Benutzer:Rumpf/Törnbericht 2019 Ostschweden via Dänemark: Unterschied zwischen den Versionen

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Auf der Weiterfahrt, kurz nach der Passage südlich [[Ankarudden]], erhascht man dann noch einen Blick auf den berühmten Leuchtturm Landsort.
Auf der Weiterfahrt, kurz nach der Passage südlich [[Ankarudden]], erhascht man dann noch einen Blick auf den berühmten Leuchtturm [[Landsort]].




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Raviken, eine der Buchten im Ringsön-System, erweist sich dann als sehr geeignet, der Anker fällt, Ruhe im Schiff. Im Laufe des Nachmittags kommen dann noch 6 schwedische Ankerlieger, ein Finne und eine deutsche Motoryacht, die mit Hilfe von Bug- und Heckstrahlruder ankert, allerdings nicht mit Buganker und Kette (was er hat), sondern mit Heckanker an einer geschätzt 50 m langen Leine.
Raviken, eine der Buchten im Ringsön-System, erweist sich dann als sehr geeignet, der Anker fällt, Ruhe im Schiff. Im Laufe des Nachmittags kommen dann noch 6 schwedische Ankerlieger, ein Finne und eine deutsche Motoryacht, die mit Hilfe von Bug- und Heckstrahlruder ankert, allerdings nicht mit Buganker und Kette (was er hat), sondern mit Heckanker an einer geschätzt 50 m langen Leine.
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8. Juli - [[Nyköping]]</div>
Hier wollten wir ja nie hin und hier waren wir auch nie. Aber ein kleines Familienereignis zu Hause muss gebührend gefeiert werden, und deswegen nutzen wir den Flughafen Skavsta und fliegen morgen erst mal mit RyanAir nach Germany. Boot bleibt hier im sicheren Fingersteg, Sonderpreis mit Hafenmeister ist ausgehandelt. Segelpause.
Gestern ging's aus unserer Ankerbucht mit Rasefahrt und nur Vorsegel hierher. Anleger geschätzt 1,5 min vor dem ersten kräftigen Regenschauer - Ätsch!
Peinlich, peinlich noch in unserer Ankerbucht am Morgen:
Ein Schlauchboot löst sich von einem der einheimischen Boote und paddelt zu dem Motorkreuzer mit der langen Achterleine. Das Gespräch konnten wir genau verfolgen, denn der Motorkreuzer war bei der kräftigen Winddrehung über Nacht auf etwas mehr als eine Bootslänge an uns herangeschwojt.
Warum er denn keine Gastlandsflagge gesetzt hätte, fragt der Schwede. - Was er denn meine, die Antwort. - Eine kleine schwedische Flagge steuerbords im Mast gesetzt. - So etwas habe er nicht. - Ob er denn keinen Respekt vor seinem Gastland hätte? - Keine Antwort, geht unter Deck.
Und wir haben die selbe Nationale am Heck wie der. Au weia.
Übrigens: Nyköping ist überraschend nett. Ein richtig hübsches Städtchen.
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12. Juli - [[Langö]]</div>
So, wieder an Bord und zunächst in Nyköping. Dort liegt man ja im Yachthafen direkt neben der Rennstrecke für Kanuten.
[[Bild:12 7 1-2.jpg]]
Interessant zu sehen, wie da die Jugend trainiert wird. Die sind durchaus schneller als unsereiner. Das Trainingszentrum haben die hier, weil in den frühen Nachkriegsjahren einer aus der Stadt mehrere Medaillen bei Olympia im Kajak gewonnen hat.
Auch interessant in der Stadt ist das Oldtimermeeting - eine Augenweide! Wenn man sich heutiges Autodesign dagegen ansieht -- ein einziger Graus (mit wenigen Ausnahmen).
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Und danach geht's dann heute los, wieder in die freie Natur. Aus Nyköbing muss man wegen der engen Baggerrinne rausmotoren. Es entsteht eine Art Prozession wie in der Schlei:
[[Bild:12 7 5-2.jpg]]
Und dann im freien Wasser sehr schönes Aufkreuzen wieder nach Ost, knappe Anlieger in engsten Gewässern, und dann unser schöner Ankerplatz nördlich Langö. Ganz alleine in einer kleinen Bucht. Der Trouble in Nyköping war auch langsam ein bisschen viel.
