seinen Großfähren gibt es ein schönes, unbezeichnetes Gewässer mit reinen, steilen Ufern. Das kreuzen wir gemütlich runter, bis es nicht mehr geht, bis wir eben doch auf den Furusundsleden stoßen - und prompt auf eine Viking-Fähre. Schnell noch vor der das Fahrwasser gequert. Wohin jetzt in diesem Gewirr? Ganz im Süden von Yxlan, bei Stornäset, gibt es eine passende Bucht für heute. Sieht auf der offiziellen Seekarte kaum befahrbar aus, unsere großmaßstäblichen Spezialkarten sagen aber: "Dat geit!" | ||
Wir also reingetuckert, und: Bingo. Eine sehr schöne, hoch bewaldete Bucht mit wenigen Häusern. Kristallklares Wasser. Später sehen wir am Anker mit der Taucherbrille den Anker in 4 m Tiefe liegen. Die vielen Steine auf der offiziellen Seekarte gibt es zwar, navigatorisch ist aber nur einer von Bedeutung, und der wird von Gänsen bewacht. | Wir also reingetuckert, und: Bingo. Eine sehr schöne, hoch bewaldete Bucht mit wenigen Häusern. Kristallklares Wasser. Später sehen wir am Anker mit der Taucherbrille den Anker in 4 m Tiefe liegen. Die vielen Steine auf der offiziellen Seekarte gibt es zwar, navigatorisch ist aber nur einer von Bedeutung, und der wird von Gänsen bewacht. | ||
Wenn da der Anker vertreibt, dann schnattern die. | Wenn da der Anker vertreibt, dann schnattern die. | ||
20. Juli Gällnö | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
20. Juli - Gällnö </div> | |||
Auf dem Weg weiter nach Südwesten hat es gut geblasen, wir waren schnell. Unser Ziel Gällnö hätten wir auch durch den Klintsundet und dann Ticki-Tacki durch die Schären erreichen können, aber weil doch etliche Kreuzstrecken zu erwarten waren, haben wir uns für den Weg "außen rum" westlich von Ljusterö entschieden. Da muss man natürlich wieder auf die Finnlandfähren aufpassen und auch auf die hier - Kabelfähren. | Auf dem Weg weiter nach Südwesten hat es gut geblasen, wir waren schnell. Unser Ziel Gällnö hätten wir auch durch den Klintsundet und dann Ticki-Tacki durch die Schären erreichen können, aber weil doch etliche Kreuzstrecken zu erwarten waren, haben wir uns für den Weg "außen rum" westlich von Ljusterö entschieden. Da muss man natürlich wieder auf die Finnlandfähren aufpassen und auch auf die hier - Kabelfähren. | ||
Man sieht auch, was die ja europaweit geschützten Kormorane anrichten. Die gucken sich eine Insel aus und scheißen die zu. Da bleibt kein Blatt mehr am Baum. Irgendwann haben die dann genug und ziehen weiter. Die Insel sieht dann so aus: | Man sieht auch, was die ja europaweit geschützten Kormorane anrichten. Die gucken sich eine Insel aus und scheißen die zu. Da bleibt kein Blatt mehr am Baum. Irgendwann haben die dann genug und ziehen weiter. Die Insel sieht dann so aus: | ||
Naturschutz eben. Das erinnert ein bisschen an den Film "Independance Day", wo der Präsident Thomas Whitmore per Telepathie mit einem Alien kommuniziert und erfährt, dass die durch's All ziehen, sich einen Planten ausgucken, den ausplündern, und dann weiterziehen. | Naturschutz eben. Das erinnert ein bisschen an den Film "Independance Day", wo der Präsident Thomas Whitmore per Telepathie mit einem Alien kommuniziert und erfährt, dass die durch's All ziehen, sich einen Planten ausgucken, den ausplündern, und dann weiterziehen. | ||
Wir ziehen auch weiter und in der Gegend von Grinda beginnt dann das Chaos. Eine Unmenge von Booten, mehrheitlich Motorboote fährt in den verschiedenen Fahrwassern kreuz und quer. Geschwindigkeiten zwischen 2 kn (Segler in Windabdeckung) und ca. 40 kn (Rennboot mit 2 x 400 PS am Spiegel) müssen miteinander leben. Schnell links ab in den Hemfladen von Gällnö. Das ist eine große Ankerbucht, jetzt aber rappelvoll. Saison. Das Wetter wird schlechter, es regnet sogar. | Wir ziehen auch weiter und in der Gegend von Grinda beginnt dann das Chaos. Eine Unmenge von Booten, mehrheitlich Motorboote fährt in den verschiedenen Fahrwassern kreuz und quer. Geschwindigkeiten zwischen 2 kn (Segler in Windabdeckung) und ca. 40 kn (Rennboot mit 2 x 400 PS am Spiegel) müssen miteinander leben. Schnell links ab in den Hemfladen von Gällnö. Das ist eine große Ankerbucht, jetzt aber rappelvoll. Saison. Das Wetter wird schlechter, es regnet sogar. | ||
20. Juli Gustavsberg | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
20. Juli - Gustavsberg </div> | |||
Das Wetter soll ungemütlich werden, das Wasser ist alle, Strom schwach - wir brauchen einen Hafen. Hier in den Schären gibt es aber keine gescheiten, nach Stockholm wollen wir nicht. Von Gustavsberg ist viel die Rede, da soll es einen neuen Hafen geben. Also dorthin. | Das Wetter soll ungemütlich werden, das Wasser ist alle, Strom schwach - wir brauchen einen Hafen. Hier in den Schären gibt es aber keine gescheiten, nach Stockholm wollen wir nicht. Von Gustavsberg ist viel die Rede, da soll es einen neuen Hafen geben. Also dorthin. | ||
Nach wenigen Meilen gen Westen geben wir das Segeln auf. Zu viele Abdeckungen mit ihren Flauten, dazu der kreuz und quer laufende Schwell der Wasserbusse und Motorboote, in denen das Schiff immer wieder stehen bleibt - jetzt ist mal der Jockel dran. Damit kommen wir ganz gut voran, auch wenn das Gebrumm nervt. Vaxholm kommt in Sicht | Nach wenigen Meilen gen Westen geben wir das Segeln auf. Zu viele Abdeckungen mit ihren Flauten, dazu der kreuz und quer laufende Schwell der Wasserbusse und Motorboote, in denen das Schiff immer wieder stehen bleibt - jetzt ist mal der Jockel dran. Damit kommen wir ganz gut voran, auch wenn das Gebrumm nervt. Vaxholm kommt in Sicht | ||
und damit nochmal mehr Verkehr und Schwell. | und damit nochmal mehr Verkehr und Schwell. | ||
Aber dann sind wir durch und biegen nach Süden in den engen Skurusund. Hier residieren dicht beieinander die Reichen und Bedeutenden. | Aber dann sind wir durch und biegen nach Süden in den engen Skurusund. Hier residieren dicht beieinander die Reichen und Bedeutenden. | ||
Nochmal links ab, und wir sind in dem noch engeren Baggensstäket | Nochmal links ab, und wir sind in dem noch engeren Baggensstäket. | ||
An dessen Mündung gleich östlich gegenüber geht es dann nach Gustavsberg. Der Hafen ist bei weitem nicht so groß, wie er im Hafenführer erscheint und wie er sich selber darstellt. Im Prinzip besteht er nur aus einem Schwimmsteg, von dem man auch nur die Innenseite mit Auslegern nutzen kann. Die Außenseite ist hochgradig schwellbelastet. Alle anderen Anleger sind privat und zum Land hin abgeschlossen. Die Hafenanlage allerdings ist sehr fein, perfekte Duschen, nettes Restaurant dicht dabei, und die Stadt bietet schon einiges. | An dessen Mündung gleich östlich gegenüber geht es dann nach Gustavsberg. Der Hafen ist bei weitem nicht so groß, wie er im Hafenführer erscheint und wie er sich selber darstellt. Im Prinzip besteht er nur aus einem Schwimmsteg, von dem man auch nur die Innenseite mit Auslegern nutzen kann. Die Außenseite ist hochgradig schwellbelastet. Alle anderen Anleger sind privat und zum Land hin abgeschlossen. Die Hafenanlage allerdings ist sehr fein, perfekte Duschen, nettes Restaurant dicht dabei, und die Stadt bietet schon einiges. | ||
Im Hafen übrigens konnte man dicht nebeneinander die Entwicklung des Motorbootbaus in 100 Jahren betrachten. Das ältere Modell hatte tatsächlich eine holzgefeuerte Dampfmaschine. Wie sagte man früher so schön? "Form follows function". Heute heißt es wohl eher "Design dich oder ich fress dich". | Im Hafen übrigens konnte man dicht nebeneinander die Entwicklung des Motorbootbaus in 100 Jahren betrachten. Das ältere Modell hatte tatsächlich eine holzgefeuerte Dampfmaschine. Wie sagte man früher so schön? "Form follows function". Heute heißt es wohl eher "Design dich oder ich fress dich". | ||
21. Juli Nämdö Langvik | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
21. Juli - Nämdö Langvik </div> | |||
Kalt isses geworden. Heute keine kurze Hose, kein T-Shirt, stattdessen Faserpelzweste. Es bläst Nordwind. Wir starten wieder gen Osten, wieder in die Natur. Der Weg vorbei an Saltsjöbaden ist gespickt mit Motorbooten - das nahe Stockholm lässt grüßen. Aber dann sind wir draußen, queren den Nämdöfjärden, auf dem eine Menge Verkehr ist und erreichen unser Ziel: Die große Langvik im Norden von Nämdö. Obwohl sehr früher Nachmittag liegen dort schon etliche Boote, und - natürlich - an den besten und tiefsten Landliegeplätzen 6 Motorboote. Wir ankern etwas weiter im Nordwesten dicht vor einem enormen Felsen. | Kalt isses geworden. Heute keine kurze Hose, kein T-Shirt, stattdessen Faserpelzweste. Es bläst Nordwind. Wir starten wieder gen Osten, wieder in die Natur. Der Weg vorbei an Saltsjöbaden ist gespickt mit Motorbooten - das nahe Stockholm lässt grüßen. Aber dann sind wir draußen, queren den Nämdöfjärden, auf dem eine Menge Verkehr ist und erreichen unser Ziel: Die große Langvik im Norden von Nämdö. Obwohl sehr früher Nachmittag liegen dort schon etliche Boote, und - natürlich - an den besten und tiefsten Landliegeplätzen 6 Motorboote. Wir ankern etwas weiter im Nordwesten dicht vor einem enormen Felsen. | ||
Der Wind dreht im Laufe des Nachmittags so, dass wir jetzt gut in Lee liegen, auch für die Nacht. Den Eingang zur Bucht haben wir gut im Blick und können so beobachten, wie aus 8 Buchtbewohnern zum Schluss 36 werden. Es ist halt Saison. | Der Wind dreht im Laufe des Nachmittags so, dass wir jetzt gut in Lee liegen, auch für die Nacht. Den Eingang zur Bucht haben wir gut im Blick und können so beobachten, wie aus 8 Buchtbewohnern zum Schluss 36 werden. Es ist halt Saison. | ||
22. Juli Tyresö | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
22. Juli - Tyresö </div> | |||
Heute mal ganz was Anderes. | Heute mal ganz was Anderes. | ||
Nach sehr frühem Aufstehen (05:20 h !!) ausgiebiges Frühschwimmen. Die Bucht und ihr Wasser sind herrlich. Dann kommen plötzlich im Tiefflug drei sehr große Vögel von der anderen Seite herüber. Sind das etwa Adler? Zu dritt? Nee! Reiher? Auch nicht, man sieht keine Beine. Fernglas noch schnell her, und bevor sie hinter den Bäumen verschwinden: Eulen! Wohl auf dem Heimweg nach der Jagd. Und tatsächlich hört man kurz danach noch einige Rufe aus dem Wald, die wie ein Waldkauz klingen. Morgenstund hat Eule im Blick - oder so ähnlich. | Nach sehr frühem Aufstehen (05:20 h !!) ausgiebiges Frühschwimmen. Die Bucht und ihr Wasser sind herrlich. Dann kommen plötzlich im Tiefflug drei sehr große Vögel von der anderen Seite herüber. Sind das etwa Adler? Zu dritt? Nee! Reiher? Auch nicht, man sieht keine Beine. Fernglas noch schnell her, und bevor sie hinter den Bäumen verschwinden: Eulen! Wohl auf dem Heimweg nach der Jagd. Und tatsächlich hört man kurz danach noch einige Rufe aus dem Wald, die wie ein Waldkauz klingen. Morgenstund hat Eule im Blick - oder so ähnlich. | ||
Nach dem Ablegen wieder zurück über den Nämdö-Fjärden, wieder gekreuzt, bis wir nördlich von Dalarö in den Vissvass-Fjärden einsteuern. Hier geht noch eine knappe Stunde Segeln, dann muss der Motor ran, denn das Gewässer ist zu schmal und der Wind genau gegenan. Im Grunde ähnelt das hier der Schlei, nur mit bedeutend (50 m) höheren Ufern. Mal ganz schmal, dann wieder große, seeartige Flächen. | Nach dem Ablegen wieder zurück über den Nämdö-Fjärden, wieder gekreuzt, bis wir nördlich von Dalarö in den Vissvass-Fjärden einsteuern. Hier geht noch eine knappe Stunde Segeln, dann muss der Motor ran, denn das Gewässer ist zu schmal und der Wind genau gegenan. Im Grunde ähnelt das hier der Schlei, nur mit bedeutend (50 m) höheren Ufern. Mal ganz schmal, dann wieder große, seeartige Flächen. | ||
Am Ende des Fjordes kommt Tyresö in Sicht. | Am Ende des Fjordes kommt Tyresö in Sicht. | ||
Das ist im Grunde nur ein Steg mit Bojen. Von Hochsaison merkt man hier nichts, ziemlich viel ist noch frei. Man liegt hier urgemütlich in schöner Landschaft. Dicht dabei ist ein nettes Kaffee, es gibt Wasser, Strom, ausgezeichnete Sanitäranlegen. Eine Entdeckung. | Das ist im Grunde nur ein Steg mit Bojen. Von Hochsaison merkt man hier nichts, ziemlich viel ist noch frei. Man liegt hier urgemütlich in schöner Landschaft. Dicht dabei ist ein nettes Kaffee, es gibt Wasser, Strom, ausgezeichnete Sanitäranlegen. Eine Entdeckung. | ||
24. Juli Notholmen | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
24. Juli - Notholmen </div> | |||
Also vorab: Wir sind immer noch am alten Platz. Nur haben wir inzwischen eine Menge rausgekriegt. Der Hafen heißt z.B. gar nicht Tyresö, wie das Städtchen dahinter, sondern Notholmen. Bleiben wir also dabei. | Also vorab: Wir sind immer noch am alten Platz. Nur haben wir inzwischen eine Menge rausgekriegt. Der Hafen heißt z.B. gar nicht Tyresö, wie das Städtchen dahinter, sondern Notholmen. Bleiben wir also dabei. | ||
Auf diesem Inselchen ist ein sehr gut besuchtes Kaffee, und dessen Besucher kommen zumeist von Land über eine kleine Fußgängerbrücke. Die haben wir dann auch mal genommen und fanden uns in einem riesigen, phantastischen Park wieder. Der gehört wiederum zum Schloss Tyresö, das mal der Herr Graf Oxenstierna gebaut hat (also der, der immer auf der anderen Seite stand im 30-jährigen Krieg). | Auf diesem Inselchen ist ein sehr gut besuchtes Kaffee, und dessen Besucher kommen zumeist von Land über eine kleine Fußgängerbrücke. Die haben wir dann auch mal genommen und fanden uns in einem riesigen, phantastischen Park wieder. Der gehört wiederum zum Schloss Tyresö, das mal der Herr Graf Oxenstierna gebaut hat (also der, der immer auf der anderen Seite stand im 30-jährigen Krieg). | ||
