Benutzer:Rumpf/Törnbericht 2019 Ostschweden via Dänemark: Unterschied zwischen den Versionen
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Nicht mehr weit von hier nach [[Arkösund]] und zu unserem Ziel, dem Clubhafen des Bravikens Batklub. | Nicht mehr weit von hier nach [[Arkösund]] und zu unserem Ziel, dem Clubhafen des Bravikens Batklub. | ||
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18. Juni - [[Snedskär]] II</div> | |||
Wir bleiben hier. Dieser Hafen ist so nett und seine Besitzer. | |||
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Abends sitzt man beim Clubhaus zusammen und es wird viel getratscht, vor allem über das "Woher-wohin". Schweden, so erfahren wir, segeln gerne nach Süden, vornehmlich nach Bornholm, wenn's geht aber auch bis Rügen oder Dänemark. Hier im Club haben sie ein "schwarzes Schaf", das immer nach Finnland will und das auch tut. Früher waren das zwei, aber der andere Mittäter (er sitzt mit am Tisch) kann nur noch mit Krücken laufen und bewohnt sein Schiff nur noch am Steg. | |||
Der Weg von Land zu dem Hafen ist ein bisschen aufwändig. Da er auf einer Schäre liegt, muss man erst mal die Fähre nehmen. | |||
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Und abends geht's in die beste Sauna, die wir kennen: | |||
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20. Juni - [[Äspskär]]</div> | |||
Heute müssen wir uns losreißen von unserem Lieblingshafen (einer von ....). Unter Motor geht`s erst mal die zwei Meilen nach Arkösund, Diesel und Wasser tanken. Und dann los nach Norden durch das Schärenfahrwasser. Die ganze Zeit sieht man gleichzeitig das alte Atomkraftwerk von Norrköping und das Stahlwerk von Oxelösund. Beim Näherkommen stinkt das auch ein bisschen, aber dann sind wir vorbei. | |||
Der Wind ist freundlich und nimmt allmählich zu, zum Schluss müssen wir allerdings noch kreuzen, was aber dank Selbstwendefock unproblematisch ist. Und dann ziehen blitzartig im Westen wüsteste, dunkelste Wolken auf. Also nix mit Ringsön als Ziel, wie geplant, sondern ratzfatz in die nächste geeignete Ankerbucht. Das ist bei Äspskär, einem Inselgewirr östlich von Oxelösund. Wie wir reinkommen liegt da schon ein Schwede an einer SXK-Boje, und hinten in der Bucht ankert doch tatsächlich die Marine. | |||
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Bei genauerer Betrachtung handelt es sich bei diesem Panzerkreuzer aber um eine holländische Motoryacht. "Suum cuique" sagt der Lateiner (zu Deutsch: "Das Schwein quiekt") | |||
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Schnell die Segel aufgetucht, alles an Deck fertig gemacht, Luken zu und runter. Aber der erwartete Gewitterregen entpuppt sich als halbstündiges Getröpfel, danach wieder Sonne. | |||
Die Bucht ist ausgesprochen nett und hat viele Ankermöglichkeiten und Stellen, wo man am Felsen anlegen kann. Von Schweden haben wir erfahren, dass sie inmitten eines riesigen Naherholungsgebietes liegt. Tatsächlich laufen da manchmal Leute rum, und einige Inseln sind mit Hängebrücken verbunden. | |||
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Weil für die Nacht Winddrehungen um 180° angesagt sind, machen wir nicht am Felsen fest, sondern schnappen uns die zweite Boje. Und kurz nach dem Abendschwimmen geht das mit dem Wetter doch schon wieder los: | |||
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<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;"> | |||
21. Juni - [[Trosa]]</div> | |||
Kaum waren wir in der Koje gestern, da ging ein saftiges Gewitter los und blieb fast eine Stunde. Blitz - Donner - Regengeprassel. Aber kaum Wind. Seltsam. | |||
Am Morgen war alles vorbei, schönster Sonnenschein, gemütliches Cockpitfrühstück. Auf den Felsen sah man das Werk des Regens: Die traurigen, verschrumpelten Rentierflechten von gestern hatten sich zu dicken Büscheln aufgeplustert. | |||
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Los ging's gen Nordosten, vorbei an zahllosen Schären, dem netten kleinen Lotsenhäuschen im Sävosund | |||
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bis in die engen Gewässer vor Trosa. Die Einsteuerung nach Trosa ist nicht schwierig. Als erstes sieht man mittig im Fahrwasser eine Insel mit toten Bäumen. | |||
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Auf die muss man immer zuhalten, bis sich steuerbords die Pappelalle nach Trosa rein öffnet. | |||
Diese Insel war früher völlig in Ordnung. Wir haben einen Einheimischen gesprochen, der dort als Junge Abenteuerspiele gemacht hatte. Dann kamen vor etwa 7 Jahren die ersten Kormorane, jetzt ist es eine Kormorankolonie mit rund 600 Vögeln, die dort alles totscheißen. Die sind aber geschützt und niemand darf etwas gegen sie unternehmen. | |||
In Trosa selbst ist wie so oft nicht gebaggert, wir bleiben 5 m vor dem Steg erst mal stehen. -0,4 m auf dem Echo. Mit Maschine dann reingeschoben, und das Schiff rührt sich nicht mehr. Vorleinen sind eigentlich überflüssig. Trosa hat übrigens keine Heckpfähle mehr, sondern nur noch Bojen. Und zwei Drittel der Liegeplätze sind für Dockspot reserviert. Richtig angenehm finden wir das alles nicht, aber das Städtchen ist schön. | |||