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13. Juli - [[Västerfjärden]] ([[Ringsön]]</div>
Nach dem Anker-Auf heute Morgen ist draußen im Fahrwasser echt was los. In 200 m-Abstand fahren die Boote in beide Richtungen. Jetzt ist Sommer, die Schweden frieren endlich nicht mehr, und außerdem ist Wochenende. Mal sehen, was an den Liegeplätzen so los ist.
Viel ist los. Aus einer Bucht nach der anderen fahren wir wieder raus, weil die überfüllt sind. Zum Schluss mal nach Ringsön reingesehen, aber da muss man zuvor die Segel bergen. Kaum haben wir die unten und steuern auf die Einfahrt zu, da kommen von rechts drei Rennboote mit Höchstgeschwindigkeit. Keine Gefahr, die sind viel zu schnell. Aber dann kommen immer mehr von den Dingern zwischen den Schären hervor, alle mit irgendwelchen Startnummern - ein Offshore-Motorbootrennen! Ist schon mal jemand mit 5 kn durch ein Motorbootrennen mit 35 kn durchgefahren? Und die hatten alle Wegerecht! Hätten wir bloß noch die Segel oben!
Und auch am Felsen in Ringsön passt keine Maus mehr zwischen die Boote.
[[Bild:13 7 1-2.jpg]]
Also schlagen wir einen kleinen Haken in die große Bucht Västerfjärden, wo man perfekt ankern kann. Da ist Platz - vorläufig sind erst zwei Boote da. Wir liegen dicht unter Land, und in dem Wald kann man wunderbar spazieren gehen, wenn man auf die Hundehaufen aufpasst.
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Gegen 17:00 h sind aus den drei Booten 35 geworden, aber es ist nicht zu eng. Das passt hier.
Später ankert vor uns noch eine HR 44 mit zwei Leuten an Bord und einem Hund. Der Hund muss Gassi an Land, dazu wird das Beiboot klar gemacht. Das hängt an Davits und wird erst mal weggefiert. Dann wird der AB mittels Kran zum Boot heruntergelassen und dort montiert incl. Probelauf. Und dann, dann wird das Bootchen wieder elektrisch mit den Davits hochgezogen, der Hund steigt zu ebener Erde ein, wird wieder samt Boot weggefiert, dann kommt Herrchen, und dann geht's los. Selten so viel geschmunzelt. Maritimer Lifta für den Hund. Reisen bildet.
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15. Juli - [[Snedskär]] (once again)</div>
Schöner, schöner Segeltag heute. Gestern Abend gab es noch einen herrlichen Sonnenuntergang in Ringsön.
[[Bild:15 7 1-2.jpg]]
Und dann ging's heute Morgen erst mal gaaanz vorsichtig los bei 2 m/s, dann immer mehr Wind und zum Schluss Brassfahrt bei 8 m/s. Wir wollen wieder nach Südwest, also den selben Weg zurück durch die engen Fahrwasser hier. [[Stendörren]] ist so eine Enge, da kommt es wirklich darauf an, dass man diesen Zick-Zack-Kurs, der dort erforderlich ist, auch anliegen kann. Konnten wir. Dieses Entenhäuschen mitten im Wasser ist übrigens keines, sondern das Stendörren-Leuchtfeuer.
[[Bild:15 7 2-2.jpg]]
Mit Leuchtfeuern nehmen die es hier in Sörmland sehr genau - an jeder Ecke steht eins. Die sind sogar beschriftet wie Bahnhöfe, weil sie alle gleich aussehen.
[[Bild:15 7 3-2.jpg]]
Der Wind nimmt nicht nur zu, sondern dreht auch immer so geschickt, dass wir fast die ganze Strecke als Anlieger fahren können. Ganze zwei Kreuzschläge sind nötig. Im Vorbeifahren ein Blick auf einen der typischen Uthamns der schwedischen Segelclubs, hier [[Broken]]:
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Und wenig später ein Blick auf die Gegend, in der das Geld zum finanzieren der vielen Yachten verdient wird. Das Stahlwerk von Oxelösund.
