Manövrieren unter Maschine mit Doppelruderanlage: Unterschied zwischen den Versionen

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Tipps zum Manövrieren unter Maschine mit modernen Segelyachten mit Doppelruder und Saildrive
 
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== Allgemeines ==
== Allgemeines ==


Bei vielen modernen Segelyachten findet man heute eine Doppelruderanlage, d.h. es sind sowohl zwei Steuerräder als auch zwei Ruderblätter vorhanden, die über ein Gestänge gekoppelt sind und sich somit bei Bedienung an einem der Steuerräder synchron bewegen.
Bei vielen modernen Segelyachten findet man heute eine Doppelruderanlage, d.h. es sind zwei Ruderblätter vorhanden, die über ein Gestänge gekoppelt sind und sich somit bei Bedienung am Steuerrad/Pinne synchron bewegen.
Hintergrund ist, dass der Trend auch bei Fahrtenyachten hin zu immer leichteren Bauweisen geht, d.h. es wird beim Rumpfdesign mehr auf Formstabilität durch ein breites Heck und einen flachen Lateralplan gesetzt, als auf Gewichtsstabilität durch einen schweren Kiel. Je breiter jedoch das Heck ist, desto weniger wirkt ein mittig angebrachtes Ruderblatt bei Lage, denn dann kann es sein, dass das Ruderblatt zu großen Teilen über Wasser steht, wodurch die Steuerwirkung stark beeinträchtigt wird. Durch eine Doppelruderanlage wird diesem Missstand entgegengewirkt, denn es befindet sich auch bei Lage immer eines der Ruderblätter nahezu am tiefsten Punkt des Rumpfes.
Hintergrund ist, dass der Trend auch bei Fahrtenyachten hin zu immer leichteren Bauweisen geht, d.h. es wird beim Rumpfdesign mehr auf Formstabilität durch ein breites Heck und einen flachen Lateralplan gesetzt, als auf Gewichtsstabilität durch einen schweren Kiel. Je breiter jedoch das Heck ist, desto weniger wirkt ein mittig angebrachtes Ruderblatt bei Lage, denn dann kann es sein, dass das Ruderblatt zu großen Teilen über Wasser steht, wodurch die Steuerwirkung stark beeinträchtigt wird. Durch eine Doppelruderanlage wird diesem Missstand entgegengewirkt, denn es befindet sich auch bei Lage immer eines der Ruderblätter nahezu am tiefsten Punkt des Rumpfes.
Ein weiterer Vorteil einer Doppelruderanlage ist zusätzlicher Komfort für Rudergänger und Crew, da auch ohne übergroßes Steuerrad oder lange Pinnenausleger immer eine Position mit guter Übersicht eingenommen werden kann, und im Gegensatz zu einem einzigen großen Steuerrad mittschiffs immer ein Durchgang für die Besatzung zum Heck möglich ist.


So Vorteilhaft diese Entwicklungen beim Segeln sind - es ergeben sich daraus doch deutliche Nachteile bzw. Besonderheiten beim Manövrieren unter Maschine. Dies gilt insbesondere, wenn das Schiff mit einem Saildrive-Antrieb mit Faltpropeller ausgerüstet ist, anstelle einer Antriebswelle mit starrem Propeller, und wenn kein Bugstrahlruder vorhanden ist, was bei Segelyachten unter 38 Fuß Länge momentan noch Standard ist.
Oft ist mit der Doppelruderanlage auch ein Doppelsteuer verbunden, d.h. das Boot hat auch zwei Steuerräder. Der Vorteil hierbei ist zusätzlicher Komfort für Rudergänger und Crew, da auch ohne übergroßes Steuerrad oder lange Pinnenausleger immer eine Position mit guter Übersicht eingenommen werden kann, und im Gegensatz zu einem einzigen großen Steuerrad mittschiffs immer ein Durchgang für die Besatzung zum Heck möglich ist.
 
So Vorteilhaft die Doppelruderanlage beim Segeln auf einem solchen Boot ist - es ergeben sich daraus doch deutliche Nachteile bzw. Besonderheiten beim Manövrieren unter Maschine. Dies gilt insbesondere, wenn das Schiff mit einem Saildrive-Antrieb mit Faltpropeller ausgerüstet ist, anstelle einer Antriebswelle mit starrem Propeller, und wenn kein Bugstrahlruder vorhanden ist, was bei Segelyachten unter 38 Fuß Länge momentan noch Standard ist.


==Problematik==
==Problematik==
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===4. Genug Zeit und Raum zum Achterauslaufen einplanen===
===4. Genug Zeit und Raum zum Achterauslaufen einplanen===
Hat man einen Faltpropeller, wird man zunächst auch von der geringen Kraftentfaltung der Maschine im Rückwärtsgang überrascht sein. Wir müssen zusätzliche Zeit und zusätzlichen Raum einkalkulieren, bis wir nach dem Umschalten in den Rückwärtsgang wieder volle Kontrolle über das Schiff haben.
Hat man einen Faltpropeller, wird man zunächst auch von der geringen Kraftentfaltung der Maschine im Rückwärtsgang überrascht sein. Wir müssen zusätzliche Zeit und zusätzlichen Raum einkalkulieren, bis wir nach dem Umschalten in den Rückwärtsgang wieder fahrt im Schiff und damit Ruderkontrolle haben.