Törnbericht 2021 Ostschweden: Unterschied zwischen den Versionen
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Unser erster Schärenliegeplatz dieses Jahr. Eine kleine Bucht knapp südlich Oskarshamn, in der man exzellent ankern kann. Draußen hört man die leichte Brandung des Kalmarsundes, hier drin ist Ententeich. | Unser erster Schärenliegeplatz dieses Jahr. Eine kleine Bucht knapp südlich Oskarshamn, in der man exzellent ankern kann. Draußen hört man die leichte Brandung des Kalmarsundes, hier drin ist Ententeich. | ||
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Das war mal ein Tipp aus Skipperguide, dort aber als kompliziert anzulaufen beschrieben. Ist nicht wahr. Es gibt eine einwandfreie Betonnung. | Das war mal ein Tipp aus Skipperguide, dort aber als kompliziert anzulaufen beschrieben. Ist nicht wahr. Es gibt eine einwandfreie Betonnung. | ||
Aus Stora Rör los war erst mal sehr, sehr wenig Wind - wir schlichen. Wir waren fast schon dabei, in Borgholm einzulaufen, da sprang der Wind an. Immer schneller ging es vorbei an Schloss Borgholm | Aus Stora Rör los war erst mal sehr, sehr wenig Wind - wir schlichen. Wir waren fast schon dabei, in Borgholm einzulaufen, da sprang der Wind an. Immer schneller ging es vorbei an Schloss Borgholm | ||
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und dem bescheidenen Sommerhäuschen des Königs Solliden. | und dem bescheidenen Sommerhäuschen des Königs Solliden. | ||
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Beim alten Leuchtturm Dämman | Beim alten Leuchtturm Dämman | ||
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dann richtig gut Wind knapp raumschots. Gennaker raus, und das Boot machte einen Satz. In wenigen Minuten 8,4 kn - Rumpfgeschwindigkeit. Und das in glattem Wasser, die reinste Raserei. Später mussten wir immer mehr abfallen und den großen Blauen schließlich ausbaumen. Lief aber immer noch perfekt. | dann richtig gut Wind knapp raumschots. Gennaker raus, und das Boot machte einen Satz. In wenigen Minuten 8,4 kn - Rumpfgeschwindigkeit. Und das in glattem Wasser, die reinste Raserei. Später mussten wir immer mehr abfallen und den großen Blauen schließlich ausbaumen. Lief aber immer noch perfekt. | ||
Jetzt hier in der Bucht sind wir alleine, das heißt natürlich Schwäne, Eiderenten, Reiher, Seeschwalben usw sind auch noch da. | Jetzt hier in der Bucht sind wir alleine, das heißt natürlich Schwäne, Eiderenten, Reiher, Seeschwalben usw sind auch noch da. | ||
9. Juni Figeholm | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
9. Juni - [[Figeholm]] </div> | |||
Es war nur ein kleiner Hupp von Kiddeholmen nach Figeholm. Der erste Hafen mit einer klassischen schwedischen Einfahrt - Massen von Tonnen. | Es war nur ein kleiner Hupp von Kiddeholmen nach Figeholm. Der erste Hafen mit einer klassischen schwedischen Einfahrt - Massen von Tonnen. | ||
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Im Hafen selbst erst mal Achtung auf Wegerecht, denn die Segelschule unterrichtet gerade. | Im Hafen selbst erst mal Achtung auf Wegerecht, denn die Segelschule unterrichtet gerade. | ||
Gut, dass wir hier schon um die Mittagszeit sind. Hier gibt es gute Waschmaschinen, und von denen werden jetzt erst mal 4 Ladungen gewaschen. Alles wieder sauber! Und ab jetzt ist Schärensegeln. Also wird die Genua verpackt und stattdessen kommt die Selbstwendefock drauf. Und außerdem wird das Gummiboot aufgebaut und ab jetzt hinterhergezogen. 11. | |||