Dann wurde uns in dem Kaffee noch Life-Musik geboten, gut zu vernehmen auf unserem Boot, und schließlich kam noch ein Ausflugsschiff und machte einfach mal so mit der Nase am Ufer fest. Gangway raus und warten. Worauf? Den Steg entlang kam eine Hochzeitsgesellschaft im feinsten Zwirn von der nahen Kirche und fuhr von dannen. Stilvoll. | Dann wurde uns in dem Kaffee noch Life-Musik geboten, gut zu vernehmen auf unserem Boot, und schließlich kam noch ein Ausflugsschiff und machte einfach mal so mit der Nase am Ufer fest. Gangway raus und warten. Worauf? Den Steg entlang kam eine Hochzeitsgesellschaft im feinsten Zwirn von der nahen Kirche und fuhr von dannen. Stilvoll. | ||
25. Juli Kolnäsviken | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
25. Juli - Kolnäsviken </div> | |||
Nach so viel Zivilisation ist jetzt wieder Wildnis fällig. Wir suchen eine Ankerbucht. Aus diesem Fjord hier kommen wir dank günstiger Windrichtung gut raus, nur die beiden Engstellen motoren wir vorsichtshalber bei stehendem Groß. Es ist unglaublich viel los auf dem Wasser, aber fast alle fahren nach Norden. Sind das schon erste Anzeichen von Ferienende, dass alle nach Hause müssen? Wir behalten das im Auge. An den Ufern in den Wäldern gibt es jetzt ein neues Bild: Gelbe Blätter. Die Birken geben auf wegen der jetzt 6 Wochen dauernden regenfreien Zeit. | Nach so viel Zivilisation ist jetzt wieder Wildnis fällig. Wir suchen eine Ankerbucht. Aus diesem Fjord hier kommen wir dank günstiger Windrichtung gut raus, nur die beiden Engstellen motoren wir vorsichtshalber bei stehendem Groß. Es ist unglaublich viel los auf dem Wasser, aber fast alle fahren nach Norden. Sind das schon erste Anzeichen von Ferienende, dass alle nach Hause müssen? Wir behalten das im Auge. An den Ufern in den Wäldern gibt es jetzt ein neues Bild: Gelbe Blätter. Die Birken geben auf wegen der jetzt 6 Wochen dauernden regenfreien Zeit. | ||
Im engen Ornö-Strömmen müssen wir dann nach Südwest kreuzen, aber das macht Spaß, weil man zwischen diesen sehr steilen Ufern tatsächlich erst eine Bootslänge vor dem Ufer wenden muss. Dann unsere Bucht, eine der wenigen an Ornös Westküste, die Kolnäsviken. Sehr enge Einfahrt, innen aber geräumig und allseits gut geschützt. In der Mitte - was ist das denn? | Im engen Ornö-Strömmen müssen wir dann nach Südwest kreuzen, aber das macht Spaß, weil man zwischen diesen sehr steilen Ufern tatsächlich erst eine Bootslänge vor dem Ufer wenden muss. Dann unsere Bucht, eine der wenigen an Ornös Westküste, die Kolnäsviken. Sehr enge Einfahrt, innen aber geräumig und allseits gut geschützt. In der Mitte - was ist das denn? | ||
Da parkt ein komplettes Motorbootrudel an einem einzigen Anker. Preisfrage für die Kundigen: Wer von denen hätte hier den Ankerball setzen müssen? (Ich weiß, sind Schweden, die machen sowas nicht). | Da parkt ein komplettes Motorbootrudel an einem einzigen Anker. Preisfrage für die Kundigen: Wer von denen hätte hier den Ankerball setzen müssen? (Ich weiß, sind Schweden, die machen sowas nicht). | ||
Am Rand gibt es einen hohen Felsen, der wohl die Badeanstalt darstellt. Ständig springt da jemand von oben. Eine gemütliche Stimmung hier, aber ziemlich voll. | Am Rand gibt es einen hohen Felsen, der wohl die Badeanstalt darstellt. Ständig springt da jemand von oben. Eine gemütliche Stimmung hier, aber ziemlich voll. | ||
26. Juli Lacka | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
26. Juli - Lacka </div> | |||
Was ist das denn? Wir tuckern aus unserer Bucht - und der Wind kommt NICHT von vorne. Kein Kreuzen! Mit sattem halbem Wind rauschen wir gen Süden und sind schon zur Mittagszeit da - in Lacka. Das ist eine kleine Insel am Rande des militärischen Sperrgebiets nördlich von Nynäshamn. Hier ist der Uthamn der Nynäshamns Segelsällskap. Der Hafen ist nicht besonders zu empfehlen bei West oder Nord, dann bläst es hier tüchtig rein. Heute aber ist Ostwind (auch kräftig), und da liegt man hinter dem Schwimmsteg ganz prächtig. | Was ist das denn? Wir tuckern aus unserer Bucht - und der Wind kommt NICHT von vorne. Kein Kreuzen! Mit sattem halbem Wind rauschen wir gen Süden und sind schon zur Mittagszeit da - in Lacka. Das ist eine kleine Insel am Rande des militärischen Sperrgebiets nördlich von Nynäshamn. Hier ist der Uthamn der Nynäshamns Segelsällskap. Der Hafen ist nicht besonders zu empfehlen bei West oder Nord, dann bläst es hier tüchtig rein. Heute aber ist Ostwind (auch kräftig), und da liegt man hinter dem Schwimmsteg ganz prächtig. | ||
An Versorgung gibt es nichts, kein Strom, kein Wasser - ist ja auch klar. Aber eine tolle Sauna haben die, nur ist es dafür viel zu warm. Schöner Platz hier mit netten Leuten. Es gibt auch schöne Sitz- und Essplätze, also wird heute Abend mal gegrillt. Was? Gemüse und Weißwürste. Doch, das schmeckt vorzüglich. | An Versorgung gibt es nichts, kein Strom, kein Wasser - ist ja auch klar. Aber eine tolle Sauna haben die, nur ist es dafür viel zu warm. Schöner Platz hier mit netten Leuten. Es gibt auch schöne Sitz- und Essplätze, also wird heute Abend mal gegrillt. Was? Gemüse und Weißwürste. Doch, das schmeckt vorzüglich. | ||
Notwendige Ergänzung: | Notwendige Ergänzung: | ||
Wir liegen also friedlich am Schwimmsteg vor Heckboje, links neben uns niemand mehr. Da kommt eine Familie mit einer größeren Beneteau rein und steuert zwei Plätze links von uns an. Was auffällt: Die haben keinen Bojenhaken. Die Dame des Hauses steht an der Reling mit der blanken Leine in der Hand. Der Herr des Hauses steuert, ein zehnjähriges Mädchen steht mit Leine am Bugkorb, der kleinere Junge hält im Cockpit die Füße still. So, jetzt ist die Boje querab, und eigentlich kann man bei langsamer Fahrt in so einen Ring einen Palstek knoten. Ging aber nicht. Also hat der Skipper Vollstop gemacht, um seiner Frau Zeit für den Knoten zu geben. Das gelang dann auch. Und nun: Mittlere Fahrt voraus. Aber der Wind hatte das Boot inzwischen 90° rumgedreht und es nahm Kurs auf unser Cockpit. 6 oder 7 tons mit Bugspriet versuchen mich zu rammen Alles brüllt, bei uns an Bord, 4 Mann am Steg, das Kind - ich kann gerade noch den Bugspriet erwischen und gegenhalten, und glücklicherweise gab ja unsere Boje auch noch etwas nach. Gut, da hatte der Mann schon ausgekuppelt, und vor Schreck gleich wieder eingekuppelt, rückwärts. Jetzt fuhr der Zossen rückwärts, aber rechts von seiner Boje, an der er immer noch fest war, das Gummiboot aber, was nicht kurz angebunden war, schwamm auf der anderen Seite. Ergebnis: Das Boot hing mit dem Heck zum Wind mittels Bojenleine und Schlauchbootschleppleine an der Boje. Andere Boote waren nicht mehr gefährdet. Jetzt stieg der Skipper mit Gummiboots Leine ins Wasser, schwamm einmal um die Boje, knotete die Leine wieder fest, löste die Bojenleine und verließ wieder den Hafen. | Wir liegen also friedlich am Schwimmsteg vor Heckboje, links neben uns niemand mehr. Da kommt eine Familie mit einer größeren Beneteau rein und steuert zwei Plätze links von uns an. Was auffällt: Die haben keinen Bojenhaken. Die Dame des Hauses steht an der Reling mit der blanken Leine in der Hand. Der Herr des Hauses steuert, ein zehnjähriges Mädchen steht mit Leine am Bugkorb, der kleinere Junge hält im Cockpit die Füße still. So, jetzt ist die Boje querab, und eigentlich kann man bei langsamer Fahrt in so einen Ring einen Palstek knoten. Ging aber nicht. Also hat der Skipper Vollstop gemacht, um seiner Frau Zeit für den Knoten zu geben. Das gelang dann auch. Und nun: Mittlere Fahrt voraus. Aber der Wind hatte das Boot inzwischen 90° rumgedreht und es nahm Kurs auf unser Cockpit. 6 oder 7 tons mit Bugspriet versuchen mich zu rammen Alles brüllt, bei uns an Bord, 4 Mann am Steg, das Kind - ich kann gerade noch den Bugspriet erwischen und gegenhalten, und glücklicherweise gab ja unsere Boje auch noch etwas nach. Gut, da hatte der Mann schon ausgekuppelt, und vor Schreck gleich wieder eingekuppelt, rückwärts. Jetzt fuhr der Zossen rückwärts, aber rechts von seiner Boje, an der er immer noch fest war, das Gummiboot aber, was nicht kurz angebunden war, schwamm auf der anderen Seite. Ergebnis: Das Boot hing mit dem Heck zum Wind mittels Bojenleine und Schlauchbootschleppleine an der Boje. Andere Boote waren nicht mehr gefährdet. Jetzt stieg der Skipper mit Gummiboots Leine ins Wasser, schwamm einmal um die Boje, knotete die Leine wieder fest, löste die Bojenleine und verließ wieder den Hafen. | ||
27. Juli ... und wieder mal Nynäshamn | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
27. Juli - ... und wieder mal Nynäshamn </div> | |||
Die goldenen Tage sind vorbei, so scheint es. Obwohl der Luftdruck immer noch auf 2020 festgenagelt ist erzählt der schwedische Wetterbericht etwas von a) Regen ab heute Nacht, b) heftigen Gewittern, c) Starkwind bis 19 m/s die nächsten Tage und d) das Ganze aus West. Gefällt das jemandem? Uns nicht. Wir verkrümeln uns ins nahe Nynäshamn, und das füllt sich überraschend schnell. Scheint so, als ob die anderen das Wetter auch nicht mögen. Dann werden das eben Lesetage. | Die goldenen Tage sind vorbei, so scheint es. Obwohl der Luftdruck immer noch auf 2020 festgenagelt ist erzählt der schwedische Wetterbericht etwas von a) Regen ab heute Nacht, b) heftigen Gewittern, c) Starkwind bis 19 m/s die nächsten Tage und d) das Ganze aus West. Gefällt das jemandem? Uns nicht. Wir verkrümeln uns ins nahe Nynäshamn, und das füllt sich überraschend schnell. Scheint so, als ob die anderen das Wetter auch nicht mögen. Dann werden das eben Lesetage. | ||
Als wir übrigens um die Ecke biegen in Nynäshamn sieht man nur die Hälfte der Stadt. Der Rest ist von MSC Seaview verdeckt. Die ist genauso hoch wie die Wohnblocks der Stadt. Macht aber - genau wie wir - nur mit einer Heckboje fest | Als wir übrigens um die Ecke biegen in Nynäshamn sieht man nur die Hälfte der Stadt. Der Rest ist von MSC Seaview verdeckt. Die ist genauso hoch wie die Wohnblocks der Stadt. Macht aber - genau wie wir - nur mit einer Heckboje fest | ||
29. Juli Eingeweht in Nynäshamn | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
29. Juli - Eingeweht in Nynäshamn </div> | |||
Natürlich nicht "richtig" eingeweht, aber Böen von 17 m/s hier im Windschatten der ganzen Stadt sind uns einfach zu viel. Gestern und letzte Nacht Gewitter, das Barometer hat es schon auf 999 geschafft. Segelspaß mit über 70 bedeutet was anderes als damals in den 70ern. | Natürlich nicht "richtig" eingeweht, aber Böen von 17 m/s hier im Windschatten der ganzen Stadt sind uns einfach zu viel. Gestern und letzte Nacht Gewitter, das Barometer hat es schon auf 999 geschafft. Segelspaß mit über 70 bedeutet was anderes als damals in den 70ern. | ||
A propos 70er: Nynäshamn hat einen großen Hafen mit vielen, vielen Booten, viele davon sehr groß, viele auch sehr hässlich. Und dann kommt da einer um die Ecke: Klein, blau, vier Leute drauf. Rumpf und Rigg sagen: Der ist aus dem letzten Jahrhundert. Der Aufbau sagt: Das ist eine Arpège! | A propos 70er: Nynäshamn hat einen großen Hafen mit vielen, vielen Booten, viele davon sehr groß, viele auch sehr hässlich. Und dann kommt da einer um die Ecke: Klein, blau, vier Leute drauf. Rumpf und Rigg sagen: Der ist aus dem letzten Jahrhundert. Der Aufbau sagt: Das ist eine Arpège! | ||
Manch einer kennt ja inzwischen meine Vorliebe für die Boote meiner Jugend. Die Dufour Arpège war seinerzeit mein Traum. Als Student in Kiel gab es in den 70ern noch keines dieser tollen Boote, aber in Zeitschriftenartikeln habe ich jeden Bericht über die verschlungen. Was für ein Schiff! Ganz aus Kunststoff gebaut, superleichtes Balsaholzsandwichdeck, enorm breit - und gewinnt dann jedes Halbtonnerrennen. Das war das Einstiegsmodell von Michel Dufour. | Manch einer kennt ja inzwischen meine Vorliebe für die Boote meiner Jugend. Die Dufour Arpège war seinerzeit mein Traum. Als Student in Kiel gab es in den 70ern noch keines dieser tollen Boote, aber in Zeitschriftenartikeln habe ich jeden Bericht über die verschlungen. Was für ein Schiff! Ganz aus Kunststoff gebaut, superleichtes Balsaholzsandwichdeck, enorm breit - und gewinnt dann jedes Halbtonnerrennen. Das war das Einstiegsmodell von Michel Dufour. | ||
Heute sieht man die kaum noch, weil manches an der Bauweise eben doch nicht für die Ewigkeit gemacht war. Umso mehr erfreut der Anblick dieses toll restaurierten Exemplars, noch dazu in Schweden, wo es keiner vermutet. | Heute sieht man die kaum noch, weil manches an der Bauweise eben doch nicht für die Ewigkeit gemacht war. Umso mehr erfreut der Anblick dieses toll restaurierten Exemplars, noch dazu in Schweden, wo es keiner vermutet. | ||
1. August Wie im Fernsehen - Wiederholungen | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
1. August - Wie im Fernsehen - Wiederholungen </div> | |||
Jetzt war aber Schluss mit Stadtleben in Nynäshamn. Der Wind wurde weniger, der Regen verzog sich, das Barometer geruhte wieder über 1.000 hPa zu gehen. Wir sind los, und zwar wieder durch den Dragets-Kanal und wieder nach Rassa Vikar. Uns stand der Sinn nach Natur. Ausgewählt haben wir wegen Windrichtung und -stärke (nachts soll es noch mal 14 m/s geben) diesmal den Nordarm der Bucht. | Jetzt war aber Schluss mit Stadtleben in Nynäshamn. Der Wind wurde weniger, der Regen verzog sich, das Barometer geruhte wieder über 1.000 hPa zu gehen. Wir sind los, und zwar wieder durch den Dragets-Kanal und wieder nach Rassa Vikar. Uns stand der Sinn nach Natur. Ausgewählt haben wir wegen Windrichtung und -stärke (nachts soll es noch mal 14 m/s geben) diesmal den Nordarm der Bucht. | ||