[[Bild:15 7 5-2.jpg]]
Und von hier aus pures Schärensegeln bis Snedskär. Dort wollen wir uns verkriechen, denn die Wetterfrösche haben für morgen und übermorgen viel Regen angekündigt. Am Abend beim Clubhaus oben nettes Grillen mit zwei schwedischen Familien. Bei uns gibt's Schweinelendchen im Schinkenmantel mit Grillgemüse und Bratkartoffeln. Die Schweden erzählen, dass sie am liebsten nach Süden fahren, wenn's geht mindestens bis Bornholm. Stockholmer Gegend sei zu voll. Na ja, in der Saison, sonst ja nicht.
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15. Juli - Immer noch [[Snedskär]]</div>
Heute morgen ist es noch trocken. Vorsichtshalber die Kuchenbude aufgebaut, dann mit den vereinseigenen Fahrrädern über die kleine Fähre und über die Waldwege zum Haus einer jungen Familie gefahren, die viele Hühner haben, also auch viele Eier. Die mussten den Hühnern unter dem Hintern weggeklaut werden. Auf dem Rückweg noch ein paar Feldblumen gepflückt (sowas gibt's in Schweden), und dann rasch zurück. Es wurde schwarz im Westen.
"... die Wolken türmen sich zu Hauf, es regnet ohne Unterlass und alle ...", aber das hatten wir ja schon. Im Regen sieht unser Blumenstrauß besonders schön aus.
[[Bild:15 7 5-2.jpg]]
Und dann zur Sauna, Holz hacken, Feuer anzünden - urgemütlich. Aber das hatten wir ja auch schon.
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17. Juli - [[Vrangö]] (Yxnö)</div>
Gestern hatten wir noch viele nette Gespräche mit anderen Seglern im Hafen. Alle duckten sich unter dem Dauerregen, keiner wollte weiter. Ganz anders heute.
So, jetzt aber los. Heute soll's nicht regnen. Trotzdem ist alles grisegrau unter einer geschlossenen schwarzen Wolkendecke - eklig. Ich erspare mir Fotos. Wir müssen auch noch Diesel tanken und Wasser, das dauert. Deswegen kurzes Etappenziel: Vrangö. Ist nur 10 sm weg. Es geht gleich östlich Arkösund wieder nach Südwest in einen breiten, tiefen Sund. Kann man gut segeln. Hier geht's nach Mem und zum Göta-Kanal. Keine Angst, da fahren wir nicht hin. Unsere Ankerbucht liegt an der Nordseite der Insel Yxnö. Sie ist sehr gut geschützt gegen alle Windrichtungen, aber das brauchen wir nicht. Der Wind schläft komplett ein.
Und dann - große Überraschung - reißen die Wolken doch auf und es gibt eine herrliche Abendsonne.
[[Bild:17 7-2.jpg]]
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18. Juli - [[Stugvik]] (Yxnö)</div>
Aufwachen, Kaffee kochen, Rundumblick: Vollflaute. Ein Adler kommt ohne Beute nach Hause. Morgenschwimmen in der Bucht, wo wir alleine sind. Irgendwann nach dem Frühstück gehen wir doch Anker auf - ein Motorboot (wir) verlässt die Bucht.
[[Bild:18 7 1-2.jpg]]
Eine Stunde später gibt's dann aber doch Wind, und zumeist hoch am Wind geht es nach Süden. Es sind Massen von Booten unterwegs, drei Viertel davon Richtung Norden. Wir wollen uns mal den kleinen Lotsenhafen [[Häradskär]] ansehen. Fehlanzeige. Der ist so klein, da können wir gar nicht drin manövrieren. Also weiter wieder etwas landeinwärts nach [[Stora Alö]], und dort in die Stugvik, wo ein kleiner Anleger des [[SXK]] liegt. Auch voll, aber wir erhaschen noch die letzte Heckboje. Alte Bekannte sind auch schon da - ein Ehepaar aus Berlin mit einer vor Jahrzehnten selbst gebauten Hiddensee, mit der sie Skandinavien bereisen. Die sind schon viel weiter gekommen als wir.
[[Bild:18 7 2-2.jpg]]
[[category:Törnbericht]]
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