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Gut, dass wir hier schon um die Mittagszeit sind. Hier gibt es gute Waschmaschinen, und von denen werden jetzt erst mal 4 Ladungen gewaschen. Alles wieder sauber! Und ab jetzt ist Schärensegeln. Also wird die Genua verpackt und stattdessen kommt die Selbstwendefock drauf. Und außerdem wird das Gummiboot aufgebaut und ab jetzt hinterhergezogen. | |||
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11. Juni - [[Stora Vippholmen]] </div> | |||
Nicht weit von Figeholm - nur knapp 4 Std - liegt St. Vippholmen, ein Schärenensemble mit vielen, vielen Liegeplätzen. Auf dem Weg dorthin rauscht es hinter uns ungewohnt - das Dinghi. | Nicht weit von Figeholm - nur knapp 4 Std - liegt St. Vippholmen, ein Schärenensemble mit vielen, vielen Liegeplätzen. Auf dem Weg dorthin rauscht es hinter uns ungewohnt - das Dinghi. | ||
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Und irgendwie scheint sich das Wetter ändern zu wollen. | Und irgendwie scheint sich das Wetter ändern zu wollen. | ||
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Noch ist strahlende Sonne, wie auch die letzten Tage, und sehr gleichmäßiger Wind aus beständiger Richtung. In St. Vippholmen ankern wir erst alleine, später kommt noch eine deutsche Yacht dazu. Das Wasser ist sage und schreibe 21° C warm Das erzeugt ausgiebige Schwimmtouren in die Umgebung. War es nicht noch vor kurzem ziemlich kalt? | Noch ist strahlende Sonne, wie auch die letzten Tage, und sehr gleichmäßiger Wind aus beständiger Richtung. In St. Vippholmen ankern wir erst alleine, später kommt noch eine deutsche Yacht dazu. Das Wasser ist sage und schreibe 21° C warm Das erzeugt ausgiebige Schwimmtouren in die Umgebung. War es nicht noch vor kurzem ziemlich kalt? | ||
12. Juni Västervik | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
12. Juni - [[Västervik]] </div> | |||
Weiter nach Norden. So langsam zeigen die Gewässer ihre Eigenheiten. Es gibt nicht nur Leuchtfeuer und Tonnen, sondern auch Baken. Wie z.B. die hier an der Durchfahrt bei Förö: | Weiter nach Norden. So langsam zeigen die Gewässer ihre Eigenheiten. Es gibt nicht nur Leuchtfeuer und Tonnen, sondern auch Baken. Wie z.B. die hier an der Durchfahrt bei Förö: | ||
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Und dann kommt die beeindruckende Sparö Bake vor Västervik in Sicht, gegen die sich der zugehörige Leuchtturm regelrecht mickrig ausmacht. | Und dann kommt die beeindruckende Sparö Bake vor Västervik in Sicht, gegen die sich der zugehörige Leuchtturm regelrecht mickrig ausmacht. | ||
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Hier geht es dann noch durch den engen Sparö-Sund, wo die Felswände fast in Bootshakendistanz stehen, und dann sind wir auch schon da. Wir fahren nicht nach Västervik rein, wo der große kommunale Yachthafen liegt und noch etliche andere, sondern nehmen gleich im Südosten den Hafen Solbergsudde, einen Clubhafen mit wenigen Gästeplätzen. Dort liegen wir super-ruhig. Die Gastgeber sind äußerst angenehme Menschen. Und mit den Rädern in die Stadt ist es nur 1/4 Stunde. Ein herrlicher Platz. | Hier geht es dann noch durch den engen Sparö-Sund, wo die Felswände fast in Bootshakendistanz stehen, und dann sind wir auch schon da. Wir fahren nicht nach Västervik rein, wo der große kommunale Yachthafen liegt und noch etliche andere, sondern nehmen gleich im Südosten den Hafen Solbergsudde, einen Clubhafen mit wenigen Gästeplätzen. Dort liegen wir super-ruhig. Die Gastgeber sind äußerst angenehme Menschen. Und mit den Rädern in die Stadt ist es nur 1/4 Stunde. Ein herrlicher Platz. | ||