Das passt hier: Wälderrauschen statt Verkehrsrauschen, Adlerschreie statt Kinderschreie, Auerhuhnrufe statt Hundebellen - Schweden zeigt sich von seiner besten Seite. Das Rauschen der Bäume zeigt an, dass es draußen wirklich fetzt, hier in der Bucht kommt dank der hohen Felsen und Bäume nur ein leichter Wind an. | Das passt hier: Wälderrauschen statt Verkehrsrauschen, Adlerschreie statt Kinderschreie, Auerhuhnrufe statt Hundebellen - Schweden zeigt sich von seiner besten Seite. Das Rauschen der Bäume zeigt an, dass es draußen wirklich fetzt, hier in der Bucht kommt dank der hohen Felsen und Bäume nur ein leichter Wind an. | ||
Aber beim Reinfahren haben wir gelernt, dass man in solch engen Einfahrten keine eigenen Vorstellungen entwickeln sollte. Für mich sah es einfach an der flachsten Stelle so aus, als ob ich dem Schilf StB ein bisschen ausweichen sollte. Und - schwupps - wurde das Boot langsamer, es schleifte so ein bisschen, und dann ging es wieder. Wir waren eben doch kurz aufgesessen, glücklicherweise war es Sand, was man hier eigentlich nicht erwartet. Die Lehre daraus: Halt dich an den Kursstrich in der Detailzeichnung, eigene Vorstellungen sind Spekulation. | Aber beim Reinfahren haben wir gelernt, dass man in solch engen Einfahrten keine eigenen Vorstellungen entwickeln sollte. Für mich sah es einfach an der flachsten Stelle so aus, als ob ich dem Schilf StB ein bisschen ausweichen sollte. Und - schwupps - wurde das Boot langsamer, es schleifte so ein bisschen, und dann ging es wieder. Wir waren eben doch kurz aufgesessen, glücklicherweise war es Sand, was man hier eigentlich nicht erwartet. Die Lehre daraus: Halt dich an den Kursstrich in der Detailzeichnung, eigene Vorstellungen sind Spekulation. | ||
2. August Fifång Sörviken | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
2. August - Fifång Sörviken </div> | |||
Was für ein Ententeich, in dem wir da geankert haben. Laut Wetterstationen fetzte es draußen gehörig, wir hörten auch die Bäume gewaltig rauschen, das Boot aber schwojte immer nur müde um seinen Anker. Heute morgen haben wir es tatsächlich geschafft, in der Flachen Ausfahrt immer schön im östlichen Drittel zu bleiben und nicht dem Drang nach der Mitte nachzugeben. Und, siehe da, wir kommen ohne Aufsetzer wieder raus. | Was für ein Ententeich, in dem wir da geankert haben. Laut Wetterstationen fetzte es draußen gehörig, wir hörten auch die Bäume gewaltig rauschen, das Boot aber schwojte immer nur müde um seinen Anker. Heute morgen haben wir es tatsächlich geschafft, in der Flachen Ausfahrt immer schön im östlichen Drittel zu bleiben und nicht dem Drang nach der Mitte nachzugeben. Und, siehe da, wir kommen ohne Aufsetzer wieder raus. | ||
Draußen wegen der hohen Felsen im Prinzip Wind aus allen Richtungen. Schoten dicht, Schoten fieren, halsen, wenden - alles drin. Dann sind wir an Öja vorbei und folgen nicht der Karawane gen Westen, sondern gehen nach Nordwest. Unser Ziel ist Fifång und dort ein kleiner Uthamn, den wir noch nicht kennen. Fifång liegt südöstlich von Trosa, eine ziemlich große Insel. Und der Uthamn gehört der Södertälje Båtsällskap, denn Södertälje ist auch nicht mehr weit weg. Der Hafen ist eigentlich kein Hafen, nur eine Steganlage, in der man mit Heckanker festmacht. Kein Strom, kein Wasser, aber saugemütlich und toll gelegen. | Draußen wegen der hohen Felsen im Prinzip Wind aus allen Richtungen. Schoten dicht, Schoten fieren, halsen, wenden - alles drin. Dann sind wir an Öja vorbei und folgen nicht der Karawane gen Westen, sondern gehen nach Nordwest. Unser Ziel ist Fifång und dort ein kleiner Uthamn, den wir noch nicht kennen. Fifång liegt südöstlich von Trosa, eine ziemlich große Insel. Und der Uthamn gehört der Södertälje Båtsällskap, denn Södertälje ist auch nicht mehr weit weg. Der Hafen ist eigentlich kein Hafen, nur eine Steganlage, in der man mit Heckanker festmacht. Kein Strom, kein Wasser, aber saugemütlich und toll gelegen. | ||
4. August Langö | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
4. August - Langö </div> | |||
In Fifang sind wir einen Tag geblieben. Das ist eine ganz herrliche Insel. Das Ganze ist ein riesiges Naturreservat, war früher mal landwirtschaftlich bewirtschaftet. Das Bauernhaus ist jetzt das Klubhaus des Segelklubs. Die Insel bedecken ausgedehnte , uralte Wälder. Ein für Skandinavien ganz untypischer Mischwald, in dem nicht nur Kiefern, Fichten und Birken stehen, sondern auch Eichen, Ahorn, Kastanien und vieles mehr. Mal ein Beispiel für eine der uralten Eichen: | In Fifang sind wir einen Tag geblieben. Das ist eine ganz herrliche Insel. Das Ganze ist ein riesiges Naturreservat, war früher mal landwirtschaftlich bewirtschaftet. Das Bauernhaus ist jetzt das Klubhaus des Segelklubs. Die Insel bedecken ausgedehnte , uralte Wälder. Ein für Skandinavien ganz untypischer Mischwald, in dem nicht nur Kiefern, Fichten und Birken stehen, sondern auch Eichen, Ahorn, Kastanien und vieles mehr. Mal ein Beispiel für eine der uralten Eichen: | ||
Vom Westufer der Insel hat man schon einen guten Blick auf da Fahrwasser nach Trosa: | Vom Westufer der Insel hat man schon einen guten Blick auf da Fahrwasser nach Trosa: | ||
Die heutigen Pächter (der Segelklub) haben wohl viel Verständnis für altes Gerät. Überall stehen noch die Gerätschaften des Bauern rum und rosten vor sich hin. | Die heutigen Pächter (der Segelklub) haben wohl viel Verständnis für altes Gerät. Überall stehen noch die Gerätschaften des Bauern rum und rosten vor sich hin. | ||
Jetzt aber weiter nach Westen. Bei Schlappwind langsam durch die vielen Engstellen, natürlich wieder durch die S-Kurve bei Stendörren, und dann raus aus dem Fahrwasser nach Norden. Dort, nördlich der Insel Langö, liegt eine bezaubernde kleine Bucht. Passt nur ein Boot rein, und das sind wir. Anker fällt auf nur 3 m Tiefe, und Ruhe ist. | Jetzt aber weiter nach Westen. Bei Schlappwind langsam durch die vielen Engstellen, natürlich wieder durch die S-Kurve bei Stendörren, und dann raus aus dem Fahrwasser nach Norden. Dort, nördlich der Insel Langö, liegt eine bezaubernde kleine Bucht. Passt nur ein Boot rein, und das sind wir. Anker fällt auf nur 3 m Tiefe, und Ruhe ist. | ||
Von wegen Ruhe! Nach der großen Schwimmtour beim Abtrocknen: "Was hast du denn da für eine rote Stelle? Da ist ja auch ein kleiner schwarzer Punkt drin." Eine Zecke. Mist. Pinzette geholt und raus damit. Dann gegenseitig abgesucht: Jeder hatte doch tatsächlich 4 von diesen Viechern, alle noch sehr klein und frisch. Wir haben vor denen ziemlichen Respekt. Vor 20 Jahren hatten wir uns hier einmal beide eine FSME eingefangen und seitdem gelernt, dass die Stockholmer Schären komplett mit Zecken und dem FSME-Virus durchseucht sind. Und gestern der große Waldspaziergang hat dann wohl gereicht, den Herrschaften den Weg zu uns zu ebnen. | Von wegen Ruhe! Nach der großen Schwimmtour beim Abtrocknen: "Was hast du denn da für eine rote Stelle? Da ist ja auch ein kleiner schwarzer Punkt drin." Eine Zecke. Mist. Pinzette geholt und raus damit. Dann gegenseitig abgesucht: Jeder hatte doch tatsächlich 4 von diesen Viechern, alle noch sehr klein und frisch. Wir haben vor denen ziemlichen Respekt. Vor 20 Jahren hatten wir uns hier einmal beide eine FSME eingefangen und seitdem gelernt, dass die Stockholmer Schären komplett mit Zecken und dem FSME-Virus durchseucht sind. Und gestern der große Waldspaziergang hat dann wohl gereicht, den Herrschaften den Weg zu uns zu ebnen. | ||
5. August Snedskär | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
5. August - Snedskär </div> | |||
... und wieder mal Snedskär. Das ist irgendwie wie nach Hause kommen, wenn man in diesen netten Hafen einläuft, freundlich begrüßt wird, zum Essen eingeladen wird - schön. | ... und wieder mal Snedskär. Das ist irgendwie wie nach Hause kommen, wenn man in diesen netten Hafen einläuft, freundlich begrüßt wird, zum Essen eingeladen wird - schön. | ||
Heute Morgen gings bei schwachem Wind raus aus der Bucht und ab nach Westen durch das hier ziemlich enge Fahrwasser. Wie eng? Na, so eng: | Heute Morgen gings bei schwachem Wind raus aus der Bucht und ab nach Westen durch das hier ziemlich enge Fahrwasser. Wie eng? Na, so eng: | ||
Der eingezeichnete Maßstab sind 250 m. Aber glücklicherweise haben die Schweden ein Herz für unsereins und schreiben an jedes Leuchtfeuer dran, wie es heißt. | Der eingezeichnete Maßstab sind 250 m. Aber glücklicherweise haben die Schweden ein Herz für unsereins und schreiben an jedes Leuchtfeuer dran, wie es heißt. | ||
Dann, bei Oxelösund im freien Wasser, dreht der Wind ganz brav auf Südost, frischt auf bis 8 m/s, und wir rauschen mit 7 kn trotz Kleinwinzig (unser Schlauchboot) im Schlepp gen Arkösund. 5 Std für 28 Meilen, das war Segeln vom Feinsten. Noch zu erwähnen, dass wieder keine Wolke am Himmel war. | Dann, bei Oxelösund im freien Wasser, dreht der Wind ganz brav auf Südost, frischt auf bis 8 m/s, und wir rauschen mit 7 kn trotz Kleinwinzig (unser Schlauchboot) im Schlepp gen Arkösund. 5 Std für 28 Meilen, das war Segeln vom Feinsten. Noch zu erwähnen, dass wieder keine Wolke am Himmel war. | ||
7. August Schweinewetter - Kuchenbude - Mehr sag ich nich. | |||
8. August Regen? - Sauna! | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
7. August - '''Schweinewetter - Kuchenbude - Mehr sag ich nich.''' </div> | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
8. August - Regen? - Sauna! </div> | |||
Das mit dem schlechten Wetter hört nicht auf und wir sind immer noch in Snedskär. Eine interessante Tierwelt haben die hier. Regelmäßig kreisen zwei große Seeadler über der Bucht, und etwas viel Kleineres beäugt uns neugierig auf unserem Steg: Ein Nerz. Der scheint an Menschen gewöhnt zu sein, denn seine Fluchtdistanz beträgt nicht mal 10 m. Er scheint auf dem Schwimmsteg mit seinen zahlreichen Zwischenbrücken zu wohnen, denn man sieht ihn da recht oft. Bei den schweren Regenschauern kann man auch beobachten, wieviel an so einem Tier wirklich Tier ist, und wieviel Fell. Wenn es nass wird schrumpft so ein Tierchen nämlich um etwa die Hälfte. | Das mit dem schlechten Wetter hört nicht auf und wir sind immer noch in Snedskär. Eine interessante Tierwelt haben die hier. Regelmäßig kreisen zwei große Seeadler über der Bucht, und etwas viel Kleineres beäugt uns neugierig auf unserem Steg: Ein Nerz. Der scheint an Menschen gewöhnt zu sein, denn seine Fluchtdistanz beträgt nicht mal 10 m. Er scheint auf dem Schwimmsteg mit seinen zahlreichen Zwischenbrücken zu wohnen, denn man sieht ihn da recht oft. Bei den schweren Regenschauern kann man auch beobachten, wieviel an so einem Tier wirklich Tier ist, und wieviel Fell. Wenn es nass wird schrumpft so ein Tierchen nämlich um etwa die Hälfte. | ||
Was macht man bei einem solchen Wetter? Lesen, und - Sauna! Die hier ist mit Holz geheizt, das man sich erst mal mit der Schubkarre holen muss. Anheizzeit fast eine Stunde, dann aber gibt es 85° C. Schwitz! | Was macht man bei einem solchen Wetter? Lesen, und - Sauna! Die hier ist mit Holz geheizt, das man sich erst mal mit der Schubkarre holen muss. Anheizzeit fast eine Stunde, dann aber gibt es 85° C. Schwitz! | ||
Als wir nach dem Abkühlbad auf der Terrasse vor der Sauna sitzen, schwimmt was dicht am Ufer vorbei. Wieder der Nerz? Nein, viel größer. Sieht ein bisschen aus wie Nessie im Kleinformat. Das war doch tatsächlich ein Fischotter. Das ist ja hier fast wie im Zoo. | Als wir nach dem Abkühlbad auf der Terrasse vor der Sauna sitzen, schwimmt was dicht am Ufer vorbei. Wieder der Nerz? Nein, viel größer. Sieht ein bisschen aus wie Nessie im Kleinformat. Das war doch tatsächlich ein Fischotter. Das ist ja hier fast wie im Zoo. | ||
10. August Stugvik | |||
Gestern ging's weiter. Nach Süden. Von unseren Gastgebern hatten wir aber etwas gelernt. Unser Lieblingsfahrwasser südlich von Arkösund heißt gar nicht mehr "Kronleden", sondern "Yttre | |||
Skutleden". "Yttre"? Da muss es doch auch ein "Inre" geben, oder? Richtig, haben sie uns alles gezeigt. Es ist ein schönes TickiTacki parallel zum Hauptfahrwasser, etwa 2 sm weiter westlich. Und wie im "Yttre" ist es spärlich betonnt, aber tief und rein. Das war gut, denn bei dem überwiegenden Südwest war viel Kreuzen angesagt. | <div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | ||
10. August - Stugvik </div> | |||
Gestern ging's weiter. Nach Süden. Von unseren Gastgebern hatten wir aber etwas gelernt. Unser Lieblingsfahrwasser südlich von Arkösund heißt gar nicht mehr "Kronleden", sondern "Yttre Skutleden". "Yttre"? Da muss es doch auch ein "Inre" geben, oder? Richtig, haben sie uns alles gezeigt. Es ist ein schönes TickiTacki parallel zum Hauptfahrwasser, etwa 2 sm weiter westlich. Und wie im "Yttre" ist es spärlich betonnt, aber tief und rein. Das war gut, denn bei dem überwiegenden Südwest war viel Kreuzen angesagt. | |||
