Bergung: Unterschied zwischen den Versionen

Personenbergung: aus dem Wasser, zusammenführen und übertragen von Inhalten aus Mann-über-Board Manöver, nach entsprechendem Verweis durch Link
Links und Anleitungen ergänzt, Überschriften passend zum Inhalt
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Abgesehen vom Bergen der Segel gibt es im Bereich der Hilfeleistung auf See zwei Formen der Bergung, die Personenbergung und die Bergung eines Schiffs.
Abgesehen vom Bergen der Segel gibt es im Bereich der Hilfeleistung auf See zwei Formen der Bergung, die Personenbergung und die Bergung eines Schiffs. Eine Person kann entweder von der Yacht oder aus der See abgeborgen werden.  


 
== Personenbergung von Bord einer Yacht ==
== Personenbergung ==
Eine Abbergung von Bord einer Yacht erfolgt typischerweise per Helicopterlift, wenn die Person verletzt oder erkrankt ist oder wenn ein Untergang der Yacht erwartet wird. Der Ablauf wird durch die Helicopterbesatzung vorgegeben.  
Eine Person kann entweder von der Yacht oder aus der See abgeborgen werden.
 
Eine 'Abbergung von Bord einer Yacht' erfolgt typischerweise per Helicopterlift, wenn die Person verletzt oder erkrankt ist oder wenn ein Untergang der Yacht erwartet wird. Der Ablauf wird durch die Helicopterbesatzung vorgegeben.  


Die Abbergung von Bord durch ein anderes Schiff ist bei Seegang schwierig und sollte vermieden werden, da sie auch die hilfeleistende Yacht gefährdet. Sicherer ist es dann, Beiboot oder Rettungsfloß zu besteigen und sich von dort abbergen zu lassen. Dieser Umweg kann auch bei Helicopter-Bergung erforderlich werden, wenn das Risiko durch Stag, Backstage und Wanten der Yacht aus Sicht des Retters zu groß ist. Sofern nicht permanent angelegt, wird vor Besteigen von Rettungsfloß oder Beiboot eine Rettungsweste mit Lifebelt angelegt. Wenn die Yacht nicht aufgegeben wird, also noch Besatzung an Bord bleibt, wird Rettungsfloß oder Beiboot mit ausreichend langen Festmachern an der Yacht fixiert und später wieder an Bord genommen. Die am Rettungsfloß angebrachte Reißleine ist dafür ungeeignet, weil sie durch einen Scherbeschlag nach einiger Zeit im Seegang abreißt.
Die Abbergung von Bord durch ein anderes Schiff ist bei Seegang schwierig und sollte vermieden werden, da sie auch die hilfeleistende Yacht gefährdet. Sicherer ist es dann, Beiboot oder Rettungsfloß zu besteigen und sich von dort abbergen zu lassen. Dieser Umweg kann auch bei Helicopter-Bergung erforderlich werden, wenn das Risiko durch Stag, Backstage und Wanten der Yacht aus Sicht des Retters zu groß ist. Sofern nicht permanent angelegt, wird vor Besteigen von Rettungsfloß oder Beiboot eine Rettungsweste mit Lifebelt angelegt. Wenn die Yacht nicht aufgegeben wird, also noch Besatzung an Bord bleibt, wird Rettungsfloß oder Beiboot mit ausreichend langen Festmachern an der Yacht fixiert und später wieder an Bord genommen. Die am Rettungsfloß angebrachte Reißleine ist dafür ungeeignet, weil sie durch einen Scherbeschlag nach einiger Zeit im Seegang abreißt.


 
== Personenbergung aus dem Wasser ==
Die 'Bergung einer Person aus dem Wasser' kann ebenfalls durch Helicopter erfolgen oder sie erfolgt nach einem [[Mann-über-Bord Manöver]] durch die Besatzung einer Yacht. Bei der Annäherung wird die Person von Luv her angesteuert, also im Lee der Yacht liegen gelassen. Dadurch sorgt der Rumpf der Yacht für ruhigere See und bei backgesetzter Fock oder starkem Wind neigt sich die Bordwand weiter zum MOB herunter, so das die Crew ihn leichter zu Fassen bekommt.  
Die Bergung einer Person aus dem Wasser kann ebenfalls durch Helicopter erfolgen oder sie erfolgt nach einem [[Mann-über-Bord Manöver]] durch die Besatzung einer Yacht. Bei der Annäherung wird die Person von Luv her angesteuert, also im Lee der Yacht liegen gelassen. Dadurch sorgt der Rumpf der Yacht für ruhigere See und bei backgesetzter Fock oder starkem Wind neigt sich die Bordwand weiter zum MOB herunter, so das die Crew ihn leichter zu Fassen bekommt.  
 


Laut BSU sterben die meisten wegen erfolgloser Bergeversuchen. Daher ist es unabdingbar, dass die Bergung einer z.B. 120kg schweren Person im Rahmen der Schiffs- und Sicherheitseinweisung VOR dem ersten Ablegen praktisch durchgegangen wird! Der Skipper muss davon ausgehen, dass er selbst über Bord geht! Dann muss seine Crew wissen wie und was zu tun ist! In nördlichen (deutschen) Gewässern ist man binnen kurzer Zeit unterkühlt, nicht mehr handlungfähig und wird bewußtlos. In der Regel wird die Person nicht mehr aus eigener Kraft an Bord steigen können. Bei einem Naßgewicht von über 100 kg wird dies auch der Crew nicht mehr möglich sein.  
Laut BSU sterben die meisten wegen erfolgloser Bergeversuchen. Daher ist es unabdingbar, dass die Bergung einer z.B. 120kg schweren Person im Rahmen der Schiffs- und Sicherheitseinweisung VOR dem ersten Ablegen praktisch durchgegangen wird! Der Skipper muss davon ausgehen, dass er selbst über Bord geht! Dann muss seine Crew wissen wie und was zu tun ist! In nördlichen (deutschen) Gewässern ist man binnen kurzer Zeit unterkühlt, nicht mehr handlungfähig und wird bewußtlos. In der Regel wird die Person nicht mehr aus eigener Kraft an Bord steigen können. Bei einem Naßgewicht von über 100 kg wird dies auch der Crew nicht mehr möglich sein.  


