Ärmelkanal: Unterschied zwischen den Versionen

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Wegen der Ausdehnung des Gebiets wird er auf vielen Seekarten in einen West- und einen Ostteil aufgeteilt. Als Grenze zwischen Ostteil und Westteil des Kanals sei hier die Linie [[Cherbourg]] - [[Isle of Wight]] angenommen, die bezüglich der Gezeiten signifikant ist.  
Wegen der Ausdehnung des Gebiets wird er auf vielen Seekarten in einen West- und einen Ostteil aufgeteilt. Als Grenze zwischen Ostteil und Westteil des Kanals sei hier die Linie [[Cherbourg]] - [[Isle of Wight]] angenommen, die bezüglich der Gezeiten signifikant ist.  
Die Gezeitenwelle breitet sich von West nach Ost aus mit einem Wellenberg in Höhe der Kanalinseln vor St.Malo.
Die Gezeitenwelle breitet sich von West nach Ost aus mit einem Wellenberg in Höhe der Kanalinseln vor [[Saint-Malo]].


=== Westteil ===
=== Westteil ===


Westlich dieser Linie zeichnet sich insbesondere die französische Seite entlang der [[Bretagne]] durch einen hohen Tidenhub bis zu 12 m und hohe Tidenströme von bis zu 8 kn aus. Auf der englischen Seite ist sie weniger ausgeprägt. Tidenhub und -strom nehmen nach Westen hin ab. Küste und Grund sind weitgehend felsig und abgesehen von Buchten und Einfahrten tief. Viele der kleineren Häfen fallen trocken oder sind durch eine Barre gegen Trockenfallen geschützt. Solche Barren sind für tiefer gehende Yachten nur wenige Stunden vor und nach Hochwasser passierbar. Größere Häfen wie [[Penzance]] oder [[St.Malo]] verfügen über Tore oder Schleusen, um bei Niedrigwasser Mindesttiefen im Hafen garantieren zu können. Diese sind dann auch meist nur wenige Stunden vor und nach Hochwasser erreichbar. Der Küste vorgelagerte, künstlich angelegte Marinas mit Schwimmstegen wie im Mittelmeer findet man selten. In den großen, britischen Häfen ist die Wassertiefe in der Regel ausreichend, um als Sportboot jederzeit ein- und auslaufen zu können. Rund um die Isle of Wight treten allerdings genauso wie bei den Kanalinseln Tidenstromgeschwindigkeiten auf, die von kleineren Sportbooten unbedingt berücksichtigt werden müssen, wenn sie nicht auf der Stelle stehen bleiben wollen.
Westlich dieser Linie zeichnet sich insbesondere die französische Seite entlang der [[Bretagne]] durch einen hohen Tidenhub bis zu 12 m und hohe Tidenströme von bis zu 8 kn aus. Auf der englischen Seite ist sie weniger ausgeprägt. Tidenhub und -strom nehmen nach Westen hin ab. Küste und Grund sind weitgehend felsig und abgesehen von Buchten und Einfahrten tief. Viele der kleineren Häfen fallen trocken oder sind durch eine Barre gegen Trockenfallen geschützt. Solche Barren sind für tiefer gehende Yachten nur wenige Stunden vor und nach Hochwasser passierbar. Größere Häfen wie [[Penzance]] oder [[Saint-Malo]] verfügen über Tore oder Schleusen, um bei Niedrigwasser Mindesttiefen im Hafen garantieren zu können. Diese sind dann auch meist nur wenige Stunden vor und nach Hochwasser erreichbar. Der Küste vorgelagerte, künstlich angelegte Marinas mit Schwimmstegen wie im Mittelmeer findet man selten. In den großen, britischen Häfen ist die Wassertiefe in der Regel ausreichend, um als Sportboot jederzeit ein- und auslaufen zu können. Rund um die Isle of Wight treten allerdings genauso wie bei den Kanalinseln Tidenstromgeschwindigkeiten auf, die von kleineren Sportbooten unbedingt berücksichtigt werden müssen, wenn sie nicht auf der Stelle stehen bleiben wollen.


Das Wellenbild ist durch den angrenzenden offenen [[Atlantik]] und den Kontinentalschelf geprägt, der in einer Tiefe zwischen 40 und 80 m bis zur [[Keltischen See]] reicht, um speziell in Küstennähe in Höhe der [[Scillies]] und der [[Ile d'Ouessant]] relativ steil in die Tiefsee überzugehen. Dieser Schelfrand ist deshalb bei Starkwind und Sturm aus westlichen Richtungen in Küstennähe durch hohe Wellen und Kreuzseen gekennzeichnet.
Das Wellenbild ist durch den angrenzenden offenen [[Atlantik]] und den Kontinentalschelf geprägt, der in einer Tiefe zwischen 40 und 80 m bis zur [[Keltischen See]] reicht, um speziell in Küstennähe in Höhe der [[Scillies]] und der [[Ile d'Ouessant]] relativ steil in die Tiefsee überzugehen. Dieser Schelfrand ist deshalb bei Starkwind und Sturm aus westlichen Richtungen in Küstennähe durch hohe Wellen und Kreuzseen gekennzeichnet.
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===Französische Nordküste===
===Französische Nordküste===
[[Calais]] · [[Boulogne-sur-Mer]] · [[Gravelines]] · [[Diélette]] · [[Cherbourg]]
[[Calais]] · [[Boulogne-sur-Mer]] · [[Gravelines]] · [[Diélette]] · [[Cherbourg]] · [[Saint-Malo]]


== Törnberichte ==
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