Und am Südausgang sagte der Blick zum Himmel: "Ankerplatz suchen. Schlechtwetter kommt". Das kam dann auch, deswegen gibt es hiervon keine Fotos. Aber einen schönen Ankerplatz gab es auch. Etwas unspektakulär, aber sehr ruhig. Einziges Boot in der großen Bucht. Sunnantäpsflagen ist der unaussprechliche Name dieser Bucht. Liegt nur durch Väggö getrennt westlich vom Hauptfahrwasser. Und dann fing es vielleicht an zu pladdern, der Regen hat richtig die Sicht eingeschränkt. Und dann kam im strömenden Regen noch ein Boot um die Ecke, ein Deutscher. Parkte direkt neben uns. Die Armen - nass wie die Pudel. | Und am Südausgang sagte der Blick zum Himmel: "Ankerplatz suchen. Schlechtwetter kommt". Das kam dann auch, deswegen gibt es hiervon keine Fotos. Aber einen schönen Ankerplatz gab es auch. Etwas unspektakulär, aber sehr ruhig. Einziges Boot in der großen Bucht. Sunnantäpsflagen ist der unaussprechliche Name dieser Bucht. Liegt nur durch Väggö getrennt westlich vom Hauptfahrwasser. Und dann fing es vielleicht an zu pladdern, der Regen hat richtig die Sicht eingeschränkt. Und dann kam im strömenden Regen noch ein Boot um die Ecke, ein Deutscher. Parkte direkt neben uns. Die Armen - nass wie die Pudel. | ||
Heute dann bei bestem Wetter und fast Flaute, allmählich aber mehr Wind, weiter gen Süden. Und wie vorhergesagt kam der aus überwiegend Süd, also auch heute Kreuzen. In dem ruhigen Wasser ging das aber ab wie Schmidts Katze. Bis - ja bis wieder diese komischen schwarzen Wolken sehr schnell auftauchten. Das sah nicht gut aus. Dann wollen wir mal die Reise heute abbrechen und en trockenes Plätzchen suchen. In der Nähe ist Stugvik auf Stora Alö, ein Uthamn des Kryssarklubben. Dorthin also und für die letzten 1 1/2 Meilen Maschine an, denn es geht genau gegenan. Mist, der Regen erwischt uns doch noch kurz vor dem Anlegen, aber nur kurz. Wir verzichten auf Segelpersenninge, Leinen aufschießen und so, und erst mal unter Deck. Und dann geht das richtig los mit dem Regen, mehr als eine Stunde lang. Zeit für Mittagsschlaf. | Heute dann bei bestem Wetter und fast Flaute, allmählich aber mehr Wind, weiter gen Süden. Und wie vorhergesagt kam der aus überwiegend Süd, also auch heute Kreuzen. In dem ruhigen Wasser ging das aber ab wie Schmidts Katze. Bis - ja bis wieder diese komischen schwarzen Wolken sehr schnell auftauchten. Das sah nicht gut aus. Dann wollen wir mal die Reise heute abbrechen und en trockenes Plätzchen suchen. In der Nähe ist Stugvik auf Stora Alö, ein Uthamn des Kryssarklubben. Dorthin also und für die letzten 1 1/2 Meilen Maschine an, denn es geht genau gegenan. Mist, der Regen erwischt uns doch noch kurz vor dem Anlegen, aber nur kurz. Wir verzichten auf Segelpersenninge, Leinen aufschießen und so, und erst mal unter Deck. Und dann geht das richtig los mit dem Regen, mehr als eine Stunde lang. Zeit für Mittagsschlaf. | ||
Der Hafen ist nicht sonderlich ausgelastet, wie man an den vielen ungenutzten Bojen sieht. Die Saison geht zu Ende. | Der Hafen ist nicht sonderlich ausgelastet, wie man an den vielen ungenutzten Bojen sieht. Die Saison geht zu Ende. | ||
11. August Kungshamn | |||
Beim Aufwachen erst mal Vollflaute. 0,0 m/s. Das ändert sich erst gegen 09:00 h und wir legen ab - natürlich gen Süden. Der Wind ist so lala, immer so um 2 m/s. Wenn er das aus West macht, kommen | |||
wir gut voran, gelegentlich schaltet er um auf Nordwest, dann muss der Jockel mithelfen, sonst bleiben wir stehen. Das ist etwas mühsam, aber die schöne Umgebung entschädigt uns. Wie man sieht, wohnen manche Schweden auch recht hübsch, auch wenn ein Seezeichen in ihrem Garten steht. | <div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | ||
11. August - Kungshamn </div> | |||
Beim Aufwachen erst mal Vollflaute. 0,0 m/s. Das ändert sich erst gegen 09:00 h und wir legen ab - natürlich gen Süden. Der Wind ist so lala, immer so um 2 m/s. Wenn er das aus West macht, kommen wir gut voran, gelegentlich schaltet er um auf Nordwest, dann muss der Jockel mithelfen, sonst bleiben wir stehen. Das ist etwas mühsam, aber die schöne Umgebung entschädigt uns. Wie man sieht, wohnen manche Schweden auch recht hübsch, auch wenn ein Seezeichen in ihrem Garten steht. | |||
Gegen Mittag verheißen die Wolken im Westen gar nichts Gutes, der Wind kommt immer noch nicht, und so geben wir unseren Plan Västervik auf und fahren rechts ab in eine Ankerbucht, die für alle drei Windrichtungen aus der Wetterprognose für die Nacht bestens geeignet ist. Kungshamn auf Kårö, direkt am Fahrwasser. Da sind wir jetzt erst mal alleine, auch im Fahrwasser ist kaum was los. Ringsherum viel Wald, nur einige nackte Felsen. Auf denen blüht die Heide. Ist denn bald Herbst? | Gegen Mittag verheißen die Wolken im Westen gar nichts Gutes, der Wind kommt immer noch nicht, und so geben wir unseren Plan Västervik auf und fahren rechts ab in eine Ankerbucht, die für alle drei Windrichtungen aus der Wetterprognose für die Nacht bestens geeignet ist. Kungshamn auf Kårö, direkt am Fahrwasser. Da sind wir jetzt erst mal alleine, auch im Fahrwasser ist kaum was los. Ringsherum viel Wald, nur einige nackte Felsen. Auf denen blüht die Heide. Ist denn bald Herbst? | ||
Und dann machen die Wolken ernst, es grummelt um uns herum in drei Richtungen, nahe Wolken haben solche Schleier unter sich - wir tauchen mal ab unter Deck. | Und dann machen die Wolken ernst, es grummelt um uns herum in drei Richtungen, nahe Wolken haben solche Schleier unter sich - wir tauchen mal ab unter Deck. | ||
12. August St. Vippholmen | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
12. August - St. Vippholmen </div> | |||
Iiiiihh! Heute beim Frühschwimmen die erste Qualle dieses Sommers. Iiiiihh! | Iiiiihh! Heute beim Frühschwimmen die erste Qualle dieses Sommers. Iiiiihh! | ||
Gestern Abend kriegten wir übrigens noch einen Nachbarlieger, eine Amel 54. Größer geht immer. Dafür werden wir vom Wetter entschädigt. Statt vorhergesagte Flaute konstanter Westwind mit 3 - 7 m/s - ideal, um nach Süden zu kommen. | |||
Gestern Abend kriegten wir übrigens noch einen Nachbarlieger, eine deutsche Amel 54. Größer geht immer. Dafür werden wir vom Wetter entschädigt. Statt vorhergesagte Flaute konstanter Westwind mit 3 - 7 m/s - ideal, um nach Süden zu kommen. | |||
Unter solchen Idealbedingungen fahren wir natürlich nicht nach Västervik, wo wir eigentlich einkaufen wollten. Das kann noch warten. Die Gewässer um Västervik haben aber interessante Gäste auf ihren Leuchtfeuern: | Unter solchen Idealbedingungen fahren wir natürlich nicht nach Västervik, wo wir eigentlich einkaufen wollten. Das kann noch warten. Die Gewässer um Västervik haben aber interessante Gäste auf ihren Leuchtfeuern: | ||
Der Junge ist wohl irgendwie nass geworden. Ist doch kein Kormoran, aber sowas! | Der Junge ist wohl irgendwie nass geworden. Ist doch kein Kormoran, aber sowas! | ||
Wir rauschen weiter, an Idö (Hafen ist leer) und der Sparö Bak vorbei, ab nach Stora Vippholmen. Und dort: Leine an die Boje, Motor aus, platsch ins Wasser - denn hier gibt es keine Quallen, ätsch! | Wir rauschen weiter, an Idö (Hafen ist leer) und der Sparö Bak vorbei, ab nach Stora Vippholmen. Und dort: Leine an die Boje, Motor aus, platsch ins Wasser - denn hier gibt es keine Quallen, ätsch! | ||
14. August Figeholm | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
14. August - Figeholm </div> | |||
Gestern nach Figeholm, ein für jede Reiserichtung gesetzter Hafen. Und der Wind kommt von wo? Natürlich von Süd, also von vorne. Da gibt es keine Schärentour, sondern raus und ein langer Schlag auf die offene See. Und da, da kommt die Blå Jungfrun in Sicht, der Nordeingang zum Kalmarsund. Eigentlich geht der Kurs jetzt direkt in die Hafeneinfahrt von Sandvik auf Öland, aber Ziel ist Ziel, Wende, und ab nach Figeholm. Dort das vertraute Bild: | Gestern nach Figeholm, ein für jede Reiserichtung gesetzter Hafen. Und der Wind kommt von wo? Natürlich von Süd, also von vorne. Da gibt es keine Schärentour, sondern raus und ein langer Schlag auf die offene See. Und da, da kommt die Blå Jungfrun in Sicht, der Nordeingang zum Kalmarsund. Eigentlich geht der Kurs jetzt direkt in die Hafeneinfahrt von Sandvik auf Öland, aber Ziel ist Ziel, Wende, und ab nach Figeholm. Dort das vertraute Bild: | ||
Anlegen ist ein bisschen schwierig. Für die erwarteten West- und Südwinde wollen wir eigentlich auf die Nordostseite des Anlegers, aber da ist zwischen den Schiffen immer nur Platz für vielleicht ein Folkeboot, nicht für uns. Eine Heckboje ist zwar frei, aber dazwischenquetschen geht nicht. Auf einem deutschen Boot ist die Crew an Bord. Also die mal angesprochen: "Könnt ihr die Boje nach Steuerbord nehmen, dann passen wir dazwischen?" Immerhin eine Dehler 34 mit hinten 3,60 m Breite. Da würde schon was passieren im Platzangebot. "Nee, dann kommen wir zu nah an das Nachbarboot, das will meine Frau nicht". Aha! Aber da wir den Hafen gut kennen und auch seine Untiefen am Ende dieser Brücke chinchen wir kurz die Bojenleine um, fahren einen etwas krummen Bogen und liegen nun neben diesem Kollegen, allerdings auf Fenderdistanz. Ob das jetzt seiner Frau gefällt? Nee. Eine Stunde später ist die Bojenleine auf Stb und die Vorleinen einen Ring weiter gerückt. Na sowas! Und dann erst mal für 3 Std. Gewitter. | Anlegen ist ein bisschen schwierig. Für die erwarteten West- und Südwinde wollen wir eigentlich auf die Nordostseite des Anlegers, aber da ist zwischen den Schiffen immer nur Platz für vielleicht ein Folkeboot, nicht für uns. Eine Heckboje ist zwar frei, aber dazwischenquetschen geht nicht. Auf einem deutschen Boot ist die Crew an Bord. Also die mal angesprochen: "Könnt ihr die Boje nach Steuerbord nehmen, dann passen wir dazwischen?" Immerhin eine Dehler 34 mit hinten 3,60 m Breite. Da würde schon was passieren im Platzangebot. "Nee, dann kommen wir zu nah an das Nachbarboot, das will meine Frau nicht". Aha! Aber da wir den Hafen gut kennen und auch seine Untiefen am Ende dieser Brücke chinchen wir kurz die Bojenleine um, fahren einen etwas krummen Bogen und liegen nun neben diesem Kollegen, allerdings auf Fenderdistanz. Ob das jetzt seiner Frau gefällt? Nee. Eine Stunde später ist die Bojenleine auf Stb und die Vorleinen einen Ring weiter gerückt. Na sowas! Und dann erst mal für 3 Std. Gewitter. | ||
Heute ging dann das volle Programm los: Fock runter und verpackt, Genua hoch. Das Schlauchboot geputzt (hatte doch tatsächlich Seepocken), zusammengerollt und wieder unter die Vorschiffskojen, Strecktaue (bzw. Streckbänder) gespannt, eine Waschmaschine nach der anderen, umschichten der letzten Vorräte von unter den Kojen in Reichweite. Wir bereiten sozusagen einen 5-wöchigen Segeltörn vor - nach Hause auf irgendwelchen Wegen. | Heute ging dann das volle Programm los: Fock runter und verpackt, Genua hoch. Das Schlauchboot geputzt (hatte doch tatsächlich Seepocken), zusammengerollt und wieder unter die Vorschiffskojen, Strecktaue (bzw. Streckbänder) gespannt, eine Waschmaschine nach der anderen, umschichten der letzten Vorräte von unter den Kojen in Reichweite. Wir bereiten sozusagen einen 5-wöchigen Segeltörn vor - nach Hause auf irgendwelchen Wegen. | ||
Der Harbormaster of the Day hat übrigens ein hochinteressantes Auto: Einen Subaru SVX von 1991. | Der Harbormaster of the Day hat übrigens ein hochinteressantes Auto: Einen Subaru SVX von 1991. | ||
6-Zylinder Boxermotor, Allradantrieb, 230 PS, und das Ganze in einem exzellenten Pflegezustand. Eine absolute Rarität. Als ich mich für die Karosse interessiere, schmunzelt er. | 6-Zylinder Boxermotor, Allradantrieb, 230 PS, und das Ganze in einem exzellenten Pflegezustand. Eine absolute Rarität. Als ich mich für die Karosse interessiere, schmunzelt er. | ||
15. August Oskarshamn | |||
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15. August - Oskarshamn </div> | |||
Mann, war das friedlich heute Morgen. | Mann, war das friedlich heute Morgen. | ||
Und dann erzählt der Wetterbericht auch noch was von zwar 10 - 12 m/s, aber aus West. Das passt. Da fahren wir heute doch los gen Süden. Großsegel wird wieder mal erst gar nicht ausgepackt, unsere Genua schafft sowas auch alleine. Raus aus den Schären, Genua ausgerollt, und ab ging die Post. Sofort gute 7 knots. Aber dann, als die Abdeckung langsam verschwand. kam die Kalmarsundwelle, genauer: der Kalmarsundhack. Das war ganz schnell 1 m. Aber was schlimmer war: Der Wind wollte nicht auf West, der blieb bei Süd-Südwest, und legte zu. Basiswindstärke 11 m/s, Böen bis 14 m/s. Da musste selbst die Genua noch etwas eingerollt werden, und trotzdem hatten wir | Und dann erzählt der Wetterbericht auch noch was von zwar 10 - 12 m/s, aber aus West. Das passt. Da fahren wir heute doch los gen Süden. Großsegel wird wieder mal erst gar nicht ausgepackt, unsere Genua schafft sowas auch alleine. Raus aus den Schären, Genua ausgerollt, und ab ging die Post. Sofort gute 7 knots. Aber dann, als die Abdeckung langsam verschwand. kam die Kalmarsundwelle, genauer: der Kalmarsundhack. Das war ganz schnell 1 m. Aber was schlimmer war: Der Wind wollte nicht auf West, der blieb bei Süd-Südwest, und legte zu. Basiswindstärke 11 m/s, Böen bis 14 m/s. Da musste selbst die Genua noch etwas eingerollt werden, und trotzdem hatten wir | ||
grünes Wasser in Lee an Deck. Nee, keine Lust mehr. Als wir das große Fahrwasser nach Oskarshamn rein kreuzen steht fest: Hier wird abgebrochen. Segel weg, Motor an, und die gut 2 sm nach Orskarshamn reinmotort. Und hier, in der Abdeckung von 20 m hohen Felsen und einer Stadt, misst der Windy immer noch stundelang bis zu 16 m/s. | grünes Wasser in Lee an Deck. Nee, keine Lust mehr. Als wir das große Fahrwasser nach Oskarshamn rein kreuzen steht fest: Hier wird abgebrochen. Segel weg, Motor an, und die gut 2 sm nach Orskarshamn reinmotort. Und hier, in der Abdeckung von 20 m hohen Felsen und einer Stadt, misst der Windy immer noch stundelang bis zu 16 m/s. | ||
Der Stadthafen dort hat ein eigenes Ambiente. | Der Stadthafen dort hat ein eigenes Ambiente. | ||
