GPS / praktische Anwendung: Unterschied zwischen den Versionen
Erik (Diskussion | Beiträge) wegepunktekapitel erweitert - es bleibt viel zu tun |
Erik (Diskussion | Beiträge) →Wegepunkte <br/>WPT (''Waypoint''): Weiteres zu den Wegepunkten ergänzt |
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Bei der Übertragung der Wegepunkte in das Gerät sollte man mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden, da im späteren Einsatz nur selten eine Überprüfung statt findet, ob der gewählte Wegepunkt plausibel ist. Besonders beliebt sind hierbei Zahlendreher, Vertauschung von Nord und Süd, bzw. West und Ost oder aber von Länge und Breite, sowie Ablesefehler. Auch hier ist es sinnvoll sich schon vorher die möglichen Fehler bewusst zu machen. Aus diesem Anlass sein auch hier noch einmal auf das Kapitel [[GPS - Fehlerquellen|Fehlerquellen]] verwiesen. | Bei der Übertragung der Wegepunkte in das Gerät sollte man mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden, da im späteren Einsatz nur selten eine Überprüfung statt findet, ob der gewählte Wegepunkt plausibel ist. Besonders beliebt sind hierbei Zahlendreher, Vertauschung von Nord und Süd, bzw. West und Ost oder aber von Länge und Breite, sowie Ablesefehler. Auch hier ist es sinnvoll sich schon vorher die möglichen Fehler bewusst zu machen. Aus diesem Anlass sein auch hier noch einmal auf das Kapitel [[GPS - Fehlerquellen|Fehlerquellen]] verwiesen. | ||
===Ansteuern eines Wegepunktes <br/>BRG (''Bearing'') | ===Ansteuern eines Wegepunktes <br/>BRG (''Bearing''), DTW (''Distance Towards Waypoint''), DIST (''Distance'') und RNG (''Range'')=== | ||
Hat man einen Wegepunkt einmal in das GPS-Gerät übernommen, so kann mit diesem Wegepunkt navigiert werden. Dazu wird der gewünschte Wegepunkt in dem Gerät ausgewählt und fortan zeigt das GPS-Gerät sowohl die Peilung ('''BRG''' - ''Bearing'') von dem aktuellen Ort auf den Wegepunkt, sowie die Entfernung ('''DTW''' - ''Distance Toward Waypoint'') zu diesem an. Es ist zu Bedenken, dass die Peilung ('''BRG''') natürlich eine rechtweisende Peilung ist, so dass für den Kurs, den der Steuermann zu steuern hat, noch Beschickungen für Wind, Strom, Ablenkung und Missweisung anzubringen sind. Eine andere Möglichkeit ist, nach dem Kurs über Grund ('''COG''') zu steuern, den das GPS-Gerät ermittelt. Leider ist die Anzeige aus den oben beschriebenen Gründen sehr träge, so dass hier einiges an Erfahrung nötig ist. | Hat man einen Wegepunkt einmal in das GPS-Gerät übernommen, so kann mit diesem Wegepunkt navigiert werden. Dazu wird der gewünschte Wegepunkt in dem Gerät ausgewählt und fortan zeigt das GPS-Gerät sowohl die Peilung ('''BRG''' - ''Bearing'') von dem aktuellen Ort auf den Wegepunkt, sowie die Entfernung ('''DTW''' - ''Distance Toward Waypoint'') zu diesem an. Für die Entfernung sind je nach Hersteller auch die Bezeichnungen '''DIST''' (''Distance'') und '''RNG''' (''Range'') üblich. Es ist zu Bedenken, dass die Peilung ('''BRG''') natürlich eine rechtweisende Peilung ist, so dass für den Kurs, den der Steuermann zu steuern hat, noch Beschickungen für Wind, Strom, Ablenkung und Missweisung anzubringen sind. Eine andere Möglichkeit ist, nach dem Kurs über Grund ('''COG''') zu steuern, den das GPS-Gerät ermittelt. Leider ist die Anzeige aus den oben beschriebenen Gründen sehr träge, so dass hier einiges an Erfahrung nötig ist. | ||
Aus der Kombination von COG, BRG, DTW, SOG, dem Startpunkt und der aktuellen Zeit lassen sich noch einige andere Informationen gewinnen: | Aus der Kombination von '''COG''', '''BRG''', '''DTW''', '''SOG''', dem Startpunkt und der aktuellen Zeit lassen sich noch einige andere Informationen gewinnen: | ||
==== | ====Die seitliche Ablage vom Kurs <br/>XTE (''Cross Track Error'')==== | ||
