Boxenmanöver mit Seitenwind: Unterschied zwischen den Versionen
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Für viele Skipper ist Anlegen in eine Box bei starkem Seitenwind oder seitlicher Strömung eine echte Herausforderung. Doch auch hier gibt es hilfreiche Verfahren. Das oft als „Hosenträger“-Manöver bezeichnete beruht, wie viel andere, auf dem Eindampfen – also dem unter Zug setzen – von Festmacheleinen. | Für viele Skipper ist Anlegen in eine Box bei starkem Seitenwind oder seitlicher Strömung eine echte Herausforderung. Doch auch hier gibt es hilfreiche Verfahren. Das oft als „Hosenträger“-Manöver bezeichnete beruht, wie viel andere, auf dem Eindampfen – also dem unter Zug setzen – von Festmacheleinen. | ||
Dabei wird bei größeren Yachten die Mittelklampe oder -lippe als Umlenkpunkt für die Leinen verwendet. Dieses Manöver kann sowohl vorwärts als auch rückwärts in eine Box genutzt werden. | Dabei wird bei größeren Yachten die Mittelklampe oder -lippe als Umlenkpunkt für die Leinen verwendet. Dieses Manöver kann sowohl vorwärts als auch rückwärts in eine Box genutzt werden. | ||
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Das gesamte Manöver kann auch von einer 2er-Crew durchgeführt werden. | Das gesamte Manöver kann auch von einer 2er-Crew durchgeführt werden. | ||
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[[Bild:HMH17.jpg]] | [[Bild:HMH17.jpg]] | ||
Die Yacht liegt nun stabil zwischen | Die Yacht liegt nun stabil zwischen vier Leinen und die Maschine kann ausgekuppelt werden. | ||
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Vorteilhaft für diese Manöver ist das Vorhandensein einer Scheuerleiste, die bei Kontakt mit den Pfählen, Schrammen am Rumpf verhindert. Es kann jedoch stattdessen auch eine von der Achterklampe zur Vorschiffsklampe auf der Rumpfaußenseite gespannte dicke Leine als Scheuerschutz dienen. Von einigen Herstellern wird diese vorkonfektioniert als so genannte „Wuling“ angeboten. | Vorteilhaft für diese Manöver ist das Vorhandensein einer Scheuerleiste, die bei Kontakt mit den Pfählen, Schrammen am Rumpf verhindert. Es kann jedoch stattdessen auch eine von der Achterklampe zur Vorschiffsklampe auf der Rumpfaußenseite gespannte dicke Leine als Scheuerschutz dienen. Von einigen Herstellern wird diese vorkonfektioniert als so genannte „Wuling“ angeboten. | ||
'''Reduzierte Version''' | |||
Noch weniger Hände braucht man, wenn man sich klar macht, dass es bei Seitenwind in der Box eine Luvseite gibt und eine Leeseite. Bereits beim Passieren der Pfähle wird das Boot auf den Leepfahl treiben. Was wir also brauchen, sind nicht '''beide''' Pfähle, sondern nur der '''Luvpfahl'''. | |||
Und dann sieht das Manöver folgendermaßen aus: | |||
Alle 4 Leinen liegen bereit, beim Anlaufen der Box wird aber zunächst nur die luvseitige Achterleine bedient, die mit großem Palstek recht kurz (max. 2 m) auf der Achterklampe (nicht jeder hat Springklampen) belegt ist. | |||
* luvseitige Achterleine auf Pfahl | |||
* Mit Maschine in diese '''belegte''' Achterleine eindampfen. Der mittige Schub der Schraube gegen den Widerstand der luvseitigen (also außermittigen) Achterleine wirkt jetzt gemäß den Hebelgesetzen wie ein Bugstrahlruder mit Schub nach Luv. | |||
* Nur mit dem Gashebel jetzt das Boot gegen den Wind so balancieren, dass es parallel in der Box liegt (Ja, nur an einer einzigen Leine!!) | |||
* Jetzt bei weiter schiebendem Motor leeseitige Achterleine auf den Pfahl und zunächst lose liegen lassen. | |||
* Luvseitige Achterleine sutje fieren (Motor-Drehzahl bleibt hierbei konstant), bis der Bug den Steg erreicht hat. | |||
* Vorleinen eine nach der anderen über und belegen. | |||
* Leeseitige Achterleine dichtsetzen und belegen, | |||
* Motor aus, fertig. | |||
Da hierfür definitiv nur eine Hand nötig ist, mache ich das so bis etwa Bft. 7 von dwars auch einhand. | |||