14. Juni Covid-19-Maßnahmen in Schweden | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
14. Juni - Covid-19-Maßnahmen in Schweden </div> | |||
Jetzt gibt es zu dem Thema was zu berichten. Nicht von uns direkt, aber gestern Abend kam noch ein deutsches Boot in unseren kleinen, schnuckeligen Clubhafen. Eine 13-14 m lange Holz-Sloop, frisch vom perfektesten Refit. Sah aus wie frisch vonner Werft. Und diese Leute waren zuvor eigentlich in ihrem Zielhafen gewesen, das hier war sozusagen der Nothafen. | Jetzt gibt es zu dem Thema was zu berichten. Nicht von uns direkt, aber gestern Abend kam noch ein deutsches Boot in unseren kleinen, schnuckeligen Clubhafen. Eine 13-14 m lange Holz-Sloop, frisch vom perfektesten Refit. Sah aus wie frisch vonner Werft. Und diese Leute waren zuvor eigentlich in ihrem Zielhafen gewesen, das hier war sozusagen der Nothafen. | ||
Sie wollten in Västervik City in Björn Ulväus seinen Slottsholmen-Hafen. Waren auch dort, dann kam aber die Polizei. "Pandemiekontrolle". Sie wollten die Dokumente sehen, mit denen das Einhalten der schwedischen Regeln belegt wird. Testung vor Einreise? "Braucht man das?". Logbuch zum Nachweis der mehr als 14-tägigen Anwesenheit in Schweden in Quarantäne? "Wir sind erst 9 Tage hier". Wenigstens geimpft? "Drei von uns haben die erste Impfung". Und daraufhin hieß es "Legen Sie bitte ab und fahren Sie weiter. Sie können noch Wasser voll tanken". | Sie wollten in Västervik City in Björn Ulväus seinen Slottsholmen-Hafen. Waren auch dort, dann kam aber die Polizei. "Pandemiekontrolle". Sie wollten die Dokumente sehen, mit denen das Einhalten der schwedischen Regeln belegt wird. Testung vor Einreise? "Braucht man das?". Logbuch zum Nachweis der mehr als 14-tägigen Anwesenheit in Schweden in Quarantäne? "Wir sind erst 9 Tage hier". Wenigstens geimpft? "Drei von uns haben die erste Impfung". Und daraufhin hieß es "Legen Sie bitte ab und fahren Sie weiter. Sie können noch Wasser voll tanken". | ||
Daraufhin sind sie hierher in der Hoffnung, dass auf diese Halbinsel ans Ende einer Sackgasse so schnell keine Polizei kommt. | Daraufhin sind sie hierher in der Hoffnung, dass auf diese Halbinsel ans Ende einer Sackgasse so schnell keine Polizei kommt. | ||
Wollte ich nur erzählen. | Wollte ich nur erzählen. | ||
14. Juni Västervik II | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
14. Juni - Västervik II </div> | |||
Hier in Solbergsudde haben wir uns jetzt einige Tage aufgehalten. Tolles Wetter, herrliche Natur, weite Radwanderwege - hier kann man's aushalten. So sieht der Hafen von der gegenüberliegenden Insel aus | Hier in Solbergsudde haben wir uns jetzt einige Tage aufgehalten. Tolles Wetter, herrliche Natur, weite Radwanderwege - hier kann man's aushalten. So sieht der Hafen von der gegenüberliegenden Insel aus | ||
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und so die Insel vom Hafen | und so die Insel vom Hafen | ||
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Das sind die typischen Sommerfelsen in Schweden, wo sich auf jedem irgendwelche Grüppchen bilden. Mal wie hier ziemlich angezogen, mal ganz ohne. | Das sind die typischen Sommerfelsen in Schweden, wo sich auf jedem irgendwelche Grüppchen bilden. Mal wie hier ziemlich angezogen, mal ganz ohne. | ||
