Benutzer:Rumpf/Törnbericht 2019 Ostschweden via Dänemark: Unterschied zwischen den Versionen

Rumpf (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Rumpf (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1.825: Zeile 1.825:


[[Bild:3 9 2-2.jpg]]
[[Bild:3 9 2-2.jpg]]
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
5. September - at home</div>
Jetzt reicht's! Immer nur Regen, wenig Wolkenlöcher und eine Wetterprognse, der nichts einfällt als Wind über 10 m/s und Regen, und wenn mal nicht, dann Flaute. Es soll ja auch einen Goldenen Herbst geben.
Wir haben das Boot in Kappeln angebunden und sind nach Hause gefahren. Weiter geht's erst wieder, wenn das Wetter sich zu Kompromissen bereit findet. So!
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
19. September - [[Bagenkop]]</div>
Hach, wir sind wieder an Bord! endlich hat sich das Wetter beruhigt. Gestern hat's noch ein wenig gekachelt, so mit 13 / 14 m/s, aber wegen der Aussichten sind wir dann doch los - bis Schleimünde allerdings nur.
Heute sind wir nach einer sehr schnellen Fahrt in einem deutschen Hafen, jedenfalls wenn man von der Sprache ausgeht, die die Leute hier sprechen. In Wahrheit sind wir natürlich in Bagenkop, aber an der Gästepier kein einziges dänisches Schiff. Kein Regen mehr, keine Böen mehr, blauer Himmel und Sonnenschein. Wir machen eine schicke Radtour ans Südende von Langeland und schauen uns erst mal die Segelkollegen an, die da so um die Huk kommen. Später trifft man sich dann im Hafen. Sehr gemütlich und geruhsam hier. Von den Fischern bekommt man sogar fangfrische Schollen, und die geh ich jetzt erst mal ausnehmen und filetieren. Heute Abend Scholle auf er Haut gebraten mit Bratkartoffeln - Hmmmh!
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
20. September - [[Bagenkop]] auf's Neue</div>
Wir wollten heute weiter irgendwie nach Norden, Windfinder und DMI hatten das genehmigt - und beim Frühstück dräuendes Gewölk, 12 m/s auf dem Windmesser, Sprühregen. Nee, abwarten! Das wurde aber nicht besser. Mal konnte man gerade noch so eben Marstal sehen, dann wieder nicht mal Boote, die eine Seemeile weg waren. Scheußlich. Umdisponieren und wieder mal Lesestunde, Kakao trinken, quatschen. Einziger Vorteil: Es ist nicht mehr so kalt. Einige Boote kommen rein, alle gut gerefft, alle sehr nass.
Dann am frühen Nachmittag ein Lichtblick: Der Himmel reißt auf, ein Wolkenloch äußerst begrenzten Ausmaßes über uns. Das macht Eindruck zusammen mit den Wolken.
[[Bild:20 9-2.jpg]]
Und gleich drauf alles wieder schwarz und Nieselregen. Morgen wird's besser
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
22. September - [[Strande]]</div>
"Morgen" wurde es nicht besser, im Gegenteil. Aber heute sind wir los - ein sehr schöner Halbwindkurs in die Kieler Förde. Wir wollen nach Laboe zum Fisch essen. Das ist eine Premiere dieses Jahr: Nach Deutschland!
Das Anlaufen der Förde gestaltet sich ziemlich schwierig, denn bei dem herrlichen Wetter heute ist offenbar jedes Boot, das noch einen Mast hat, auf dem Wasser. Es ist Sonntag Nachmittag!.
In Laboe dann eine Gasse nach der anderen abgeklappert, überall rote Schilder. Sind die wirklich alle besetzt, oder sind die Boote schon aus dem Wasser und die haben vergessen, die Schilder rumzudrehen. Sei's drum! Außerdem scheint an Land riesiger Ramba-Zamba zu sein, denn überall stehen Büdchen und Zelte. Ungemütlich.
Und so beschließen wir, einmal die Förde zu überqueren und zum ersten Mal überhaupt Strande anzulaufen. Der Weg über die Strander Bucht ist chaotisch. Dort fährt alles, was schwimmen kann, durcheinander: 2 verschiedene Segelschulen, Segelyachten mit und ohne Segel, Motoryachten langsam und schnell, Wasserscooter, Hobie-Cats, Windsurfer, Kite-Surfer mit Tragflügelbrettern - hier darf man nicht den Überblick verlieren. Sommerwochenende in der Strander Bucht? In Zukunft ohne mich. Im Hafen selbst dann eine Überraschung: Angenehme Atmosphäre, viele freie Boxen, moderates Liegegeld, erstklassige Duschen. Hier kann man leben.
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
24. September - [[Schlei(ch)münde]]</div>
Extrem schlechte Sicht heute, ganz wenig Wind. Wir schleichen nach Schlei(ch)münde. Wir sind nämlich noch gar nicht zu Hause. Glücklicherweise kommt der Wind fast halb, so dass wir einigermaßen Fahrt machen. Im Sperrgebiet Schönhagen dann ein freundlicher Anruf von einem freundlichen Minenjagdboot: "Wir wollen jetzt da hin und üben. Ihr müsst da bitte weg." Machen wir, und treiben mit Nordstrom haarscharf an der Sperrgebietstonne vorbei.
[[Bild:24 9 1-2.jpg]]
Spät kommt das Bauklötzchenkonglomerat von Olpenitz in Sicht und der Leuchtturm Schleimünde. Der hat doch tatsächlich Licht an, so unsichtig ist das.
[[Bild:24 9 2-2.jpg]]
Und in Schleimünde selbst sind wir - alleine. Nur Hafenmeisters sind da.
[[Bild:24 9 3-2.jpg]]
Und jetzt geht's los mit Vorbereitungen für das Winterlager, denn da wollen wir morgen oder übermorgen hin. Segel abschlagen und ab in die Säcke, Strecktaue wegpacken, laufendes Gut ausscheren und aufschießen, und vor allem Listen fertigschreiben, was alles im Winter erledigt werden muss. Ein schönes Stück Arbeit. Aber richtig schön ist es hier im Herbst, wenn sich der Nebel dann auch langsam lichtet.
[[Bild:24 9 4-2.jpg]]
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
27. September - Winterlager</div>
Nun ist es so weit: Wir liegen am Steg unseres Winterlagers, neben uns schon etliche Schiffe ohne Mast. Von Land Krangeräusche und Motoren von Schleppern. Das Auto ist schon halb gepackt, den Rest holen wir nächste Woche mit dem Anhänger. Es ist Herbst - sieht man auch:
[[Bild:27 9 1-2.jpg]]
[[Bild:27 9 2-2.jpg]]
Hätten wir nicht doch noch weiterfahren sollen? Nee, sagt der Wetterbericht, es kommt nur noch Ungemütlichkeit. Da sehen wir doch lieber zu Hause nach, ob der Kamin noch geht.
Das war ein toller Törn mit vielen neuen Liegeplätzen, vielen neuen Leuten, die wir kennengelernt haben. Wir haben auch festgestellt, dass man im Laufe einer so langen Reise immer gesünder wird: Der kaputte Meniskus meckert nicht mehr, der Nacken ist nicht mehr steif, der Blutdruck sinkt.... Ein Stegnachbar meinte dieses Jahr, dass die Krankenkassen eigentlich einen Zuschuss zahlen sollten zu so einem Boot. Interessante Idee.
So, Schluss für dieses Jahr, Fotos sortieren, nächste Reise planen, auch ein bisschen Wintersport einstreuen. Tschüs!