Gegenüber sind dann die Gästestege, die komplett leer sind. Die wenigen Boote liegen längsseits an der - sehr gut mit Holz bewehrten - Mole. | Gegenüber sind dann die Gästestege, die komplett leer sind. Die wenigen Boote liegen längsseits an der - sehr gut mit Holz bewehrten - Mole. | ||
Viel mehr als Boote gibt es hier allerdings Wohnmobile. | Viel mehr als Boote gibt es hier allerdings Wohnmobile. | ||
Das Städtchen selbst hat nette und blöde Ecken. Man muss das halt herausfinden. Eine Überraschung hat es parat: An einer Hausecke steht eine Bronzeskulptur. Ein hagerer Herr mit einem kleinen Ledertäschchen in der Rechten, links die Hundeleine, an der eine riesige Dogge hängt. Unverkennbar: Das ist Axel Munthe, der "Arzt von San Michele". Was soll der denn hier? Ganz einfach: Er steht gegenüber seinem Geburtshaus. Wieder was gelernt. | Das Städtchen selbst hat nette und blöde Ecken. Man muss das halt herausfinden. Eine Überraschung hat es parat: An einer Hausecke steht eine Bronzeskulptur. Ein hagerer Herr mit einem kleinen Ledertäschchen in der Rechten, links die Hundeleine, an der eine riesige Dogge hängt. Unverkennbar: Das ist Axel Munthe, der "Arzt von San Michele". Was soll der denn hier? Ganz einfach: Er steht gegenüber seinem Geburtshaus. Wieder was gelernt. | ||
17. August Oskarshamn | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
17. August - Oskarshamn </div> | |||
Also - gar nicht so blöd, das Städtchen. Versteckt seine Vorzüge am Anfang ein bisschen. Das ist etwa so wie in der losen Serie der ZEIT "Gestrandet in ...", wo es am Anfang immer hieß "Sie wollten nie nach ....... ? Jetzt sind Sie nun mal da." | Also - gar nicht so blöd, das Städtchen. Versteckt seine Vorzüge am Anfang ein bisschen. Das ist etwa so wie in der losen Serie der ZEIT "Gestrandet in ...", wo es am Anfang immer hieß "Sie wollten nie nach ....... ? Jetzt sind Sie nun mal da." | ||
Dicht beim Hafen versteckt sich eine sehr hübsche Wohnsiedlung mit verwinkelten alten Holzhäusern und sehr hübschen Gärten. Dann oben auf dem Felsen gibt es zwar viel moderne Bebauung, aber dazwischen immer wieder eindrucksvolle, sehr gepflegte Gründerzeitbauten, darunter auch eine sehr schöne, große Schule. Nur wenige 100 m vom Hafen bietet COOP einen riesigen, sehr gut sortierten Supermarkt, der auch - oh Wunder - nichtsüßes Brot hat!! Und schließlich: Der Hafen selbst ist erstklassig ausgebaut, alles funktioniert. Die Sanitäranlagen sind vom Feinsten und sehr gut erreichbar. | Dicht beim Hafen versteckt sich eine sehr hübsche Wohnsiedlung mit verwinkelten alten Holzhäusern und sehr hübschen Gärten. Dann oben auf dem Felsen gibt es zwar viel moderne Bebauung, aber dazwischen immer wieder eindrucksvolle, sehr gepflegte Gründerzeitbauten, darunter auch eine sehr schöne, große Schule. Nur wenige 100 m vom Hafen bietet COOP einen riesigen, sehr gut sortierten Supermarkt, der auch - oh Wunder - nichtsüßes Brot hat!! Und schließlich: Der Hafen selbst ist erstklassig ausgebaut, alles funktioniert. Die Sanitäranlagen sind vom Feinsten und sehr gut erreichbar. | ||
Also: Man kann ruhig mal nach Oskarshamn, nur hübsche Umgebung sollte man nicht erwarten. Und weil es heute regnet und für morgen noch mehr Regen angesagt ist, bleiben wir auch hier. Noch ist die Hälfte der Bordbibliothek ungelesen. | Also: Man kann ruhig mal nach Oskarshamn, nur hübsche Umgebung sollte man nicht erwarten. Und weil es heute regnet und für morgen noch mehr Regen angesagt ist, bleiben wir auch hier. Noch ist die Hälfte der Bordbibliothek ungelesen. | ||
19. August Kalmar | |||
Es regnet nicht mehr ! Und der Wind kommt aus der richtigen Richtung, nämlich West mit gaaanz leichter Südkomponente. Dafür aber mit Grundwindstärke 8 m/s und oft bis 11. Also: Schnelle Reise gen Süden, aber nur mit Genua. Das reicht im Mittel für 7 kn, und so sind wir auch schon kurz nach Mittag in Kalmar. Kurz vor dem Einlaufen kreuzt (im wahrsten Sinne des Wortes) noch diese Schönheit auf. | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
19. August - Kalmar </div> | |||
Es regnet nicht mehr! Und der Wind kommt aus der richtigen Richtung, nämlich West mit gaaanz leichter Südkomponente. Dafür aber mit Grundwindstärke 8 m/s und oft bis 11. Also: Schnelle Reise gen Süden, aber nur mit Genua. Das reicht im Mittel für 7 kn, und so sind wir auch schon kurz nach Mittag in Kalmar. Kurz vor dem Einlaufen kreuzt (im wahrsten Sinne des Wortes) noch diese Schönheit auf. | |||
Richtige Old-School-Segelführung. Klasse. Im Hafen zeigt sich dann, dass der noch einen Holzrumpf hat, erstklassig gepflegt, über Deck alles neu. Tolles Schiff. | Richtige Old-School-Segelführung. Klasse. Im Hafen zeigt sich dann, dass der noch einen Holzrumpf hat, erstklassig gepflegt, über Deck alles neu. Tolles Schiff. | ||
Wir machen im Gamle Hamn fest (dort liegt auch schon Lille Oe), denn im Ölandshamn liegen sie schon pickepackedicht, und außerdem steht dort immer noch der Wind rein, der vorerst nicht nachlässt. | Wir machen im Gamle Hamn fest (dort liegt auch schon Lille Oe), denn im Ölandshamn liegen sie schon pickepackedicht, und außerdem steht dort immer noch der Wind rein, der vorerst nicht nachlässt. | ||
Das ist unser erster Besuch hier seit 5 Jahren. In der Zwischenzeit hatten wir Kalmar gemieden wegen der Großbaustelle an der Uni, also direkt im Ölandshamn. Das ist jetzt alles fertig. Sieht ganz gut aus. Aber die nächste Baumaßnahme wird auch schon angedroht: Ein Hotel. | Das ist unser erster Besuch hier seit 5 Jahren. In der Zwischenzeit hatten wir Kalmar gemieden wegen der Großbaustelle an der Uni, also direkt im Ölandshamn. Das ist jetzt alles fertig. Sieht ganz gut aus. Aber die nächste Baumaßnahme wird auch schon angedroht: Ein Hotel. | ||
20. August Kristianopel | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
20. August - Kristianopel </div> | |||
Na, also! Wieder Westwind, wieder kein Regen, wieder so um die 10 m/s, wieder nur die Genua - und Rauschefahrt gen Süden, diesmal als Anlieger. Klappt aber. etwas Strom setzt gegenan, keine nennenswerte Welle. | Na, also! Wieder Westwind, wieder kein Regen, wieder so um die 10 m/s, wieder nur die Genua - und Rauschefahrt gen Süden, diesmal als Anlieger. Klappt aber. etwas Strom setzt gegenan, keine nennenswerte Welle. | ||
In Kristianopel ist der halbe Hafen schon (oder noch) belegt, drei Viertel deutsche Boote. Der etwas skurrile Hafenmeister ist nicht da, stattdessen steht ein moderner Bezahlautomat neben seinem Büro. Ist vielleicht nicht das Schlechteste, denn immer wenn der sich einmischte, gab es in irgendeiner Form Stress im Hafen. Heute alles superfriedlich. | In Kristianopel ist der halbe Hafen schon (oder noch) belegt, drei Viertel deutsche Boote. Der etwas skurrile Hafenmeister ist nicht da, stattdessen steht ein moderner Bezahlautomat neben seinem Büro. Ist vielleicht nicht das Schlechteste, denn immer wenn der sich einmischte, gab es in irgendeiner Form Stress im Hafen. Heute alles superfriedlich. | ||
Wir selbst befinden uns nach dem Anlegen in einer bedrohlichen Situation: | Wir selbst befinden uns nach dem Anlegen in einer bedrohlichen Situation: | ||
Wir überlassen das Boot mal seinem Schicksal und schauen uns das Dörfchen an Land an. Wirklich sehr hübsch mit netten kleinen Häusern. Eines davon hätte gut das Vorbild sein können für Carl Larssons "Haus in der Sonne". | Wir überlassen das Boot mal seinem Schicksal und schauen uns das Dörfchen an Land an. Wirklich sehr hübsch mit netten kleinen Häusern. Eines davon hätte gut das Vorbild sein können für Carl Larssons "Haus in der Sonne". | ||
Von der Festungsanlage kriegt man nicht viel mit. Die ist zu einem gigantischen Campingplatz umgebaut, ein modernes Feldlager sozusagen. | Von der Festungsanlage kriegt man nicht viel mit. Die ist zu einem gigantischen Campingplatz umgebaut, ein modernes Feldlager sozusagen. | ||
21. August Karlskrona | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
21. August - Karlskrona </div> | |||
Gestern Abend war übrigens Vollmond. Alle guckten in dieselbe Richtung. | Gestern Abend war übrigens Vollmond. Alle guckten in dieselbe Richtung. | ||
Heute - allerbestes Segelwetter. Das sahen alle so, und innerhalb einer halben Stunde war der Hafen leer, bis auf uns. Wir saßen noch beim Frühstück. Man würde sich ja wiedersehen, denn fast alle wollten nach Utklippan. Nach dem Ablegen sind wir hinter der Meute her, erst mit 55° am Wind und Vollzeug. Sehr schön. Den einen oder anderen haben wir dann auch rasch eingeholt. Blöd nur, dass der Wind immer mehr schralte und immer mehr zunahm. Erst konnten wir Utklippan nicht mehr anliegen, dann musste ein Reff rein. Und als wir mal einen Holeschlag machten stellte sich heraus, dass dieser genau auf das Schärenfahrwasser bei Torhamnsudde zulief. Also, in Utklippan waren wir ja dieses Jahr schon, in Karskrona noch nicht. Ausgedacht - ausgeführt. Rein ins Fahrwasser, aber vorsichtshalber die Genua weggerollt. mit 6-7 kn sollte man da nicht durchfahren. | Heute - allerbestes Segelwetter. Das sahen alle so, und innerhalb einer halben Stunde war der Hafen leer, bis auf uns. Wir saßen noch beim Frühstück. Man würde sich ja wiedersehen, denn fast alle wollten nach Utklippan. Nach dem Ablegen sind wir hinter der Meute her, erst mit 55° am Wind und Vollzeug. Sehr schön. Den einen oder anderen haben wir dann auch rasch eingeholt. Blöd nur, dass der Wind immer mehr schralte und immer mehr zunahm. Erst konnten wir Utklippan nicht mehr anliegen, dann musste ein Reff rein. Und als wir mal einen Holeschlag machten stellte sich heraus, dass dieser genau auf das Schärenfahrwasser bei Torhamnsudde zulief. Also, in Utklippan waren wir ja dieses Jahr schon, in Karskrona noch nicht. Ausgedacht - ausgeführt. Rein ins Fahrwasser, aber vorsichtshalber die Genua weggerollt. mit 6-7 kn sollte man da nicht durchfahren. | ||
Böse Überraschung bei der Fähre nach Ytterön. Wir platt vorm Laken mit 5 kn auf dem Weg nach Norden, als die plötzlich ohne Signal 5 Längen vor uns ablegt. Na und? Kannst doch Ruder gehen, oder? Hilft leider nix, das ist eine Kabelfähre. Also 180°Dreher und Aufschießer, dann langsam wieder abfallen - ja es geht, die Kabel hängen schon tief. Was für ein Knallkopp! | Böse Überraschung bei der Fähre nach Ytterön. Wir platt vorm Laken mit 5 kn auf dem Weg nach Norden, als die plötzlich ohne Signal 5 Längen vor uns ablegt. Na und? Kannst doch Ruder gehen, oder? Hilft leider nix, das ist eine Kabelfähre. Also 180°Dreher und Aufschießer, dann langsam wieder abfallen - ja es geht, die Kabel hängen schon tief. Was für ein Knallkopp! | ||
Ab der Baggerrinne von Bussevik geht dann nichts mehr. Groß runter, Motor an. Karlskrona ist ziemlich leer. Das Verhältnis Deutsche zu Polen ist etwa 5:1. Ein komischer Wasserheiliger wacht über unser Wohlergehen. | Ab der Baggerrinne von Bussevik geht dann nichts mehr. Groß runter, Motor an. Karlskrona ist ziemlich leer. Das Verhältnis Deutsche zu Polen ist etwa 5:1. Ein komischer Wasserheiliger wacht über unser Wohlergehen. | ||
Und, ich muss sagen, die Katamarane werden immer größer. | Und, ich muss sagen, die Katamarane werden immer größer. | ||
Spaß beiseite: Den kennen wir aus Eckernförde. Ist irgendein Spezialschiff, das immer im Marinestützpunkt liegt. Auch hier in Schweden laufen da Marinesoldaten drauf rum | |||
22. August Hanö | |||
Spaß beiseite: Den kennen wir aus Eckernförde. Ist irgendein Spezialschiff, das immer im Marinestützpunkt liegt. Auch hier in Schweden laufen da deutsche Marinesoldaten drauf rum. | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
22. August - Hanö </div> | |||
Wenig Wind hatten sie für heute vorausgesagt, aber so wenig? | |||
Nein, natürlich konnten wir segeln. Gleich hinter dieser Tonne wurde 50° angeluvt, halber Wind mit 2-3 m/s, und los ging's gen Westen. Ohne Gennaker wäre das aber nix geworden. | Nein, natürlich konnten wir segeln. Gleich hinter dieser Tonne wurde 50° angeluvt, halber Wind mit 2-3 m/s, und los ging's gen Westen. Ohne Gennaker wäre das aber nix geworden. | ||
Dennoch, nach etwa der halben Strecke war dann der Wind ganz weg. Unser Segelbootchen verwandelte sich zum Motorsegler. Wir haben ja noch runde 70 l Diesel im Tank, da kann man sowas auch mal machen. Auf dieser doch recht langen Strecke zeigte sich übrigens ein weiterer Nutzen unseres dreiflügeligen Flexofold-Propellers, den wir vor zwei Jahren gegen den zweiflügeligen Volvo getauscht hatten. Dass damit Hafenmanöver besser laufen wussten wir schon. Jetzt zeigte sich, dass der mit fast 250 U/min weniger dieselbe Fahrt macht wie der alte mit mehr. Das reduziert natürlich den Lärmpegel. | |||
Dass wirklich Flaute war und dass man wirklich motoren musste mag dieses Spiegelbild untermauern. | Dass wirklich Flaute war und dass man wirklich motoren musste mag dieses Spiegelbild untermauern. | ||
Na, aber dann kam Hanö in Sicht mit seiner vertrauten Silhouette. | Na, aber dann kam Hanö in Sicht mit seiner vertrauten Silhouette. | ||
Im Hafen ziemlich voll, aber es ist ja Sonntag, da werden sicher noch einige Motorboote ablegen. Und so war's. Päckchen gab es trotzdem reichlich. Von wegen Nachsaison. | Im Hafen ziemlich voll, aber es ist ja Sonntag, da werden sicher noch einige Motorboote ablegen. Und so war's. Päckchen gab es trotzdem reichlich. Von wegen Nachsaison. | ||
23. August Simrishamn | |||
Was für ein Misttag | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
23. August - Simrishamn </div> | |||
Was für ein Misttag. | |||