Auf dem Weg in die Stadt hat man einen guten Blick auf das neue Hotel von Björn Ulvaeus (ABBA) Slottsholmen. | Auf dem Weg in die Stadt hat man einen guten Blick auf das neue Hotel von Björn Ulvaeus (ABBA) Slottsholmen. | ||
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Dazu gehört auch ein Yachthafen bei dem die Preise aber bei SEK 300,-- anfangen und ein äußerst arrogantes Jüngelchen im Hafenbüro mitteilt, dass man sich bitte online anzumelden habe. Bei ihm geht das nicht. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Solbergsudde, wirklich. | Dazu gehört auch ein Yachthafen bei dem die Preise aber bei SEK 300,-- anfangen und ein äußerst arrogantes Jüngelchen im Hafenbüro mitteilt, dass man sich bitte online anzumelden habe. Bei ihm geht das nicht. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Solbergsudde, wirklich. | ||
15. Juni Häfsö | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
15. Juni - [[Häfsö]] </div> | |||
Na, das war noch eine Nacht. Gut, dass wir im Hafen geblieben sind und noch nicht in die Schären aufgebrochen. Der Wind legte zu und legte zu. In der Nacht bin ich dann vom Lärm im Rigg aufgewacht und habe mal nachgesehen: 19 m/s auf dem Windy, und das in Lee vom Solberg und der ganzen Stadt Västervik. Da lieg ich doch lieber an einem Fingersteg und hänge nicht an zwei Felsnägeln an der Schäre. | Na, das war noch eine Nacht. Gut, dass wir im Hafen geblieben sind und noch nicht in die Schären aufgebrochen. Der Wind legte zu und legte zu. In der Nacht bin ich dann vom Lärm im Rigg aufgewacht und habe mal nachgesehen: 19 m/s auf dem Windy, und das in Lee vom Solberg und der ganzen Stadt Västervik. Da lieg ich doch lieber an einem Fingersteg und hänge nicht an zwei Felsnägeln an der Schäre. | ||
Auch heute hat's noch gekachelt, so im Mittel mit 12 m/s. Aber wir sind dann mal los, wollten zu "unseren" Felsen. Da immer halber Wind haben wir nur das Vorsegel gesetzt, hat trotzdem für 6 kn gereicht, was hier in diesen engen Fahrwassern fast schon zu schnell ist. Und über allem wieder strahlende Sonne, nur kalt ist es plötzlich wieder. Dicke Jacke an, Wassertemperatur gar nicht ansehen (12,5° C). | Auch heute hat's noch gekachelt, so im Mittel mit 12 m/s. Aber wir sind dann mal los, wollten zu "unseren" Felsen. Da immer halber Wind haben wir nur das Vorsegel gesetzt, hat trotzdem für 6 kn gereicht, was hier in diesen engen Fahrwassern fast schon zu schnell ist. Und über allem wieder strahlende Sonne, nur kalt ist es plötzlich wieder. Dicke Jacke an, Wassertemperatur gar nicht ansehen (12,5° C). | ||
Aber jetzt ist auch die Zeit der kurzen Trips angebrochen. Nach 17 nm sind wir schon da, eine schnuckelige Ankerbucht bei Häfsö, was nicht weit von Loftahammar ist. Und hier sind sie, die Felsen. | Aber jetzt ist auch die Zeit der kurzen Trips angebrochen. Nach 17 nm sind wir schon da, eine schnuckelige Ankerbucht bei Häfsö, was nicht weit von Loftahammar ist. Und hier sind sie, die Felsen. | ||
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Aber das ist doch binnen! Wie kommt man da denn raus? Ich kann versichern, es gibt sage und schreibe 4 Ausfahrten! | Aber das ist doch binnen! Wie kommt man da denn raus? Ich kann versichern, es gibt sage und schreibe 4 Ausfahrten! | ||
16. Juni Harstena | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
16. Juni Harstena </div> | |||
