Törnbericht 2021 Ostschweden: Unterschied zwischen den Versionen

M Dietrich (Diskussion | Beiträge)
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Klintholm ist natürlich noch leer, nur ein deutscher Segler hier, keine Holländer. Aber die Infrastruktur ist voll geöffnet, alle Duschen, Toiletten, der Brugsen - bestens.
Klintholm ist natürlich noch leer, nur ein deutscher Segler hier, keine Holländer. Aber die Infrastruktur ist voll geöffnet, alle Duschen, Toiletten, der Brugsen - bestens.
Aber hier ändert sich einiges. Schon die Einfahrt lässt einen stutzen, denn die kennt man so gar nicht. Da sind sie dabei, südwestlich einen Wellenbrecher davorzubauen. Ob der später Anschluss zur Hafenmole kriegen soll, ist noch nicht zu erkennen. Und im Gästehafen gibt es die Längsseits-Liegeplätze an der Westkaje vor den Ferienhäusern nicht mehr. Dort stehen jetzt Pfähle - alles also Boxen. Die sind aber sehr kurz und breit und scheinen besonders geeignet für Motorboote.
Aber hier ändert sich einiges. Schon die Einfahrt lässt einen stutzen, denn die kennt man so gar nicht. Da sind sie dabei, südwestlich einen Wellenbrecher davorzubauen. Ob der später Anschluss zur Hafenmole kriegen soll, ist noch nicht zu erkennen. Und im Gästehafen gibt es die Längsseits-Liegeplätze an der Westkaje vor den Ferienhäusern nicht mehr. Dort stehen jetzt Pfähle - alles also Boxen. Die sind aber sehr kurz und breit und scheinen besonders geeignet für Motorboote.
Nun, wir wollen nicht lange bleiben. Morgen sehr früh geht's los nach Ystad. Das ist das einzige Zeitfenster für 4 Tage, wo es Wind gibt.
Nun, wir wollen nicht lange bleiben. Morgen sehr früh geht's los nach Ystad. Das ist das einzige Zeitfenster für 4 Tage, wo es Wind gibt.
30. Mai Ystad
 
 
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30. Mai - Ystad </div>
 
 
... und was für Wind! Gestern sind wir früh los, es war fast noch Nebel. Kurz hinter den Kreidefelsen gab es dann ausreichend Wind, wenig später sogar viel: 10 - 11 m/s aus NW. Da war dann schon ein Reff fällig. Aus dem Dunst tauchten dann Windgeneratoren auf. Das sind die ersten, die auf Kriegers Flach schon ihren Betrieb aufgenommen haben. Und gleich danach wurden wir über die Funke angeblafft, uns bitte aus der Baustelle herauszuhalten. Glücklicherweise haben wir allerneueste Karten, wo die betreffenden Tonnen eigezeichnet sind, und konnten so zielgenau fahren. Waren nur ein paar Grad, die wir anluven mussten. Später haben wir gesehen, dass dort wohl noch mindestens zwei Jahre gebaut wird, so viele Fundamente stehen da schon.
... und was für Wind! Gestern sind wir früh los, es war fast noch Nebel. Kurz hinter den Kreidefelsen gab es dann ausreichend Wind, wenig später sogar viel: 10 - 11 m/s aus NW. Da war dann schon ein Reff fällig. Aus dem Dunst tauchten dann Windgeneratoren auf. Das sind die ersten, die auf Kriegers Flach schon ihren Betrieb aufgenommen haben. Und gleich danach wurden wir über die Funke angeblafft, uns bitte aus der Baustelle herauszuhalten. Glücklicherweise haben wir allerneueste Karten, wo die betreffenden Tonnen eigezeichnet sind, und konnten so zielgenau fahren. Waren nur ein paar Grad, die wir anluven mussten. Später haben wir gesehen, dass dort wohl noch mindestens zwei Jahre gebaut wird, so viele Fundamente stehen da schon.
Jedenfalls war es eine tolle Rauschefahrt nach Ystad, bis querab von Smygehamn der Wind plötzlich immer weniger wurde, weniger, und schließlich ganz weg. "Aber da vorne kräuselt sich doch das Wasser!" Richtig. Und als wir dort waren kam der Wind wieder, 180° entgegengesetzt aus SE, 14 - 16 m/s. Überraschung.
Jedenfalls war es eine tolle Rauschefahrt nach Ystad, bis querab von Smygehamn der Wind plötzlich immer weniger wurde, weniger, und schließlich ganz weg. "Aber da vorne kräuselt sich doch das Wasser!" Richtig. Und als wir dort waren kam der Wind wieder, 180° entgegengesetzt aus SE, 14 - 16 m/s. Überraschung.
Und heute in Ystad Vollflaute. Manch einer legt ab und motort weiter - wir bleiben und machen eine Radtour Richtung Kabusa. Eine sehr schöne Gegend mit feinem Sandstrand, lichten Kiefernwäldern mit viel Waldmeister, Harzgeruch.
Und heute in Ystad Vollflaute. Manch einer legt ab und motort weiter - wir bleiben und machen eine Radtour Richtung Kabusa. Eine sehr schöne Gegend mit feinem Sandstrand, lichten Kiefernwäldern mit viel Waldmeister, Harzgeruch.
Zum Thema Pandemie übrigens: In Dänemark hat keiner etwas von uns gewollt. Deutsche Maßnahmen (Schnutenpulli, gesperrte Hafenduschen, Ellbow-Shake usw.) kennt man dort nicht.
 