Zum Zeitpunkt der Aktivierung des Wegepunktes wird im GPS-Gerät eine Linie vom Ausgangspunkt zum Wegepunkt gezogen. Diese Line wird bis zum Erreichen des Wegepunktes gepeichert. Kommt man während der Fahrt zu dem Wegepunkt von dieser Linie ab, so wird diese seitliche Ablage als '''XTE''' (''Cross Track Error'') angezeigt. Der Cross Track Error ('''XTE''') wird ermittelt, indem von dem aktuellen Standort das Lot auf die gepeicherte Ideallinie gefällt wird. Der Cross Track Error ('''XTE''') ist die Länge und Richtung dieses Lotes (z.B.: 0,5sm Steuerbord oder 1.2sm backbord). Mit dieser Information lässt sich vermeiden eine Hundekurve zu fahren. Weitere Anwendungsmöglichkeiten werden weiter unter erläutert werden. | |||
====Die gutgemachte Geschwindigkeit <br/>VMG (''Velocity Made Good'')==== | |||
Oftmals - besonders bei Segelbooten - ist es nicht möglich direkt in die Richtung des Wegepunktes zu fahren. In diesem Fall ist die vom Gerät ermittelte Geschwindigkeit ('''SOG''' )nicht mit der Geschwindigkeit gleich zu setzen, mit der man sich dem Wegepunkt nähert. Das GPS-Gerät ermittelt zu diesem Zweck die in Richtung des Wegepunktes gutgemachte Geschwindigkeit ('''VMG''' - ''Velocity Made Good''). Diese Geschwindigkeit ist der vektorielle Anteil der Bootsgeschwindigkeit ('''SOG''') in Richtung des Wegepunktes. Beim Aufkreuzen in Richtung eine Wegepunktes ist es daher wichtig nicht die Bootsgeschwindigkeit ('''SOG''') zu maximieren, sondern die gutgemachte Geschwindigkeit ('''VMG'''). | |||
==== | ====Zeit bis zum Wegepunkt und die geschätzte Ankunftszeit<br/>TTG (''Time To Go'') und ETA (''Estimated Time of Arrival)==== | ||
Zur Berechnung der geschätzten Zeit bis zum Wegepunkt verrechnet das Gerät die aktuelle Geschwindigkeit in Richtung des Wegepunktes ('''VMG''' - ''Velocity Made Goog'') mit der Entfernung zum Wegepunkt ('''DTW''') und erhält so die Zeit bis zum Erreichen des Wegepunktes ('''TTG''' - ''Time To Go''). Da das GPS auch über die aktuelle Uhrzeit verfügt, kann damit dann auch noch die vermutete Ankunftszeit ('''ETA''' - ''Estimated Time of Arrival'') berechnet werden. Dieses funktioniert natürlich nur dann besonders gut, wenn über die ganze Strecke mit gleichbleibender Geschwindigkeit gefahren wird. Ist das nicht der Fall versuchen die Geräte über längere Zeit zu mitteln, so dass die Aussage über '''TTG''' und '''ETA''' mit zunehmender zurückgelegter Strecke meist genauer werden. | |||
===Person über Bord <br/>POB (''Person Over Bord''), alt: MOB (''Man Over Board'')=== | ===Person über Bord <br/>POB (''Person Over Bord''), alt: MOB (''Man Over Board'')=== | ||
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Ist der MOB-Modus erst einmal aktiviert, zeigt das Gerät jederzeit die Peilung, sowie die Entfernung, zu dem Punkt an, an dem der MOB-Modus aktiviert wurde. Der MOB-Modus wird gesondert auf dem Bildschirm gekennzeichnet. Meist durch ein kleines Strichmännchen in der Mitte des Bildschirmes mit hoch gehobenen, winkenden Armen. Auf diese Person zeigt dann eine Linie in der Richtung der Peilung. Wichtig dabei ist es, dass man sich bewusst sein muss, dass '''nicht''' Peilung und Entfernung auf die Person über Bord angegeben ist, sondern die Position und die Peilung auf den Punkt, an dem die MOB-Funktion aktiviert wurde. Je nach der Zeitdauer bis zur Aktivierung des MOB-Modus kann sich die Yacht schon eine Strecke von der Person entfernt haben. Ausserdem wird die Person durch Wind und Strom abgetrieben, so dass sich sich nicht mehr an der Stelle befinden wird, wo sie über Bord gegangen ist. Deshalb ist es trotzdem, auch mit der Hilfe des GPS-Gerätes, unabdingbar die über Bord gefallene Person schnell mit Rettungsbojen und ähnlichem zu markieren und unter allen Umständen im Auge zu behalten. Einen Kopf im Wasser bei schwerer See kann man schon bei Entfernungen, wie als Fehlerbereich des GPS vorkommen, nicht