Heute Morgen beim Aufwachen: Stille! Absolut nichts zu hören. Kein Vogel, keine Welle plätschert, kein Wind macht irgendein Geräusch, denn es ist Vollflaute. Kein Außenborder läuft in der Ferne, schon gar kein Auto zu hören. Das ist Ankerbucht vom Feinsten. Dann aber: Ein Kuckuck. Hat der sich verkuckuckt? Es ist Mitte Juni, wo will der denn jetzt noch ein Weibchen herkriegen. Beim ersten Rundumblick ebenfalls nichts außer Wasser und Inseln. Aber dann doch - ein Reiher beim Frühstück. | Heute Morgen beim Aufwachen: Stille! Absolut nichts zu hören. Kein Vogel, keine Welle plätschert, kein Wind macht irgendein Geräusch, denn es ist Vollflaute. Kein Außenborder läuft in der Ferne, schon gar kein Auto zu hören. Das ist Ankerbucht vom Feinsten. Dann aber: Ein Kuckuck. Hat der sich verkuckuckt? Es ist Mitte Juni, wo will der denn jetzt noch ein Weibchen herkriegen. Beim ersten Rundumblick ebenfalls nichts außer Wasser und Inseln. Aber dann doch - ein Reiher beim Frühstück. | ||
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Nach Anker Auf und erstem Wind geht's nach Norden, immer dem Fahrwasser lang. Das nannte man früher wegen seiner Verkehrsdichte "Die E4 zu Wasser". Dieses Jahr ist es leer, komplett leer. So sieht das aus, die weißen Strukturen sind Leuchtfeuer. | Nach Anker Auf und erstem Wind geht's nach Norden, immer dem Fahrwasser lang. Das nannte man früher wegen seiner Verkehrsdichte "Die E4 zu Wasser". Dieses Jahr ist es leer, komplett leer. So sieht das aus, die weißen Strukturen sind Leuchtfeuer. | ||
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Praktisch alle 2 Meilen steht da so ein Ding, und es möchte beachtet werden. Man sieht, warum. | Praktisch alle 2 Meilen steht da so ein Ding, und es möchte beachtet werden. Man sieht, warum. | ||
In Harstena selbst fahren wir nicht in den Dorfhafen. Dort ist es immer sehr eng und auch umtriebig. Stattdessen fahren wir weiter nach Norden in den großen | |||
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In Harstena selbst fahren wir nicht in den Dorfhafen. Dort ist es immer sehr eng und auch umtriebig. Stattdessen fahren wir weiter nach Norden in den großen Flisfjärden zum Ankern. Und diese Bucht ist leer. Als wir das letzte Mal dort waren lagen da rund 100 Boote. Langsam wird’s unheimlich. | |||
[[Bild:16 6 4.JPG]] | |||
Mit dem Schlauchi an Land und ein Spaziergang durch die wunderschönen Wälder zum Dorf und zum Hafen. Und auch dort: Keiner da, der Laden zu, das Restaurant im Umbau. Nur vor dem Stegende liegt ein riesiger Schwimmponton mit Müllcontainern drauf – Super hässlich. Nächste Woche ist Midsommarafton. Was ist hier los? | Mit dem Schlauchi an Land und ein Spaziergang durch die wunderschönen Wälder zum Dorf und zum Hafen. Und auch dort: Keiner da, der Laden zu, das Restaurant im Umbau. Nur vor dem Stegende liegt ein riesiger Schwimmponton mit Müllcontainern drauf – Super hässlich. Nächste Woche ist Midsommarafton. Was ist hier los? | ||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
17. Juni - Clubhafen Bråvikens Segelsällskap </div> | |||
Noch vorgestern Abend im Flisfjärden ein Ereignis: Ein zweites Boot kam rein - unter Segeln durch die enge Einfahrt hochkreuzend und dann unter Segeln an den Anker gehend. Eine kleine Spaekhugger unter dänischer Flagge mit zwei Leuten an Bord. Wie lange ist das her, dass ich sowas auch gemacht und auch gewollt habe? 45 Jahre? Fest steht: Wir sind alt geworden. Heute wird in so eine Bucht reinmotort. Hm. | Noch vorgestern Abend im Flisfjärden ein Ereignis: Ein zweites Boot kam rein - unter Segeln durch die enge Einfahrt hochkreuzend und dann unter Segeln an den Anker gehend. Eine kleine Spaekhugger unter dänischer Flagge mit zwei Leuten an Bord. Wie lange ist das her, dass ich sowas auch gemacht und auch gewollt habe? 45 Jahre? Fest steht: Wir sind alt geworden. Heute wird in so eine Bucht reinmotort. Hm. | ||