Auch nicht in Schweden. Hier ist Handschlag üblich. Ein bisschen Kontrolle am Eingang von Restaurants, die sind aber voll. Hier ein Bild der Innengastronomie:
 
31. Mai Simrishamn (Au weia!)
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Zum Thema Pandemie übrigens: In Dänemark hat keiner etwas von uns gewollt. Deutsche Maßnahmen (Schnutenpulli, gesperrte Hafenduschen, Ellbow-Shake usw.) kennt man dort nicht. Auch nicht in Schweden. Hier ist Handschlag üblich. Ein bisschen Kontrolle am Eingang von Restaurants, die sind aber voll. Hier ein Bild der Innengastronomie:
 
 
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31. Mai - Simrishamn (Au weia!) </div>
 
 
Herrlicher Schlag heute. Der Wind kam spät und wir sind erst gegen 11 Uhr los. Schöne Backstagsbrise entlang der Küste Schonens. Im Schießgebiet Kabusa war nix los, also konnten wir mitten durch. Dann kam erst ein Gleitschirmflieger an der Steilküste in Sicht (tatsächlich nur einer)
Herrlicher Schlag heute. Der Wind kam spät und wir sind erst gegen 11 Uhr los. Schöne Backstagsbrise entlang der Küste Schonens. Im Schießgebiet Kabusa war nix los, also konnten wir mitten durch. Dann kam erst ein Gleitschirmflieger an der Steilküste in Sicht (tatsächlich nur einer)
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und dann Ales Stenar
und dann Ales Stenar
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Diese "steinalte" (Achtung: Wortspiel) Schiffssetzung lassen wir heute mal links liegen und fahren weiter, vorbei an Leuchtturm Sandhammaren
Diese "steinalte" (Achtung: Wortspiel) Schiffssetzung lassen wir heute mal links liegen und fahren weiter, vorbei an Leuchtturm Sandhammaren
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und dann die Küste Schonens hoch nach Norden. Man sieht, dass die Bauern hier nicht arm sein können.
und dann die Küste Schonens hoch nach Norden. Man sieht, dass die Bauern hier nicht arm sein können.
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Und was ist jetzt mit "Au weia"? Simrishamn! Der Hafen mit seinen Stegen ist in Ordnung wie immer. Und wie immer muss man erst mal 300 m zum Hafenmeister, um dort aus dem Automaten sein Ticket und die Tally-Card zu ziehen. Falsch! Beim Hafenmeister ist natürlich keiner da (Dienstschluss 16:00 h). Und der Hafengeldautomat ist auch weg!! Presspanplatte stattdessen. Und ein Schild: Bitte bezahlen Sie online, und ein QR-Code - mehr nicht. Ich wieder zurückgeflitzt, Smartphone geholt, QR-Code gelesen, einigermaßen kapiert, was die wollen, und dann ging's ans Bezahlen. Kreditkartendaten wie beim Online-Shopping, und schließlich von meiner Bank die Frage nach einer online PIN mit Flicker-Code. Ab zum Boot (300 m!) , Kartenlesegerät rausgeholt - der Flicker auf dem Smartphone viel zu klein, ließ sich auch nicht vergrößern. OK, dasselbe nochmal mit dem Laptop - jetzt gings. Die Website meldet: "Alles OK. Geben Sie bitte die Nummer der Steckdose ein für Strom". Mein Stecker war in Nr. 1. 1 ist aber falsch, sagt die Website. Nach vielen Überlegungen: An der Stromsäule ist doch ein Tastenfeld mit 9 Ziffern, es gibt aber nur 4 Anschlüsse. Sollte man vielleicht da irgendetwas .... ? Aber was? Da war doch irgendwo auf der Website eine Zahl gewesen, so eine Art Buchungsnummer. Nein! Das ist der Code, den man an der Stromsäule eingeben muss, und dann kann man eine Steckdose wählen.
Und was ist jetzt mit "Au weia"? Simrishamn! Der Hafen mit seinen Stegen ist in Ordnung wie immer. Und wie immer muss man erst mal 300 m zum Hafenmeister, um dort aus dem Automaten sein Ticket und die Tally-Card zu ziehen. Falsch! Beim Hafenmeister ist natürlich keiner da (Dienstschluss 16:00 h). Und der Hafengeldautomat ist auch weg!! Presspanplatte stattdessen. Und ein Schild: Bitte bezahlen Sie online, und ein QR-Code - mehr nicht. Ich wieder zurückgeflitzt, Smartphone geholt, QR-Code gelesen, einigermaßen kapiert, was die wollen, und dann ging's ans Bezahlen. Kreditkartendaten wie beim Online-Shopping, und schließlich von meiner Bank die Frage nach einer online PIN mit Flicker-Code. Ab zum Boot (300 m!) , Kartenlesegerät rausgeholt - der Flicker auf dem Smartphone viel zu klein, ließ sich auch nicht vergrößern. OK, dasselbe nochmal mit dem Laptop - jetzt gings. Die Website meldet: "Alles OK. Geben Sie bitte die Nummer der Steckdose ein für Strom". Mein Stecker war in Nr. 1. 1 ist aber falsch, sagt die Website. Nach vielen Überlegungen: An der Stromsäule ist doch ein Tastenfeld mit 9 Ziffern, es gibt aber nur 4 Anschlüsse. Sollte man vielleicht da irgendetwas .... ? Aber was? Da war doch irgendwo auf der Website eine Zahl gewesen, so eine Art Buchungsnummer. Nein! Das ist der Code, den man an der Stromsäule eingeben muss, und dann kann man eine Steckdose wählen.
Das Ganze hat mich incl. Wegezeit 50 min gekostet. Eine Frechheit! Simrishamn sieht uns nie wieder.
Das Ganze hat mich incl. Wegezeit 50 min gekostet. Eine Frechheit! Simrishamn sieht uns nie wieder.
1. Juni Hanö
 