Erst beim Ablegen noch schöner Wind, gleich den Gennaker hoch, ab die Post. Nach nur 3 Meilen dann - Schluss. 1,5 m/s von achtern. Da steht auch kein Spinnakertuch mehr. Also mal motoren bis der Wind wieder kommt. Der kommt aber erst nach 3 Stunden, wieder platt von achtern, aber gleichzeitig - woher auch immer - eine gut 1 m-Welle aus Ost. Das Boot rollt, die Segel schlagen, da helfen auch nicht 4 m/s. Entnervt bergen wir die Segel und fahren den Rest wieder mit Motor. Wohin? Ausgerechnet nach Simrishamn. Na ja, festmachen kann man da ja mal. Gegen Abend ist der Hafen voll mit deutschen Yachten. Es geht also nach Hause. | Erst beim Ablegen noch schöner Wind, gleich den Gennaker hoch, ab die Post. Nach nur 3 Meilen dann - Schluss. 1,5 m/s von achtern. Da steht auch kein Spinnakertuch mehr. Also mal motoren bis der Wind wieder kommt. Der kommt aber erst nach 3 Stunden, wieder platt von achtern, aber gleichzeitig - woher auch immer - eine gut 1 m-Welle aus Ost. Das Boot rollt, die Segel schlagen, da helfen auch nicht 4 m/s. Entnervt bergen wir die Segel und fahren den Rest wieder mit Motor. Wohin? Ausgerechnet nach Simrishamn. Na ja, festmachen kann man da ja mal. Gegen Abend ist der Hafen voll mit deutschen Yachten. Es geht also nach Hause. | ||
In Hanö übrigens hatten wir noch festgestellt, dass "Giselas Brygga" (das ist die Badebrücke gleich neben der Hafeneinfahrt) jetzt fertig ist. Sehr schön geworden. Und was macht meine Frau (die Gisela heißt)? Steigt da glatt ins Wasser, obwohl dort steht "22. August 9° C". Ist aber auch nur 30 m geschwommen. | In Hanö übrigens hatten wir noch festgestellt, dass "Giselas Brygga" (das ist die Badebrücke gleich neben der Hafeneinfahrt) jetzt fertig ist. Sehr schön geworden. Und was macht meine Frau (die Gisela heißt)? Steigt da glatt ins Wasser, obwohl dort steht "22. August 9° C". Ist aber auch nur 30 m geschwommen. | ||
Insgesamt wird es jetzt wirklich Herbst. Die Wassertemperatur ist jenseits von Gut und Böse, | |||
24. August Ystad | |||
Insgesamt wird es jetzt wirklich Herbst. Die Wassertemperatur ist jenseits von Gut und Böse, die Schwärme von Gänsen in der Luft mit Kurs Süd werden immer größer, die Zahl der Boote auf dem Weg nach Westen ist 10mal höher als in Gegenrichtung. Und übermorgen soll es Mistwetter geben. Mal sehen. | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
24. August - Ystad </div> | |||
Wind? Fehlanzeige. Ja, gut, ein bisschen, so 3-4 m/s, aber das exakt von achtern. Bei dem Restschwell von gestern kriegt man da kein Segel zum Stehen. Also, weil wir das ja schon können, Motorfahrt nach Ystad, und der Wind dreht brav immer hinter uns her. Da wir fast genau auf unserem Track vom Frühjahr zurückfahren, treffen wir auch alte Bekannte, z.B. den Leuchtturm Sandhammaren. | Wind? Fehlanzeige. Ja, gut, ein bisschen, so 3-4 m/s, aber das exakt von achtern. Bei dem Restschwell von gestern kriegt man da kein Segel zum Stehen. Also, weil wir das ja schon können, Motorfahrt nach Ystad, und der Wind dreht brav immer hinter uns her. Da wir fast genau auf unserem Track vom Frühjahr zurückfahren, treffen wir auch alte Bekannte, z.B. den Leuchtturm Sandhammaren. | ||
Ab hier geht es jetzt definitiv nach Westen, nix mehr nach Süden. Der Schwedenteil der Reise neigt sich dem Ende zu. Gleich westlich von Sandhammaren liegt noch das Schießgebiet Kabusa. Und das, so hatten wir auf der Website der Försvarsmakten (was die Armee ist) gelesen, macht heute ab 09:30 Schießübungen, also Schießgebiet gesperrt, also außen rum. Gut, ist ja nicht weit. Auf dem AIS sehen wir aber, wie ein deutsches Boot ziemlich direkten Kurs auf Ystad nimmt. Prompt meldet sich die Funke und ruft den an, sechsmal insgesamt. Keine Reaktion. Und was macht das Militär? "No answer. Out." Das war's. Allerdings fingen die dann auch zu schießen an. | Ab hier geht es jetzt definitiv nach Westen, nix mehr nach Süden. Der Schwedenteil der Reise neigt sich dem Ende zu. Gleich westlich von Sandhammaren liegt noch das Schießgebiet Kabusa. Und das, so hatten wir auf der Website der Försvarsmakten (was die Armee ist) gelesen, macht heute ab 09:30 Schießübungen, also Schießgebiet gesperrt, also außen rum. Gut, ist ja nicht weit. Auf dem AIS sehen wir aber, wie ein deutsches Boot ziemlich direkten Kurs auf Ystad nimmt. Prompt meldet sich die Funke und ruft den an, sechsmal insgesamt. Keine Reaktion. Und was macht das Militär? "No answer. Out." Das war's. Allerdings fingen die dann auch zu schießen an. | ||
Und dann die anheimelnde Ansicht von Ystad. | Und dann die anheimelnde Ansicht von Ystad. | ||
Schönes Plätzchen am Fingersteg erwischt, kleinen Mittagsschlaf gemacht, Radtour zum Strand. Morgen soll's schlechtes Wetter geben. Mal sehen. | Schönes Plätzchen am Fingersteg erwischt, kleinen Mittagsschlaf gemacht, Radtour zum Strand. Morgen soll's schlechtes Wetter geben. Mal sehen. | ||
25. August Ystad? Ystad. | |||
Gleich beim Frühstück werden wir mit 14 m/s beglückt. Und von wo? Von Südwest natürlich. Ein Blick von der Seebrücke zeigt: See mindestens ein Meter, wenn nicht mehr. So wird das nix | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
25. August - Ystad? Ystad. </div> | |||
Gleich beim Frühstück werden wir mit 14 m/s beglückt. Und von wo? Von Südwest natürlich. Ein Blick von der Seebrücke zeigt: See mindestens ein Meter, wenn nicht mehr. So wird das nix. Stadt ansehen fällt aber aus, denn der Blick zum Himmel sagt: Kuchenbude aufbauen. Die steht gerade 1/2 Stunde, da geht das Gepladder los und bleibt erst mal 4 Stunden. | |||
Am Nachmittag dann doch ein großes, großes Wolkenloch. Das Schiff trocknet, der große Stegrundgang ist dran, und wir treffen alte Bekannte aus der Schlei. Zwei wunderschöne Oldtimer. | Am Nachmittag dann doch ein großes, großes Wolkenloch. Das Schiff trocknet, der große Stegrundgang ist dran, und wir treffen alte Bekannte aus der Schlei. Zwei wunderschöne Oldtimer. | ||
Auf der anderen Seite des Steges (genau hingucken) liegt auch was interessantes. Zwei völlig unterschiedliche Bootskonzepte. Links eine "X", rechts eine "Hallberg Rassy". Der Vergleich lässt schmunzeln. | Auf der anderen Seite des Steges (genau hingucken) liegt auch was interessantes. Zwei völlig unterschiedliche Bootskonzepte. Links eine "X", rechts eine "Hallberg Rassy". Der Vergleich lässt schmunzeln. | ||
Und dann mal wieder nach oben gucken. Ja, da kommt schon wieder was. | Und dann mal wieder nach oben gucken. Ja, da kommt schon wieder was. | ||
Rasch an Bord, ab unter die Kuchenbude, Reißverschlüsse zu - und los geht das Gewitter. Zeit zum Abendessen. | Rasch an Bord, ab unter die Kuchenbude, Reißverschlüsse zu - und los geht das Gewitter. Zeit zum Abendessen. | ||
28. August Klintholm | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
28. August - Klintholm </div> | |||
Mann, war das ein öder Trip gestern. Erst ließ es sich ja gut an. Alle Wetterberichte (DWD, SMHI und DMI) sagten NNE-Wind mit 8 - 12 m/s voraus. Für Gennaker ein bisschen viel, also nur vor Genua losbritzen. Erst ging das auch ganz gut mit meist 7 m/s. "Bald ist die Landabdeckung weg, dann löppt dat." Die Landabdeckung fiel zurück und nix lief. Der Wind wurde immer weniger, schließlich, nach der Hälfte der Strecke, nur noch 5 m/s. Das muss man sich mal exakt von achtern vorstellen, das ist gar nichts. Also lief ab dann die Maschine erst mit, dann alleine. Radaddel, radaddel. | Mann, war das ein öder Trip gestern. Erst ließ es sich ja gut an. Alle Wetterberichte (DWD, SMHI und DMI) sagten NNE-Wind mit 8 - 12 m/s voraus. Für Gennaker ein bisschen viel, also nur vor Genua losbritzen. Erst ging das auch ganz gut mit meist 7 m/s. "Bald ist die Landabdeckung weg, dann löppt dat." Die Landabdeckung fiel zurück und nix lief. Der Wind wurde immer weniger, schließlich, nach der Hälfte der Strecke, nur noch 5 m/s. Das muss man sich mal exakt von achtern vorstellen, das ist gar nichts. Also lief ab dann die Maschine erst mit, dann alleine. Radaddel, radaddel. | ||
Ich weiß nicht, ob jemand von euch schon mal an Möns Klint war. Ich zeig hier vorsichtshalber mal ein Bild davon | Ich weiß nicht, ob jemand von euch schon mal an Möns Klint war. Ich zeig hier vorsichtshalber mal ein Bild davon | ||
und auch von dem hübschen Leuchtturm Mön | und auch von dem hübschen Leuchtturm Mön | ||
In Klintholm selbst drängt sich alles in die neu eingerichteten Pfahlboxen vor der Tankstelle und entlang der Ferienhäuser. Der Steg im Westen ist komplett leer. Da gehen wir hin, denn wir lieben die Aussicht aus dem Cockpit auf Mole und Strand. | In Klintholm selbst drängt sich alles in die neu eingerichteten Pfahlboxen vor der Tankstelle und entlang der Ferienhäuser. Der Steg im Westen ist komplett leer. Da gehen wir hin, denn wir lieben die Aussicht aus dem Cockpit auf Mole und Strand. | ||
Nach dem Hafenumbau gibt es Plätze um Längsseitsliegen also nur noch am Steg längs der Westmole und am Südwestkai bei den Ferienhäusern. Überall sonst stehen jetzt Pfähle. | Nach dem Hafenumbau gibt es Plätze um Längsseitsliegen also nur noch am Steg längs der Westmole und am Südwestkai bei den Ferienhäusern. Überall sonst stehen jetzt Pfähle. | ||
Und die Wasserbaustelle außen vor ist jetzt fertig. Das ist also ein Wellenbrecher geworden gegen Südwestwinde. Verbindung zum restlichen Molenwerk hat der nicht. Die Hafeneinfahrt ist jetzt zwischen dessen Ostkopf, wo eine rote Bake steht mit einem roten Blinkfeuer, und dem Kopf der alten Südmole. | Und die Wasserbaustelle außen vor ist jetzt fertig. Das ist also ein Wellenbrecher geworden gegen Südwestwinde. Verbindung zum restlichen Molenwerk hat der nicht. Die Hafeneinfahrt ist jetzt zwischen dessen Ostkopf, wo eine rote Bake steht mit einem roten Blinkfeuer, und dem Kopf der alten Südmole. | ||
Und jetzt regnet's ohne Unterlass und wir haben Lesetag. | Und jetzt regnet's ohne Unterlass und wir haben Lesetag. | ||
28. August Was war denn eigentlich mit der Pandemie? | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
28. August - Was war denn eigentlich mit der Pandemie? </div> | |||
Heute ist den ganzen Tag Nieselregen, da kann ich auch mal was Ernstes schreiben. | Heute ist den ganzen Tag Nieselregen, da kann ich auch mal was Ernstes schreiben. | ||
Ich hatte ja anfangs schon erwähnt, dass wir beide voll gegen COVID19 geimpft losgefahren sind. Trotzdem hatten wir noch am Starttag in Deutschland einen Test machen lassen - negativ. | Ich hatte ja anfangs schon erwähnt, dass wir beide voll gegen COVID19 geimpft losgefahren sind. Trotzdem hatten wir noch am Starttag in Deutschland einen Test machen lassen - negativ. | ||
In Dänemark hat uns niemand irgendetwas gefragt. Aufgefallen sind wir mit unseren Schnutenpullis beim Einkaufen, denn die Dänen haben sowas nicht. Wert legen sie aber - ebenso wie die Schweden - auf Händedesinfektion, die Dänen auch schon ziemlich nachdrücklich. Dass ein Desinfektionsmittel auf den Händen nicht das geringste bringt, wenn man es mal eben so schludrig drüberreibt, spielt da keine Rolle. Das öffentliche Leben, insbesondere in der Gastronomie, wirkte leicht reduziert. Vereinzelt waren Restaurants komplett geschlossen, andere hatten nur Außenbetrieb, wieder andere auch innen. Irgendwelche drastische Beschilderungen oder Verbote haben wir nicht gesehen. Offenbar ist das Notwendige irgendwann kommuniziert worden und die Leute halten sich jetzt dran. | In Dänemark hat uns niemand irgendetwas gefragt. Aufgefallen sind wir mit unseren Schnutenpullis beim Einkaufen, denn die Dänen haben sowas nicht. Wert legen sie aber - ebenso wie die Schweden - auf Händedesinfektion, die Dänen auch schon ziemlich nachdrücklich. Dass ein Desinfektionsmittel auf den Händen nicht das geringste bringt, wenn man es mal eben so schludrig drüberreibt, spielt da keine Rolle. Das öffentliche Leben, insbesondere in der Gastronomie, wirkte leicht reduziert. Vereinzelt waren Restaurants komplett geschlossen, andere hatten nur Außenbetrieb, wieder andere auch innen. Irgendwelche drastische Beschilderungen oder Verbote haben wir nicht gesehen. Offenbar ist das Notwendige irgendwann kommuniziert worden und die Leute halten sich jetzt dran. | ||
In Schweden wurden wir ebenfalls nicht kontrolliert, haben aber eine Crew getroffen, die in Västervik von der Polizei des Hafens verwiesen wurde, weil sie weder Impfbeleg noch Testnachweis hatten. Das Publikum in den größeren Städten (Kalmar, Ystad, Västervik, Nynäshamn usw.) war deutlich ausgedünnt. Das galt nicht nur in Restaurants, sondern auch auf der Straße, auf Märkten usw. Im Vergleich zu früheren Jahren war das auffällig. Offenbar gibt es in Schweden eine nennenswerte Zahl von Menschen, die sich mit ihren Kontakten eben doch zurückhalten. Das hier im Forum vielfach gelobte "entspannte, normale Leben" dort wird wohl nur von einer Gruppe gepflegt, andere sind vorsichtiger. In den Gesprächen in den Clubs haben wir auch gehört "Aber so viele sind gestorben" oder "Es sind ja so viele immer noch krank". Durchaus also nachdenkliche Menschen, die nicht alles daransetzen, umgehend wieder ihren Spaß zu haben. Mittsommerfeiern z.B. sind auch dieses Jahr häufig ausgefallen, hat man uns erzählt. Und am Steg kommt es schon vor, dass an Land jemand wartet, bis man selbst vom Steg runter ist - nur um zu enge Begegnungen zu verhindern. | In Schweden wurden wir ebenfalls nicht kontrolliert, haben aber eine Crew getroffen, die in Västervik von der Polizei des Hafens verwiesen wurde, weil sie weder Impfbeleg noch Testnachweis hatten. Das Publikum in den größeren Städten (Kalmar, Ystad, Västervik, Nynäshamn usw.) war deutlich ausgedünnt. Das galt nicht nur in Restaurants, sondern auch auf der Straße, auf Märkten usw. Im Vergleich zu früheren Jahren war das auffällig. Offenbar gibt es in Schweden eine nennenswerte Zahl von Menschen, die sich mit ihren Kontakten eben doch zurückhalten. Das hier im Forum vielfach gelobte "entspannte, normale Leben" dort wird wohl nur von einer Gruppe gepflegt, andere sind vorsichtiger. In den Gesprächen in den Clubs haben wir auch gehört "Aber so viele sind gestorben" oder "Es sind ja so viele immer noch krank". Durchaus also nachdenkliche Menschen, die nicht alles daransetzen, umgehend wieder ihren Spaß zu haben. Mittsommerfeiern z.B. sind auch dieses Jahr häufig ausgefallen, hat man uns erzählt. Und am Steg kommt es schon vor, dass an Land jemand wartet, bis man selbst vom Steg runter ist - nur um zu enge Begegnungen zu verhindern. | ||