Nach Anker Auf mit mäßigem Südwind ab weiter nach Norden. Zunächst zur Erholung über freies, unbetonntes Wasser nach Kompass, und dann Einbiegen in den sog. Kronleden. Was und wo das ist haben wir einer alten Broschüre des Svenska Kryssarklubben entnommen, die wir mal vor rund 20 Jahren von einem Schweden bekommen hatten. Ein in den offiziellen Sportbootkarten nicht definiertes Fahrwasser, das aber tiefe und reine Ufer an den unzähligen Schären hat und parallel zum eigentlichen Fahrwasser läuft. Spektakuläre Landschaft, sehr schön. Hier begegnen wir auch unserem ersten Adler, der prompt von zwei Möven attackiert wird. | |||
Nach Anker Auf mit mäßigem Südwind ab weiter nach Norden. Zunächst zur Erholung über freies, unbetonntes Wasser nach Kompass, und dann Einbiegen in den sog. Kronleden. Was und wo das ist haben wir einer alten Broschüre des [[Svenska Kryssarklubben]] entnommen, die wir mal vor rund 20 Jahren von einem Schweden bekommen hatten. Ein in den offiziellen Sportbootkarten nicht definiertes Fahrwasser, das aber tiefe und reine Ufer an den unzähligen Schären hat und parallel zum eigentlichen Fahrwasser läuft. Spektakuläre Landschaft, sehr schön. Hier begegnen wir auch unserem ersten Adler, der prompt von zwei Möven attackiert wird. | |||
Am Ende ist man dann schon in Arkösund, und dort wollen wir erst mal tanken. 20 l Diesel fehlen schon. Automatentanke. "Leider keine Quittung möglich". Na ja! Dabei fällt der Blick auf den benachbarten Yachthafen, in den wir eigentlich wollten. Was soll man dazu sagen? Unattraktiv? Nö, hässlich. Wir machen uns auf den Weg zu einem kleinen Clubhafen, den uns mal eine sehr nette Motorbootfahrerin vor Jahren auf einer Schäre empfohlen hatte. Das ist nur 2 nm weg. Und siehe da: Wunderschön gelegen zwei Stege, sehr nette Leute, Ja, Gäste sind willkommen. Wer sagt's denn. Und dann kommt die Hafenmeisterin. Es ist dieselbe Frau, die uns seinerzeit weiter im Norden diesen Tipp gegeben hatte. Eine herzliche Begrüßung - aber auf Distanz. Hier bleiben wir erst mal. Später stellt sich raus: Die haben eine holzgefeuerte Sauna. Ja, nix wie rein! | Am Ende ist man dann schon in Arkösund, und dort wollen wir erst mal tanken. 20 l Diesel fehlen schon. Automatentanke. "Leider keine Quittung möglich". Na ja! Dabei fällt der Blick auf den benachbarten Yachthafen, in den wir eigentlich wollten. Was soll man dazu sagen? Unattraktiv? Nö, hässlich. Wir machen uns auf den Weg zu einem kleinen Clubhafen, den uns mal eine sehr nette Motorbootfahrerin vor Jahren auf einer Schäre empfohlen hatte. Das ist nur 2 nm weg. Und siehe da: Wunderschön gelegen zwei Stege, sehr nette Leute, Ja, Gäste sind willkommen. Wer sagt's denn. Und dann kommt die Hafenmeisterin. Es ist dieselbe Frau, die uns seinerzeit weiter im Norden diesen Tipp gegeben hatte. Eine herzliche Begrüßung - aber auf Distanz. Hier bleiben wir erst mal. Später stellt sich raus: Die haben eine holzgefeuerte Sauna. Ja, nix wie rein! | ||
18. Juni Snedskär | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
18. Juni - [[Snedskär]] </div> | |||
