Bergung: Unterschied zwischen den Versionen

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Laut BSU sterben die meisten wegen erfolgloser Bergeversuchen. Daher ist es unabdingbar, dass die Bergung einer z.B. 120kg schweren Person im Rahmen der Schiffs- und Sicherheitseinweisung VOR dem ersten Ablegen praktisch durchgegangen wird! Der Skipper muss davon ausgehen, dass er selbst über Bord geht! Dann muss seine Crew wissen wie und was zu tun ist! In nördlichen (deutschen) Gewässern ist man binnen kurzer Zeit unterkühlt, nicht mehr handlungfähig und wird bewußtlos. In der Regel wird die Person nicht mehr aus eigener Kraft an Bord steigen können. Bei einem Naßgewicht von über 100 kg wird dies auch der Crew nicht mehr möglich sein.  
Laut BSU sterben die meisten wegen erfolgloser Bergeversuchen. Daher ist es unabdingbar, dass die Bergung einer z.B. 120kg schweren Person im Rahmen der Schiffs- und Sicherheitseinweisung VOR dem ersten Ablegen praktisch durchgegangen wird! Der Skipper muss davon ausgehen, dass er selbst über Bord geht! Dann muss seine Crew wissen wie und was zu tun ist! In nördlichen (deutschen) Gewässern ist man binnen kurzer Zeit unterkühlt, nicht mehr handlungfähig und wird bewußtlos. In der Regel wird die Person nicht mehr aus eigener Kraft an Bord steigen können. Bei einem Naßgewicht von über 100 kg wird dies auch der Crew nicht mehr möglich sein.  
* Der Lifebelt der Person wird provisorisch '''mit einer Leine an Bord fixiert''', z.B. Lifeline, um den Kontakt nicht zu verlieren.
* Eine am Lifebelt getragene persönliche Rettungsschlaufe kann diesen ersten wichtigen Schritt erheblich erleichtern. Die Person im Wasser kann mit Bootshaken herangezogen und direkt mit der Rettungsschlaufe am Schiff gesichert werden. Eine ca. 1,5 m lange und dennoch sehr leichte und kompakte [https://www.skipperguide.de/mediawiki/images/PersonalRescueLoop_CCBY40_GNU_FDL13_2021.pdf persönliche Rettungsschalufe (Personal Rescue Loop)] kann aus dünner aber hochfester Leine hergestellt werden. Diese muss vorher, dauernd und sicher am Lifebelt oder an der Hebeschlaufe einer Rettungsweste befestig werden. Mit einer Arbeitslast von mehr 200 kg (Bruchlast > 800 daN) ist diese Leinenverbingung auch geeignet eine Person aus dem Wasser an Bord zu heben, wenn sie mit einem Fall und/oder einem mindestens 2 m langen Flaschenzug verbunden wird. 


Sofern kein extra Bergegeschirr vorhanden ist, kommen grundsätzlich zwei Bergemethoden in Frage:
Sofern kein extra Bergegeschirr vorhanden ist, kommen grundsätzlich zwei Bergemethoden in Frage:
* Der Lifebelt der Person wird provisorisch '''mit einer Leine an Bord fixiert''', z.B. Lifeline, um den Kontakt nicht zu verlieren. Eine am Lifebelt getragene persönliche Rettungsschlaufe kann diesen ersten wichtigen Schritt erheblich erleichtern. Die Person im Wasser kann mit Bootshaken herangezogen und direkt mit der Rettungsschlaufe am Schiff gesichert werden. Eine ca. 1,5 m lange und dennoch sehr leichte und kompakte [https://www.skipperguide.de/mediawiki/images/PersonalRescueLoop_CCBY40_GNU_FDL13_2021.pdf persönliche Rettungsschalufe (Personal Rescue Loop)] kann aus dünner aber hochfester Leine hergestellt werden. Diese muss vorher, dauernd und sicher am Lifebelt oder an der Hebeschlaufe einer Rettungsweste befestig werden. Mit einer Arbeitslast von mehr 200 kg (Bruchlast > 800 daN) ist diese Leinenverbingung auch geeignet eine Person aus dem Wasser an Bord zu heben, wenn sie mit einem Fall und/oder einem mindestens 2 m langen Flaschenzug verbunden wird. 
* Sofern vorhanden, wird ein unbenutztes Fall wie zum Beispiel ein '''Spifall im Lifebelt der Person eingeklinkt''' und die Person wird an Bord gewinscht. Die seitliche '''Bergung mittels Spifall und Winschen''' muss dabei durchgespielt werden. Viele Spifallen reichen nur bis zum Deck, um von dort den Spi aus dem Sack zu ziehen und nicht bis ins Wasser. Daher ist die Vorbereitung einer Zusatzleine mit Karabiner zu prüfen. Bei der Sicherheitseinweisung muss eine Hebeprüfung von einer schwachen Person über die Spi-Winsch getestet werden. Kann die schwache Person die schwere MOB-Person nicht heben, muss der Einsatz von zwei Winschen geprüft werden (Tandemprinzip)!  
* Sofern vorhanden, wird ein unbenutztes Fall wie zum Beispiel ein '''Spifall im Lifebelt der Person eingeklinkt''' und die Person wird an Bord gewinscht. Die seitliche '''Bergung mittels Spifall und Winschen''' muss dabei durchgespielt werden. Viele Spifallen reichen nur bis zum Deck, um von dort den Spi aus dem Sack zu ziehen und nicht bis ins Wasser. Daher ist die Vorbereitung einer Zusatzleine mit Karabiner zu prüfen. Bei der Sicherheitseinweisung muss eine Hebeprüfung von einer schwachen Person über die Spi-Winsch getestet werden. Kann die schwache Person die schwere MOB-Person nicht heben, muss der Einsatz von zwei Winschen geprüft werden (Tandemprinzip)!