Benutzer:Rumpf/Törnbericht 2019 Ostschweden via Dänemark: Unterschied zwischen den Versionen

Rumpf (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Rumpf (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 921: Zeile 921:


Sagte ich "alleine mit einem einzigen Motorboot"? Gerade eben läuft noch eine finnische HR ein und ankert neben uns.
Sagte ich "alleine mit einem einzigen Motorboot"? Gerade eben läuft noch eine finnische HR ein und ankert neben uns.
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
4. Juli - [[Nynäshamn]]</div>
Joi, das war ja heute bilderbuchmäßig. Anker auf und außerhalb der Bucht Segel setzen. Strahlende Sonne, 6 m/s. Letztere leider aus Südwest, und wir wollen nach Nynäshamn zum Einkaufen. Also kreuzen, was aber nix macht mit dem neuen Großsegel und der Selbstwendefock. Außerdem sind etliche lange Beine dabei. Dann kommen die ersten Wolken, im Osten weiß, im Westen schwarz. Dann nimmt der Wind zu, erst Reff I, dann Reff II (mehr haben wir nicht), und so brettern wir mit fast 7 kn bei 12 m/s gen Nynäshamn. Hinter uns gehen einige Schauer runter, treffen uns aber nicht. 4 Stunden brauchen wir nur bis zum Ziel.
Dort sicher am Fingersteg vertäut heißt es erst mal, alle Reffs wieder rausziehen, Segel verpacken, Schiff klar machen. Nach und nach treffen immer mehr Boote ein, bald ist Nynäshamn so voll, wie wir es noch nie gesehen haben. Denn: Es kommt Wetter, und wie! Alles will sich hier verkriechen - wir auch.
Dauerregen !! 13 m/s !! 12° C Wassertemperatur !! 12° C Lufttemperatur !! Was soll das? Und morgen soll das noch schlimmer werden !!
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
5. Juli - [[Nynäshamn]]</div>
Hier noch ein Bild vom Auslaufen aus der Ankerbucht in Fjärdlång. Da war nämlich plötzlich die Marinesegelschule um die Ecke. Pünktlich um 07:00 war da Antreten und Appell im Wald. Süß.
[[Bild:5 7 1-2.jpg]]
Aber in Nynäshsamn jetzt, also nee! Es kachelt wie blöde, ein Schauer nach dem anderen. Zum Einkaufen geht das gerade mal in einer Regenpause. Der COOP oben in der Stadt ist wirklich gut und hat eigentlich alles. Aber dann regnet's wieder und ausnahmsweise mal Wind mit 15 m/s.
Aber dann, am späten Nachmittag:
"Da wird das Wetter wieder schön,
die Sonne scheint von Bergeshöhn,
der Schäfer spielt auf der Schalmei,
das schlechte Wetter ist vorbei."
[[Bild:5 7 2-2.jpg]]
Da werden auch die ersten Schäden von dem Rennen "Gotland runt" reingeschleppt. War wohl ein bisschen hart.
[[Bild:5 7 3-2.jpg]]
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
6. Juli - [[Raviken]] ([[Ringsön]])</div>
Na, wer sagt's denn! Geht doch! Heute morgen zwar lausig kalt, aber keine Wolke. Und der Wind sogar aus der richtigen Richtung.
Wir verlassen das umtriebige Nynäshamn Richtung Süden, biegen aber gleich wieder nach Westen ab in das enge Fahrwasser nördlich Järflotta. Dort gibt es eine wunderschöne Landschaft, leider gespickt mit einigen kitzligen Durchfahrten. Die kitzligste ist der [[Dragets-Kanal]]. Nur 100 m lang, aber auch nur 5 m breit und 2 m tief. Oben greifen Baumäste nach den Salingen. Ein spannendes Erlebnis:
[[Bild:6 7 1-2.jpg]]
In den hier versteckten Gewässern gibt es sehr gepflegte Höfe am Ufer. Der kleine Felsen davor ist aber schon mal wieder von Kormoranen ruiniert.
[[Bild:6 7 2-2.jpg]]
Auf der Weiterfahrt, kurz nach der Passage südlich [[Ankarudden]], erhascht man dann noch einen Blick auf den berühmten Leuchtturm Landsort.
[[Bild:6 7 3-2.jpg]]
Und ab jetzt geht es mit zunehmendem Wind und einem leichten Schrick in den Schoten ratzfatz nach [[Ringsön]], unserem Ankerziel für heute. Jetzt sind nämlich 10 m/s aus Süd und heute Nacht sollen das 12 m/s aus Nord werden. Die entsprechenden Wolken hängen schon über dem Festland. Nur das Barometer rührt sich den ganzen Tag nicht.
Raviken, eine der Buchten im Ringsön-System, erweist sich dann als sehr geeignet, der Anker fällt, Ruhe im Schiff. Im Laufe des Nachmittags kommen dann noch 6 schwedische Ankerlieger, ein Finne und eine deutsche Motoryacht, die mit Hilfe von Bug- und Heckstrahlruder ankert, allerdings nicht mit Buganker und Kette (was er hat), sondern mit Heckanker an einer geschätzt 50 m langen Leine.