mehr erkennen! | Ist der MOB-Modus erst einmal aktiviert, zeigt das Gerät jederzeit die Peilung, sowie die Entfernung, zu dem Punkt an, an dem der MOB-Modus aktiviert wurde. Der MOB-Modus wird gesondert auf dem Bildschirm gekennzeichnet. Meist durch ein kleines Strichmännchen in der Mitte des Bildschirmes mit hoch gehobenen, winkenden Armen. Auf diese Person zeigt dann eine Linie in der Richtung der Peilung. Wichtig dabei ist es, dass man sich bewusst sein muss, dass '''nicht''' Peilung und Entfernung auf die Person über Bord angegeben ist, sondern die Position und die Peilung auf den Punkt, an dem die MOB-Funktion aktiviert wurde. Je nach der Zeitdauer bis zur Aktivierung des MOB-Modus kann sich die Yacht schon eine Strecke von der Person entfernt haben. Ausserdem wird die Person durch Wind und Strom abgetrieben, so dass sich sich nicht mehr an der Stelle befinden wird, wo sie über Bord gegangen ist. Deshalb ist es trotzdem, auch mit der Hilfe des GPS-Gerätes, unabdingbar die über Bord gefallene Person schnell mit Rettungsbojen und ähnlichem zu markieren und unter allen Umständen im Auge zu behalten. Einen Kopf im Wasser bei schwerer See kann man schon bei Entfernungen, wie als Fehlerbereich des GPS vorkommen, nicht mehr erkennen! | ||
===Alarme=== | |||
Die GPS-Geräte bieten die möglichkeit verschiedene Alarme zu Programmieren: | |||
====Das Erreichen eines Wegepunktes==== | |||
Wie man sich leicht vorstellen kann ist es meistens nicht das Ziel einen Wegepunkt direkt zu erreichen. Häufig ist der Wegepunkt eine Tonne (z.B. eine Ansteuerungstonne) oder eine andere markante Marke. Würde das Boot exakt zum Wegepunkt gesteuert werden, so wäre eine Kollision die Folge. Dies lässt sich zum einen durch kontinuierliches Ausguck halten vermeiden, zum anderen hilft natürlich auch hier das GPS-Gerät: Es lässt sich ein Annäherungsalarm programmieren. Dabei wird eingestellt ab welcher Entfernung zum Wegepunkt ('''DIST''', '''RNG''' oder '''DTW''') das Gerät alamieren soll, was in den meissten Fällen sowohl über piepen, als auch über ein optisches Signal auf dem Display geschieht. Es gibt noch eine weitere Möglichkeit für einen Alarm beim Erreichen eines Wegepunktes, die aber nur in Verbindung mit programmierten Routen funktioniert. Daher wird dieser Alarm erst später beschrieben. | |||
====Zu grosse Abweichung von der Idealline==== | |||
Es kann ein Alarm auf die seitliche Ablage von der Idealline ('''XTE''') gesetzt werden. Dabei wird ein maximaler Cross Track Error festgelegt, der nicht überschritten werden darf. Durch geschickte Wahl des Wegepunktes und der Alarmschwelle kann damit ein Alarm beim Verlassen eines engen Fahrwassers erzeugt werden. | |||
====Ankeralarm==== | |||
Der Ankeralarm bezieht sich wieder auf einen speziellen Wegepunkt. Bei der Aktivierung des Alarmes wird die aktuelle Position als Wegepunkt gespeichert. Dann kann eingestellt werden ab welcher Entfernung zum Ankerpunkt ein Alarm erzeugt werden soll. Dieser Alarm funktioniert somit genau gegensätzlich zum Alarm beim Erreichen eines Wegepunktes. Er wird ausgelößt, wenn man weiter als die definierte Entfernung vom Wegepunkt entfernt ist. Hierfür kann man sich verschiedene Anwendungsmöglichkeiten denken: Zum einen kann der Alarm an der Stelle wo der Anker liegt aktiviert werden und dann die Alarmschwelle auf einen Wert größer der Kettenlänge gesetzt werden. So schlägt der Alarm dann an, wenn der Anker slippt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin den Alarm erst dann zu aktivieren, wenn das Boot an der gewünschten Position liegt und das Ankermanöver beendet ist. Damit kann der Alarm auch aktiv werden, wenn das Boot schwoit, aber an der Ankerstelle nicht der ganze Schwojkreis genutzt werden kann. | |||
==Routen <br/>Route== | ==Routen <br/>Route== | ||
==Kartenplotter== | ==Kartenplotter== | ||