Und jetzt in Dänemark hören wir als erstes, dass Deutschland als "gelb" eingestuft wurde und man nur geimpft oder getestet nach Dänemark darf. In Deutschland wiederum hören wir, dass Tausende gegen die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Pandemie demonstrieren. Und unsere beiden Lehrerinnentöchter berichten, dass sie jetzt auf jeden Fall Präsenzunterricht machen sollen. Das "Wie" muss man dann noch finden, am besten die Lehrer selbst. Froh und zuversichtlich stimmen die Vorgänge in Deutschland jedenfalls nicht. | Und jetzt in Dänemark hören wir als erstes, dass Deutschland als "gelb" eingestuft wurde und man nur geimpft oder getestet nach Dänemark darf. In Deutschland wiederum hören wir, dass Tausende gegen die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Pandemie demonstrieren. Und unsere beiden Lehrerinnentöchter berichten, dass sie jetzt auf jeden Fall Präsenzunterricht machen sollen. Das "Wie" muss man dann noch finden, am besten die Lehrer selbst. Froh und zuversichtlich stimmen die Vorgänge in Deutschland jedenfalls nicht. | ||
30. August Stubbekøbing | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
30. August - Stubbekøbing </div> | |||
Schluss mit Regen, guter Wind - heute geht's weiter. 8-11 m/s aus Nordost sind angesagt und die kommen auch, sogar mal 13 m/s. Da reicht bei unserem Bootchen wieder alleine die Genua, um es zur wilden Sau zu machen. Durchgängig mit über 6 1/2 kn durch die Hjelm-Bucht, und dann im Grönsund höher am Wind auch 7 1/2 kn. Rauschefahrt. In Stubbekøbing sind wir dann die ersten aus Klintholm, im Laufe des Nachmittags kommen noch 6 Boote, die wir von dort kennen. | Schluss mit Regen, guter Wind - heute geht's weiter. 8-11 m/s aus Nordost sind angesagt und die kommen auch, sogar mal 13 m/s. Da reicht bei unserem Bootchen wieder alleine die Genua, um es zur wilden Sau zu machen. Durchgängig mit über 6 1/2 kn durch die Hjelm-Bucht, und dann im Grönsund höher am Wind auch 7 1/2 kn. Rauschefahrt. In Stubbekøbing sind wir dann die ersten aus Klintholm, im Laufe des Nachmittags kommen noch 6 Boote, die wir von dort kennen. | ||
Der Hafen hat sich sehr positiv verändert. Alles bestens instandgehalten, sehr gute Sanitäranlagen. Das war früher deutlich anders. Hier kann man jetzt wieder hinfahren, und das ist gut so. Das Städtchen ist ja sehr hübsch, jedenfalls in seinem alten Teil. Ausgesprochen hyggelig. Traurig stimmt, dass im Zentrum - ungelogen - 2/3 der Geschäfte dicht sind. Einschließlich Friseurläden, Nagelstudios usw. Den Leuten hier geht's nicht gut. | Der Hafen hat sich sehr positiv verändert. Alles bestens instandgehalten, sehr gute Sanitäranlagen. Das war früher deutlich anders. Hier kann man jetzt wieder hinfahren, und das ist gut so. Das Städtchen ist ja sehr hübsch, jedenfalls in seinem alten Teil. Ausgesprochen hyggelig. Traurig stimmt, dass im Zentrum - ungelogen - 2/3 der Geschäfte dicht sind. Einschließlich Friseurläden, Nagelstudios usw. Den Leuten hier geht's nicht gut. | ||
Aber es gibt noch die Ida, die alte Holzfähre, die rüber nach Bogø fährt. | Aber es gibt noch die Ida, die alte Holzfähre, die rüber nach Bogø fährt. | ||
Im Hafen selbst gibt es neben den Yachties noch mehrere alte Männer. Die haben eine große, schöne alte Gaffelslup auf dem Slip und restaurieren die, Da wird gebohrt, Farbe gekratzt, kalfatert, es riecht nach Teer ... absolut Old School. | Im Hafen selbst gibt es neben den Yachties noch mehrere alte Männer. Die haben eine große, schöne alte Gaffelslup auf dem Slip und restaurieren die, Da wird gebohrt, Farbe gekratzt, kalfatert, es riecht nach Teer ... absolut Old School. | ||
An der Nock des Klüverbaums könnte man mal einen kleinen Test machen, wer von uns dort noch jedes Stropp und jede Kette mit richtigem Namen benennen kann. Ich jedenfalls muss passen. | An der Nock des Klüverbaums könnte man mal einen kleinen Test machen, wer von uns dort noch jedes Stropp und jede Kette mit richtigem Namen benennen kann. Ich jedenfalls muss passen. | ||
Morgen geht's weiter gen Westen. Die Farøbroerne sieht man schon. | Morgen geht's weiter gen Westen. Die Farøbroerne sieht man schon. | ||
31. August Vejrø | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
31. August - Vejrø </div> | |||
Gestern Nacht haben wir noch unsere lieben Nachbarn kennengelernt. Irgendwann zwischen 11 und 12 wache ich auf. Stimmengewirr auf dem Nachbarboot und am Steg. Ich höre "So geht das nicht" - "... Vorleine ..." - "Achtung, ich mach das" usw. Wollen die mitten in der Nacht ablegen? Dann plötzlich ein lauter Ruf aus dem Cockpit: "Bist du an Bord, Heike?". Wieder Stimmendurcheinander und Geklapper. Dann springt der Motor an und geht sofort auf höhere Drehzahl. Aha, die legen also ab. Tun sie nicht. Der Motor bleibt auf Drehzahl, aber das Schiff fährt nicht weg. Jetzt reicht's. Ich raus, Niedergang auf. Was das soll? Die Antwort vom Skipper alleine im Cockpit: "Die Damen kommen nicht an Bord". Die Damen, wohlgemerkt, waren zwei Frauen Mitte 40, die durchaus sportlich trainiert wirkten. Und die konnten nicht auf ihr Charterboot! Oder seh' ich das falsch? Kann man wirklich nicht über so einen Bug an Bord steigen? | Gestern Nacht haben wir noch unsere lieben Nachbarn kennengelernt. Irgendwann zwischen 11 und 12 wache ich auf. Stimmengewirr auf dem Nachbarboot und am Steg. Ich höre "So geht das nicht" - "... Vorleine ..." - "Achtung, ich mach das" usw. Wollen die mitten in der Nacht ablegen? Dann plötzlich ein lauter Ruf aus dem Cockpit: "Bist du an Bord, Heike?". Wieder Stimmendurcheinander und Geklapper. Dann springt der Motor an und geht sofort auf höhere Drehzahl. Aha, die legen also ab. Tun sie nicht. Der Motor bleibt auf Drehzahl, aber das Schiff fährt nicht weg. Jetzt reicht's. Ich raus, Niedergang auf. Was das soll? Die Antwort vom Skipper alleine im Cockpit: "Die Damen kommen nicht an Bord". Die Damen, wohlgemerkt, waren zwei Frauen Mitte 40, die durchaus sportlich trainiert wirkten. Und die konnten nicht auf ihr Charterboot! Oder seh' ich das falsch? Kann man wirklich nicht über so einen Bug an Bord steigen? | ||
Verholt man wirklich ein Boot im Hafen nicht mehr mit Leinen an den Steg, sondern spannt die Achterleinen zu diesem Zweck mit der Maschine? Wahrscheinlich bin ich doch von gestern. | Verholt man wirklich ein Boot im Hafen nicht mehr mit Leinen an den Steg, sondern spannt die Achterleinen zu diesem Zweck mit der Maschine? Wahrscheinlich bin ich doch von gestern. | ||
Aber heute! Heute war Segelwetter. Was möchte man denn? Wind so zwischen 5 und 8 m/s? Beständige Windrichtung? Wenig Welle? Sonne mit einzelnen Haufenwölkchen? Hatten wir alles. Rauschefahrt durch Smalands Fahrwasser. Die Bauarbeiten an der Storströmsbrücke gehen zügig voran. | Aber heute! Heute war Segelwetter. Was möchte man denn? Wind so zwischen 5 und 8 m/s? Beständige Windrichtung? Wenig Welle? Sonne mit einzelnen Haufenwölkchen? Hatten wir alles. Rauschefahrt durch Smalands Fahrwasser. Die Bauarbeiten an der Storströmsbrücke gehen zügig voran. | ||
Und dann kommt Vejrø in Sicht. Die teure Insel. Allerdings ist hier auch alles vom Feinsten: Steganlagen, Grillplätze, Sanitäreinrichtungen. Hat trotzdem einen hübschen Leuchtturm. | Und dann kommt Vejrø in Sicht. Die teure Insel. Allerdings ist hier auch alles vom Feinsten: Steganlagen, Grillplätze, Sanitäreinrichtungen. Hat trotzdem einen hübschen Leuchtturm. | ||
1. September Vejrø II | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
1. September - Vejrø II </div> | |||
Heute waren 6 - 10 m/s aus Nord angesagt. Erst sah es dann am Hubschrauberlandeplatz so aus: | Heute waren 6 - 10 m/s aus Nord angesagt. Erst sah es dann am Hubschrauberlandeplatz so aus: | ||
... und dann kam der Wind auch noch aus West, bis er ganz einschlief. Manch einer versuchte doch zu segeln. | ... und dann kam der Wind auch noch aus West, bis er ganz einschlief. Manch einer versuchte doch zu segeln. | ||
Wir schritten zur Inselerkundung. Das ist in Vejrø einfach, denn es gibt einwandfreie Mountainbikes kostenlos. Überhaupt kostet hier alles nix, selbst Grillkohlen liegen zur freundlichen Selbstbedienung bereit. Vor dem Hintergrund sind dann DKR 350,- pro Nacht auch wieder nicht viel. | Wir schritten zur Inselerkundung. Das ist in Vejrø einfach, denn es gibt einwandfreie Mountainbikes kostenlos. Überhaupt kostet hier alles nix, selbst Grillkohlen liegen zur freundlichen Selbstbedienung bereit. Vor dem Hintergrund sind dann DKR 350,- pro Nacht auch wieder nicht viel. | ||
Der Besitzer der Insel, ein Bankier, scheint einen Ökotick zu haben. Jedenfalls sieht man überall Anzeichen einer naturnahen Landwirtschaft. Hier mal ein paar Ziegen, dort einige Schafe, überall rennen Fasanen rum, einzelne Waldstücke sind komplett verwildert im Sinne eines Urwaldes, aber auch geordnete Äcker, Gewächshäuser. Und die Hühner rennen frei rum und deren Eier gibt's im Hafen zu kaufen. Zur Landwirtschaft gehören übrigens auch Massen von Sonnenblumen, die aber nicht auf einem Feld stehen, sondern in kleinen Grüppchen überall auf der Insel. | Der Besitzer der Insel, ein Bankier, scheint einen Ökotick zu haben. Jedenfalls sieht man überall Anzeichen einer naturnahen Landwirtschaft. Hier mal ein paar Ziegen, dort einige Schafe, überall rennen Fasanen rum, einzelne Waldstücke sind komplett verwildert im Sinne eines Urwaldes, aber auch geordnete Äcker, Gewächshäuser. Und die Hühner rennen frei rum und deren Eier gibt's im Hafen zu kaufen. Zur Landwirtschaft gehören übrigens auch Massen von Sonnenblumen, die aber nicht auf einem Feld stehen, sondern in kleinen Grüppchen überall auf der Insel. | ||
An den Brombeeren in den vielen Hecken haben wir uns so satt gegessen, dass heute das Abendessen wohl nur aus einer Butterstulle mit Gurkenscheiben bestehen wird. | An den Brombeeren in den vielen Hecken haben wir uns so satt gegessen, dass heute das Abendessen wohl nur aus einer Butterstulle mit Gurkenscheiben bestehen wird. | ||
4. September Lohals | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
4. September - Lohals </div> | |||
In Anlehnung an Hermans Hermits in den 60er-Jahren: | In Anlehnung an Hermans Hermits in den 60er-Jahren: | ||
"No wind today, the Low has gone away." | "No wind today, the Low has gone away." | ||
Das war vorgestern - absolute Flaute aus irgendwo. Also: Inselwanderungen, Strandbaden, Grillen usw. Und gestern, weil immer noch kein brauchbarer Wind war, dasselbe nochmal. Schöne Inseltage waren das. | Das war vorgestern - absolute Flaute aus irgendwo. Also: Inselwanderungen, Strandbaden, Grillen usw. Und gestern, weil immer noch kein brauchbarer Wind war, dasselbe nochmal. Schöne Inseltage waren das. | ||
Heute aber Ostwind angesagt, deswegen los. Allerdings war das erst mal mit Fast-Nebel. | Heute aber Ostwind angesagt, deswegen los. Allerdings war das erst mal mit Fast-Nebel. | ||
Unterwegs nach Langeland ist uns fast niemand begegnet, obwohl Wochenende. Und Platz gab es in Lohals im Fischereihafen auch. Wir liegen also unter dem charakteristischen Leuchtturm | |||
und freuen uns über das typisch dänisch-fischige Ambiente. | |||
Unterwegs nach Langeland ist uns fast niemand begegnet, obwohl Wochenende. Und Platz gab es in Lohals im Fischereihafen auch. Wir liegen also unter dem charakteristischen Leuchtturm und freuen uns über das typisch dänisch-fischige Ambiente. | |||
So eine Umgebung gibt es in Schweden fast nirgends, höchstens vereinzelt an der Westküste. Ist was anderes und richtig nett. | So eine Umgebung gibt es in Schweden fast nirgends, höchstens vereinzelt an der Westküste. Ist was anderes und richtig nett. | ||
So, und jetzt wird's langsam knifflig. Der Wind soll diese Woche ja weitestgehend wegbleiben, und wir wollen am nächsten Samstag im Winterlagerhafen sein. Das ist zwar in der Schlei und somit von | |||
hier aus eigentlich in einem Tag zu erreichen, aber auf welchem Weg? Mit welchen Häfen oder Ankerbuchten? Wir werden sehen. | |||
5. September Revkrog | So, und jetzt wird's langsam knifflig. Der Wind soll diese Woche ja weitestgehend wegbleiben, und wir wollen am nächsten Samstag im Winterlagerhafen sein. Das ist zwar in der Schlei und somit von hier aus eigentlich in einem Tag zu erreichen, aber auf welchem Weg? Mit welchen Häfen oder Ankerbuchten? Wir werden sehen. | ||
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5. September - Revkrog </div> | |||
Mensch, die Reise geht zu Ende und wir haben kaum noch geankert. Das geht nicht. Da Ostwind angesagt ist, ist unser heutiges Ziel also Revkrog. | Mensch, die Reise geht zu Ende und wir haben kaum noch geankert. Das geht nicht. Da Ostwind angesagt ist, ist unser heutiges Ziel also Revkrog. | ||