Sofern kein extra Bergegeschirr vorhanden ist, kommen grundsätzlich zwei Bergemethoden in Frage:
Sofern kein extra Bergegeschirr vorhanden ist, kommen grundsätzlich zwei Bergemethoden in Frage:
* Der Lifebelt der Person wird provisorisch mit einer Leine, z.B. Lifeline an Bord fixiert, um den Kontakt nicht zu verlieren. Eine am Lifebelt getragene persönliche Rettungsschlaufe kann diesen ersten wichtigen Schritt erheblich erleichtern. Die Person im Wasser kann mit Bootshaken herangezogen und direkt mit der Rettungsschlaufe am Schiff gesichert werden. Eine ca. 1,5 m lange und dennoch sehr leichte und kompakte persönliche Rettungsschalufe kann aus dünner aber hochfester Leine hergestellt werden (Personal Rescue Loop). Diese muss vorher, dauernd und sicher am Lifebelt oder an der Hebeschlaufe einer Rettungsweste befestig werden. Mit einer Arbeitslast von mehr 200 kg (Bruchlast > 800 daN) ist diese Leinenverbingung auch geeignet eine Person aus dem Wasser an Bord zu heben, wenn sie mit einem Fall und/oder einem mindestens 3 m langen Flaschenzug verbunden wird.   
* Der Lifebelt der Person wird provisorisch mit einer Leine, z.B. Lifeline an Bord fixiert, um den Kontakt nicht zu verlieren. Eine am Lifebelt getragene persönliche Rettungsschlaufe kann diesen ersten wichtigen Schritt erheblich erleichtern. Die Person im Wasser kann mit Bootshaken herangezogen und direkt mit der Rettungsschlaufe am Schiff gesichert werden. Eine ca. 1,5 m lange und dennoch sehr leichte und kompakte persönliche Rettungsschalufe kann aus dünner aber hochfester Leine hergestellt werden ([https://www.skipperguide.de/wiki/Datei:PersonalRescueLoop_CCBY40_GNU_FDL13_2021.pdf Personal Rescue Loop]). Diese muss vorher, dauernd und sicher am Lifebelt oder an der Hebeschlaufe einer Rettungsweste befestig werden. Mit einer Arbeitslast von mehr 200 kg (Bruchlast > 800 daN) ist diese Leinenverbingung auch geeignet eine Person aus dem Wasser an Bord zu heben, wenn sie mit einem Fall und/oder einem mindestens 3 m langen Flaschenzug verbunden wird.   
* Sofern vorhanden, wird ein unbenutztes Fall wie zum Beispiel ein 'Spifall im Lifebelt der Person' eingeklinkt und die Person wird an Bord gewinscht. Die seitliche Bergung mittels Spifall und Winschen muss dabei durchgespielt werden. Viele Spifallen reichen nur bis zum Deck, um von dort den Spi aus dem Sack zu ziehen und nicht bis ins Wasser. Daher ist die Vorbereitung einer Zusatzleine mit Karabiner zu prüfen. Bei der Sicherheitseinweisung muss eine Hebeprüfung von einer schwachen Person über die Spi-Winsch getestet werden. Kann die schwache Person die schwere MOB-Person nicht heben, muss der Einsatz von zwei Winschen geprüft werden (Tandemprinzip)!  
* Sofern vorhanden, wird ein unbenutztes Fall wie zum Beispiel ein 'Spifall im Lifebelt der Person' eingeklinkt und die Person wird an Bord gewinscht. Die seitliche Bergung mittels Spifall und Winschen muss dabei durchgespielt werden. Viele Spifallen reichen nur bis zum Deck, um von dort den Spi aus dem Sack zu ziehen und nicht bis ins Wasser. Daher ist die Vorbereitung einer Zusatzleine mit Karabiner zu prüfen. Bei der Sicherheitseinweisung muss eine Hebeprüfung von einer schwachen Person über die Spi-Winsch getestet werden. Kann die schwache Person die schwere MOB-Person nicht heben, muss der Einsatz von zwei Winschen geprüft werden (Tandemprinzip)!  


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* [http://www.intensiv-innsbruck.at/education/ertrinken_hasibeder.htm A.Univ.-Prof. Dr. Walter Hasibeder: "Das Beinahe-Ertrinken"] mit  Erläuterungen zum Sekundären Ertrinken
* [http://www.intensiv-innsbruck.at/education/ertrinken_hasibeder.htm A.Univ.-Prof. Dr. Walter Hasibeder: "Das Beinahe-Ertrinken"] mit  Erläuterungen zum Sekundären Ertrinken
* [http://www.openpr.de/pdf/194458/Bergungen-Von-der-Praxis-zur-Theorie.pdf Pantaenius: "Bergungen, von der Praxis zur Theorie" [PDF]]
* [http://www.openpr.de/pdf/194458/Bergungen-Von-der-Praxis-zur-Theorie.pdf Pantaenius: "Bergungen, von der Praxis zur Theorie" [PDF]]
* [http://moblifesavers.com/ MOB Lifesaver für Rettungswesten und Anleitungen und Videos zum Bergen von Personen aus dem Wasser] (Englisch)


[[Kategorie:Seemannschaft]]
[[Kategorie:Seemannschaft]]
[[Kategorie:MOB]]
[[Kategorie:MOB]]