Des Rätsels Lösung für die extrem wenigen Boote unterwegs erfahren wir hier von den Clubmitgliedern: Es sind noch keine Schulferien. Heute war noch Unterricht! "Wartet mal ab. Nächste Woche geht's los". Wieder schlauer. | Des Rätsels Lösung für die extrem wenigen Boote unterwegs erfahren wir hier von den Clubmitgliedern: Es sind noch keine Schulferien. Heute war noch Unterricht! "Wartet mal ab. Nächste Woche geht's los". Wieder schlauer. | ||
Der Hafen hier heißt übrigens Snedskär und hat drei (nicht zwei) Stege. Alles sehr schön hier mit Clubhaus, Badeplatz, unzähligen kleinen Sitzplätzen, und alles top gepflegt. Die Leute hier geben sich Mühe. Wir sind mit den Rädern nach Arkösund gefahren zum Einkaufen, aber dort sind die Regale noch leer. "Ist aber alles schon bestellt. Kommt bald". Wenn man an Land will (ja, das hier ist eine Insel), muss man übrigens eine kleine Seilfähre selbst betätigen. | Der Hafen hier heißt übrigens Snedskär und hat drei (nicht zwei) Stege. Alles sehr schön hier mit Clubhaus, Badeplatz, unzähligen kleinen Sitzplätzen, und alles top gepflegt. Die Leute hier geben sich Mühe. Wir sind mit den Rädern nach Arkösund gefahren zum Einkaufen, aber dort sind die Regale noch leer. "Ist aber alles schon bestellt. Kommt bald". Wenn man an Land will (ja, das hier ist eine Insel), muss man übrigens eine kleine Seilfähre selbst betätigen. | ||
Jetzt ist hier die deutsche Hitze angekommen, so etwa 35° C. Bis gestern noch bitter nötig müssen jetzt die Daunendecken aber wirklich weg und durch Sommerdecken ersetzt werden. Vorher nochmal kräftig lüften. | Jetzt ist hier die deutsche Hitze angekommen, so etwa 35° C. Bis gestern noch bitter nötig müssen jetzt die Daunendecken aber wirklich weg und durch Sommerdecken ersetzt werden. Vorher nochmal kräftig lüften. | ||
19. Juni Snedskär II | |||
[[Bild:18 6.JPG]] | |||
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
19. Juni - Snedskär II </div> | |||
Hier gehen wir nicht so schnell weg! Das ist ja herrlich! Heute ist Samstag, und wie angekündigt geht hier der Betrieb richtig los. Eine Crew nach der anderen kommt mit Taschen und Beuteln und bezieht ihr Schiff. Plötzlich ist überall ein Geschnatter, Kinderstimmen, auch vereinzelt Hundebellen. Und gegen Mittag fangen dann die ersten an, abzulegen. Es ist eine Art Wochenendgeschwaderfahrt, vielleicht auch Ansegeln, das kriegen wir nicht so richtig raus. Die, die nicht losfahren, schauen von einem der vielen Sitzplätze in den Felsen zu. | Hier gehen wir nicht so schnell weg! Das ist ja herrlich! Heute ist Samstag, und wie angekündigt geht hier der Betrieb richtig los. Eine Crew nach der anderen kommt mit Taschen und Beuteln und bezieht ihr Schiff. Plötzlich ist überall ein Geschnatter, Kinderstimmen, auch vereinzelt Hundebellen. Und gegen Mittag fangen dann die ersten an, abzulegen. Es ist eine Art Wochenendgeschwaderfahrt, vielleicht auch Ansegeln, das kriegen wir nicht so richtig raus. Die, die nicht losfahren, schauen von einem der vielen Sitzplätze in den Felsen zu. | ||
Plötzlich ist der halbe Hafen leer. Bei all diesen Manövern fällt auf: Niemand benutzt ein Bugstrahlruder. Und von den Hauptmaschinen hört man außer Leerlaufdrehzahl rein gar nichts. Passt vielleicht dazu, dass es hier kein einziges Boot gibt mit Rollgroßsegel. | Plötzlich ist der halbe Hafen leer. Bei all diesen Manövern fällt auf: Niemand benutzt ein Bugstrahlruder. Und von den Hauptmaschinen hört man außer Leerlaufdrehzahl rein gar nichts. Passt vielleicht dazu, dass es hier kein einziges Boot gibt mit Rollgroßsegel. | ||