Angesagt waren vom DMI auch 6-10 m/s, es wurden aber locker 12 m/s. Diese Ungenauigkeit ist man inzwischen ja gewöhnt. Und da wir den Wind immer halb oder raum hatten, konnten wir das gut in Speed umsetzen. Los gings also Richtung Svendborgsund. Und da trafen wir doch auf zwei kleine Rudel Tümmler. Die einen wollten spielen und schwammen minutenlang immer wieder unter dem Schiff durch, die anderen guckten nur mal und verschwanden dann wieder zum Fressen in der Tiefe. Nette Tiere. | Angesagt waren vom DMI auch 6-10 m/s, es wurden aber locker 12 m/s. Diese Ungenauigkeit ist man inzwischen ja gewöhnt. Und da wir den Wind immer halb oder raum hatten, konnten wir das gut in Speed umsetzen. Los gings also Richtung Svendborgsund. Und da trafen wir doch auf zwei kleine Rudel Tümmler. Die einen wollten spielen und schwammen minutenlang immer wieder unter dem Schiff durch, die anderen guckten nur mal und verschwanden dann wieder zum Fressen in der Tiefe. Nette Tiere. | ||
Svendborgsund ansteuern ist einfach - immer nur auf Waldemars Schloss zuhalten. | Svendborgsund ansteuern ist einfach - immer nur auf Waldemars Schloss zuhalten. | ||
Die Dänen haben da manchmal ziemlich hübsche Häuser stehen. | Die Dänen haben da manchmal ziemlich hübsche Häuser stehen. | ||
Mit ganz wenig Strom gegenan flutschten wir dann da so durch, und auf der Westseite dann wieder draußen gab's gleich wieder was auf die Mütze mit 12 m/s. Aber schnell eben. | Mit ganz wenig Strom gegenan flutschten wir dann da so durch, und auf der Westseite dann wieder draußen gab's gleich wieder was auf die Mütze mit 12 m/s. Aber schnell eben. | ||
Revkrog ist die große Bucht westlich von Aerösköbing. Die ist eigentlich sehr offen und bietet wenig Schutz, außer eben bei östlichen Winden. Und wir haben Ost - Ätsch. Da haben wir einen schönen Platz unter der Steilküste gefunden, nur 50 m vom Ufer. Sehr ruhig. | Revkrog ist die große Bucht westlich von Aerösköbing. Die ist eigentlich sehr offen und bietet wenig Schutz, außer eben bei östlichen Winden. Und wir haben Ost - Ätsch. Da haben wir einen schönen Platz unter der Steilküste gefunden, nur 50 m vom Ufer. Sehr ruhig. | ||
Morgen soll es als Kontrastprogramm Flaute geben. Schaun wir mal. | Morgen soll es als Kontrastprogramm Flaute geben. Schaun wir mal. | ||
6. September Avernakö | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
6. September - Avernakö </div> | |||
Mann, was für ein Sternenhimmel heute Nacht. Wir sind beide aufgewacht, weil es uns unter den Daunendecken zu warm wurde. Sommertemperaturen. Und dann doch mal aus dem Niedergang geschaut Whow! Solche Sterne + Milchstraße sieht man vielleicht in Namibia in der Wüste, aber doch nicht in Europa. Nur ganz weit weg ein Lichtschein von Svendborg, sonst komplette Dunkelheit. Da lohnt sich doch das Ankern im September. | Mann, was für ein Sternenhimmel heute Nacht. Wir sind beide aufgewacht, weil es uns unter den Daunendecken zu warm wurde. Sommertemperaturen. Und dann doch mal aus dem Niedergang geschaut Whow! Solche Sterne + Milchstraße sieht man vielleicht in Namibia in der Wüste, aber doch nicht in Europa. Nur ganz weit weg ein Lichtschein von Svendborg, sonst komplette Dunkelheit. Da lohnt sich doch das Ankern im September. | ||
Na ja, wieder ins Bett mit dünner Decke, und natürlich verpennt bis morgens um 8. Da sah die Bucht dann so aus: | Na ja, wieder ins Bett mit dünner Decke, und natürlich verpennt bis morgens um 8. Da sah die Bucht dann so aus: | ||
Sehr offen eben. | Sehr offen eben. | ||
Weil wenig Wind versprochen ist geht's zum Nahziel: Avernakö. Ein gemütliches Dahinschleichen bei rund 2 m/s. Das geht, weil keine Welle da ist. Avernakö ist kurz nach Mittag überraschend voll. Und im Laufe des Nachmittags kommen immer mehr Boote - fast alles Deutsche - sodass am Abend nur noch wenige Plätze frei sind. Der Hafenmeister kommt und beklagt sich, dass die Deutschen eine ausgezeichnete Zahlungsmoral hätten, die Dänen aber müsste man auf der ganzen Insel suchen, um sie zum Zahlen zu bewegen. Die Geschichte habe ich allerdings auch schon mal umgekehrt gehört. | Weil wenig Wind versprochen ist geht's zum Nahziel: Avernakö. Ein gemütliches Dahinschleichen bei rund 2 m/s. Das geht, weil keine Welle da ist. Avernakö ist kurz nach Mittag überraschend voll. Und im Laufe des Nachmittags kommen immer mehr Boote - fast alles Deutsche - sodass am Abend nur noch wenige Plätze frei sind. Der Hafenmeister kommt und beklagt sich, dass die Deutschen eine ausgezeichnete Zahlungsmoral hätten, die Dänen aber müsste man auf der ganzen Insel suchen, um sie zum Zahlen zu bewegen. Die Geschichte habe ich allerdings auch schon mal umgekehrt gehört. | ||
7. September Mommark | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
7. September - Mommark </div> | |||
Mommark! Mein Panikhafen aus den 70er-Jahren. Dreckig, heruntergekommen, übelster Schwell von der Fähre und den damals noch zahlreichen Kümos vor der Küste. Ich hab mir geschworen, da nie wieder hinzufahren und habe das Versprechen 50 Jahre gehalten. Und jetzt sitzen wir in Avernakö, es sind schwach windige Tage angekündigt, man kommt also nicht furchtbar weit, und mit Blick auf die Karte sagt die beste Ehefrau von allen: "Wir könnten doch nach Mommark fahren". Mommark! Ausgerechnet! Aber man kann ihr sowas ja nicht abschlagen. | Mommark! Mein Panikhafen aus den 70er-Jahren. Dreckig, heruntergekommen, übelster Schwell von der Fähre und den damals noch zahlreichen Kümos vor der Küste. Ich hab mir geschworen, da nie wieder hinzufahren und habe das Versprechen 50 Jahre gehalten. Und jetzt sitzen wir in Avernakö, es sind schwach windige Tage angekündigt, man kommt also nicht furchtbar weit, und mit Blick auf die Karte sagt die beste Ehefrau von allen: "Wir könnten doch nach Mommark fahren". Mommark! Ausgerechnet! Aber man kann ihr sowas ja nicht abschlagen. | ||
Wir also los in Erwartung eines Motortörns, aber es erhebt sich ein Lüftchen - natürlich aus Südwest, wo wir hinwollen - und wir kreuzen gar nicht mal so langsam (3-4 kts) durch spiegelglattes Wasser. Und dann Mommark. Die Mole hat sofort Wiedererkennungswert: Verrostet an allen Ecken und Enden. Aber da sind Schwimmstege mit Auslegern der feinsten Art. Wir legen bequem an, schauen uns um. Da gibt es tatsächlich ein Servicehaus mit gepflegten Sanitäranlagen, die Grünanlagen sind ordentlich, weiter südlich ein gut besuchtes Bistro. Aber hallo! Da hat sich wirklich was getan. Hier | |||
kann man bleiben. Das denken andere auch einschließlich der Boote von vier verschiedenen Charterbetrieben, und um 17:00 h passt hier kein Folkeboot mehr rein. | |||
Wir also los in Erwartung eines Motortörns, aber es erhebt sich ein Lüftchen - natürlich aus Südwest, wo wir hinwollen - und wir kreuzen gar nicht mal so langsam (3-4 kts) durch spiegelglattes Wasser. Und dann Mommark. Die Mole hat sofort Wiedererkennungswert: Verrostet an allen Ecken und Enden. Aber da sind Schwimmstege mit Auslegern der feinsten Art. Wir legen bequem an, schauen uns um. | |||
Da gibt es tatsächlich ein Servicehaus mit gepflegten Sanitäranlagen, die Grünanlagen sind ordentlich, weiter südlich ein gut besuchtes Bistro. Aber hallo! Da hat sich wirklich was getan. Hier kann man bleiben. Das denken andere auch einschließlich der Boote von vier verschiedenen Charterbetrieben, und um 17:00 h passt hier kein Folkeboot mehr rein. | |||
Gestern Abend übrigens noch ein Blick auf den Fähranleger in Avernakö. Hat auch seine Reize so ganz ohne Fähre. | Gestern Abend übrigens noch ein Blick auf den Fähranleger in Avernakö. Hat auch seine Reize so ganz ohne Fähre. | ||
9. September Schleimünde | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
9. September - Schleimünde </div> | |||
Eigentlich wollten wir gestern Abend noch mal ankern, aber für den jetzigen Wind gab es in der Nähe keine so günstigen Plätze. Also haben wir uns aufgemacht in Richtung Schlei. Eine sehr schöne Kreuz mit nur zwei Schlägen durch spiegelglattes Waser. Trotzdem so um die 4 m/s, die exakt dann zusammenbrachen, als wir die Schlei-Ansteuerungstonne erreicht hatten. Sowas von Timing! | Eigentlich wollten wir gestern Abend noch mal ankern, aber für den jetzigen Wind gab es in der Nähe keine so günstigen Plätze. Also haben wir uns aufgemacht in Richtung Schlei. Eine sehr schöne Kreuz mit nur zwei Schlägen durch spiegelglattes Waser. Trotzdem so um die 4 m/s, die exakt dann zusammenbrachen, als wir die Schlei-Ansteuerungstonne erreicht hatten. Sowas von Timing! | ||
Schleimünde ist Baustelle. An der Westmole werden neue Pfähle eingedrückt und die ganze Brücke ist gesperrt. Es dränget sich also alles vor dem Hafenmeisterbüro. | Schleimünde ist Baustelle. An der Westmole werden neue Pfähle eingedrückt und die ganze Brücke ist gesperrt. Es dränget sich also alles vor dem Hafenmeisterbüro. | ||
Schön, der Blick auf die Schleiprozession von den Sitzplätzen vor der Giftbude aus. Und ganz spät abends fährt noch einer alleine kappelnwärts. | Schön, der Blick auf die Schleiprozession von den Sitzplätzen vor der Giftbude aus. Und ganz spät abends fährt noch einer alleine kappelnwärts. | ||
Schließlich - Sternenhimmel! Es gab sogar eine Sternschnuppe, zufällig mitfotografiert. | Schließlich - Sternenhimmel! Es gab sogar eine Sternschnuppe, zufällig mitfotografiert. | ||
Und noch etwas hat sich geändert. Die alte Hafenmeisterin ist nicht mehr da, und somit wird auch nicht mehr gehäkelt. Die neuen "Bezahlfädchen" sind aus zweifarbigem Garn geknotet. Unsere Sammlung der letzten Jahre, die wir wegen der Farbsicherheit unter Deck aufbewahren, ist somit abgeschlossen. Die neuen mögen wir da nicht dazuhängen. | Und noch etwas hat sich geändert. Die alte Hafenmeisterin ist nicht mehr da, und somit wird auch nicht mehr gehäkelt. Die neuen "Bezahlfädchen" sind aus zweifarbigem Garn geknotet. Unsere Sammlung der letzten Jahre, die wir wegen der Farbsicherheit unter Deck aufbewahren, ist somit abgeschlossen. Die neuen mögen wir da nicht dazuhängen. | ||
11. September ... und Schluss! | |||
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11. September - ... und Schluss! </div> | |||
Wir sind am Winterlager angekommen. Weiter geht's nicht, jedenfalls nicht dieses Jahr. Da kann so viel goldener Oktober kommen wie will, wir haben auch noch anderes vor. Jetzt wird Winterlager vorbereitet, und dann geht's nach Hause. Nächsten Mai wieder dieselbe Tour rückwärts. | Wir sind am Winterlager angekommen. Weiter geht's nicht, jedenfalls nicht dieses Jahr. Da kann so viel goldener Oktober kommen wie will, wir haben auch noch anderes vor. Jetzt wird Winterlager vorbereitet, und dann geht's nach Hause. Nächsten Mai wieder dieselbe Tour rückwärts. | ||
Wie war's? DER Segelsommer unseres Lebens. So viel Traumwetter haben wir wirklich noch nie gehabt. Allerdings sind wir jetzt verwöhnt und die nächste Saison wird's schwer haben. Selbst die Hochsaison in Schweden war moderat besetzt mit schwedischen Booten, wenigen deutschen und hier und da mal ein Holländer oder Finne. Die Pandemie zeichnete ihre Spuren. Na ja, haben wir ja schon alles aufgeschrieben. Weniger Leute haben wir kennengelernt als früher, dafür sehr nette, und nur einen Spinner. | Wie war's? DER Segelsommer unseres Lebens. So viel Traumwetter haben wir wirklich noch nie gehabt. Allerdings sind wir jetzt verwöhnt und die nächste Saison wird's schwer haben. Selbst die Hochsaison in Schweden war moderat besetzt mit schwedischen Booten, wenigen deutschen und hier und da mal ein Holländer oder Finne. Die Pandemie zeichnete ihre Spuren. Na ja, haben wir ja schon alles aufgeschrieben. Weniger Leute haben wir kennengelernt als früher, dafür sehr nette, und nur einen Spinner. | ||
Das Segeln, soviel steht für uns fest, ist die bei Weitem beste Form, Abstandsregeln einzuhalten. Und was die hochgelobten entspannten Dänen und Schweden angeht: Ja, Deutschland ist etwas krampfhaft im Umgang mit der Pandemie, viele Regeln, viele Maßnahmen ... Das ist in Skandinavien tatsächlich etwas anders. Da sieht man, wie fast alle Leute sich absolut risikogerecht verhalten. Abstand, auch unter Freunden, Warten vor Geschäften oder Restaurants, bis die raus sind, die gerade raus wollen, kein Gedrängel an der Supermarktkasse usw. Offenbar ist den Leuten irgendwann letztes Jahr gesagt worden, worauf es ankommt, und jetzt halten sich die meisten dran. Das ist tatsächlich entspannter als in Deutschland, wo bereits im Alltag der Glaubenskrieg "Maske oder nicht" tobt. Vielleicht sind wir einfach so. Umso erholsamer ist es, nach Skandinavien zu segeln. | Das Segeln, soviel steht für uns fest, ist die bei Weitem beste Form, Abstandsregeln einzuhalten. Und was die hochgelobten entspannten Dänen und Schweden angeht: Ja, Deutschland ist etwas krampfhaft im Umgang mit der Pandemie, viele Regeln, viele Maßnahmen ... Das ist in Skandinavien tatsächlich etwas anders. Da sieht man, wie fast alle Leute sich absolut risikogerecht verhalten. Abstand, auch unter Freunden, Warten vor Geschäften oder Restaurants, bis die raus sind, die gerade raus wollen, kein Gedrängel an der Supermarktkasse usw. Offenbar ist den Leuten irgendwann letztes Jahr gesagt worden, worauf es ankommt, und jetzt halten sich die meisten dran. Das ist tatsächlich entspannter als in Deutschland, wo bereits im Alltag der Glaubenskrieg "Maske oder nicht" tobt. Vielleicht sind wir einfach so. Umso erholsamer ist es, nach Skandinavien zu segeln. | ||