 
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1. Juni Hanö </div>
 
 
Erst noch mal ein Nachtrag zu dem Ärger mit den Harbour-Authorities in Simrishamn. Heute Morgen sah der Ex-Standort des besagten Ticketautomaten so aus:
Erst noch mal ein Nachtrag zu dem Ärger mit den Harbour-Authorities in Simrishamn. Heute Morgen sah der Ex-Standort des besagten Ticketautomaten so aus:
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Danach sind wir aber los, freundlicheren Zielen entgegen: Unserer Lieblingsinsel Hanö. Wenig Wind gegenan, also Kreuzen, aber insgesamt bestes Segelwetter. Die Regatta gegen zwei weitere deutsche Boote mit gleichem Ziel verlieren wir glatt. Beide mit nackten Masten, dafür 7,2 kn auf dem AIS - eine Oceanis 43 DS und eine Sirius 40, auch DS. Und dann kam Hanö in Sicht.
Danach sind wir aber los, freundlicheren Zielen entgegen: Unserer Lieblingsinsel Hanö. Wenig Wind gegenan, also Kreuzen, aber insgesamt bestes Segelwetter. Die Regatta gegen zwei weitere deutsche Boote mit gleichem Ziel verlieren wir glatt. Beide mit nackten Masten, dafür 7,2 kn auf dem AIS - eine Oceanis 43 DS und eine Sirius 40, auch DS. Und dann kam Hanö in Sicht.
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Schnell noch ein kurzer Walk zum Leuchtturm hoch, dann gibt's Abendessen.
Schnell noch ein kurzer Walk zum Leuchtturm hoch, dann gibt's Abendessen.
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Das Wetter ändert sich jetzt sowieso grundlegend.
Das Wetter ändert sich jetzt sowieso grundlegend.
2. Juni Hanö II
 
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2. Juni - Hanö II </div>
 
 
Wir sind noch in Hanö. Ostwind mit 12 - 16 m/s macht keinen Spaß in der Hanö-Bucht, wenn man nach Osten will. Wollen wir aber. Hier im Hafen auf der Westseite ist es währenddessen schön gemütlich. Die Leute hier richten die Hafenumgebung ja unglaublich liebevoll ein. Überall sind kleine Sitzecken, kleine optische Überraschungen bis hin zu einem regelrechten Turistbyro. Hier einige Impressionen:
Wir sind noch in Hanö. Ostwind mit 12 - 16 m/s macht keinen Spaß in der Hanö-Bucht, wenn man nach Osten will. Wollen wir aber. Hier im Hafen auf der Westseite ist es währenddessen schön gemütlich. Die Leute hier richten die Hafenumgebung ja unglaublich liebevoll ein. Überall sind kleine Sitzecken, kleine optische Überraschungen bis hin zu einem regelrechten Turistbyro. Hier einige Impressionen:
Die Frischwasserversorgung ist gewöhnungsbedürftig. Ein einziger Wasserhahn für die gesamte Außenmole. Aber der Schlauch reicht tatsächlich bis zur Hafeneinfahrt.
Die Frischwasserversorgung ist gewöhnungsbedürftig. Ein einziger Wasserhahn für die gesamte Außenmole. Aber der Schlauch reicht tatsächlich bis zur Hafeneinfahrt.