Festmachen an einer Boje: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Allgemeines === | === Allgemeines === | ||
Das Festmachen an einer Mooring-Boje für eine kurzen Zeitraum und bei anhaltender Aufmerksamkeit der Crew kann intuitiv mit einer Leine erfolgen, die einmal durch den Befestigungsring der Boje gezogen, an Bord zurückgeführt und dort auf einer Klampe belegt wird. | Bojen werden einerseits als freie Mooring-Bojen eingesetzt, andererseits als Heckbojen in Häfen. Freie Bojen sind denselben Belastungen ausgesetzt wie ein Ankergeschirr, bei Heckbojen im Hafen sind diese Belastungen wegen der geschützten Lage erheblich geringer. Das Grundgeschirr von Hafenbojen ist deswegen auch deutlich knapper dimensioniert als das von freien Bojen. | ||
Das Festmachen an einer freien Mooring-Boje für eine kurzen Zeitraum und bei anhaltender Aufmerksamkeit der Crew kann intuitiv mit einer Leine erfolgen, die einmal durch den Befestigungsring der Boje gezogen, an Bord zurückgeführt und dort auf einer Klampe belegt wird. | |||
Bei einem längeren Liegen an einer Mooring-Boje, z.B. über Nacht, sollte im Sinne guter Seemannschaft allerdings grössere Vorsicht angewendet werden. Dies Betrifft: | Bei einem längeren Liegen an einer Mooring-Boje, z.B. über Nacht, sollte im Sinne guter Seemannschaft allerdings grössere Vorsicht angewendet werden. Dies Betrifft: | ||
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==Eine über längere Zeit sichere Verbindung von der Mooring-Boje zum Schiff== | ==Eine über längere Zeit sichere Verbindung von der Mooring-Boje zum Schiff== | ||
Im Prinzip müssen über längere Zeiträume andauernde Bewegungen des Schiffs an der Mooring-Boje erwartet werden. Der Einsatz einer Festmacherleine und der Auftrieb in der Mooring-Boje können im begrenzten Umfang zur Ruckdämpfung beitragen. Bei andauernder Bewegung z.B. im Verlauf einer Nacht können aber selbst dickere Festmacherleinen durchscheuern oder ihre anfängliche Belastbarkeit einbüßen. Die Gefahr des Scheuerns besteht an Deckskanten und insbesondere an der Durchführung einer Festmacherleine durch einen Befestigungsring. Die einfache Durchführung der Leine durch einen Ring sollte deshalb nur für kurzes Festmachen als sicher angesehen werden. Gerade wenn die Leine vollständig zum Schiff zurückgeführt wird, können die Schiffsbewegungen unter Zug ein Seil am Ring durcharbeiten. Die Seilbewegung am Befestigungspunkt kann durch 1½ Rundtörn und eine feste Seilschlaufe deutlich verringert werden. | Im Prinzip müssen über längere Zeiträume andauernde Bewegungen des Schiffs an der Mooring-Boje erwartet werden. Der Einsatz einer Festmacherleine und der Auftrieb in der Mooring-Boje können im begrenzten Umfang zur Ruckdämpfung beitragen. Bei andauernder Bewegung z.B. im Verlauf einer Nacht können aber selbst dickere Festmacherleinen durchscheuern oder ihre anfängliche Belastbarkeit einbüßen. Die Gefahr des Scheuerns besteht an Deckskanten und insbesondere an der Durchführung einer Festmacherleine durch einen Befestigungsring. Die einfache Durchführung der Leine durch einen Ring sollte deshalb nur für kurzes Festmachen als sicher angesehen werden. Gerade wenn die Leine vollständig zum Schiff zurückgeführt wird, können die Schiffsbewegungen unter Zug ein Seil am Ring durcharbeiten. Die Seilbewegung am Befestigungspunkt kann durch 1½ Rundtörn und eine feste Seilschlaufe deutlich verringert werden. | ||
Als weitere Sicherheit kann mit zwei Leinen, d.h. von beiden Bugklampen zur Boje festgemacht werden und zusätzlich wie beim Ankern ein GPS-Ankeralarm eingeschaltet werden, um beim Abtreiben von der ursprünglichen Position der Boje eine Warnung zu erhalten. | |||
=== Wasserpalstek und anderthalb Rundtörn === | === Wasserpalstek und anderthalb Rundtörn === | ||
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|style="text-align:center"|[[Datei: Wasserpalstek09.jpeg|160px]] | |style="text-align:center"|[[Datei: Wasserpalstek09.jpeg|160px]] | ||
|Der Wasserpalstek kann jetzt über die Bordwand gefiert werden. Gut zusammengezogen bleibt er auch im nassen Zustand ausreichend fest. Die Leine zur Boje sollte wie bei einer Ankerleine an der Bordkante gut gegen Durchscheuern geschützt werden. Weiterhin muss berücksichtigt werden, dass wie jeder Knoten auch der Wasserpalstek die Bruchlast der Leine auf ca. die Hälfte reduziert. | |Der Wasserpalstek kann jetzt über die Bordwand gefiert werden. Gut zusammengezogen bleibt er auch im nassen Zustand ausreichend fest. Die Leine zur Boje sollte insgesamt 3,5 m lang sein und wie bei einer Ankerleine an der Bordkante gut gegen Durchscheuern geschützt werden. Weiterhin muss berücksichtigt werden, dass wie jeder Knoten auch der Wasserpalstek die Bruchlast der Leine auf ca. die Hälfte reduziert. | ||
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== Literatur == | ==== Literatur ==== | ||
The Ashley Book of Knots, #1012, Water Bowline | The Ashley Book of Knots, #1012, Water Bowline | ||
Tom Cunliff: The Complete Ocean Skipper, Moorings | Tom Cunliff: The Complete Ocean Skipper, Moorings | ||
===Bojenhaken=== | |||
Bei Heckbojen kommt es darauf an, während des Anlegens eine schnelle Verbindung zur Boje herstellen zu können. Nur von niedrigbordigen Schiffen aus ist es möglich, dabei eine Leine anzuknoten oder auf Slip durczuziehen. Hier kommen Bojenhaken zum Einsatz, von denen es sehr unterschiedliche Typen gibt. | |||
* Offener Haken: Er ist sehr schnell zu handhaben und stabil. Solange auch nur ein bisschen Kraft auf der Leine steht, kann er nicht aus dem Bojenring rutschen (Schwerkraft reicht). [[Bild:Offen.jpg|thumb|Offener Haken]] | |||
* Haken mit Sicherungsstift: Nach dem Einhaken muss der Stift gelöst werden, damit er in die geschlossene Position springt. Dünneres Material kann leicht verbiegen. [[Bild:Stift.jpg|thumb|Haken mit Stiftsicherung]] | |||
*Klauenhaken: Kräftiger Haken mit einer Bolzensicherung. Der Bolzen muss beim Einhaken gegen Federzug offen gehalten werden. Die Bojenleine ist nicht am (oberen) Hakenende angespleisst, sondern direkt unten an der Klaue. Keine Zugbelastung auf den Hakenstock. [[Bild:Klaue.jpg|thumb|Klauenhaken mit Bolzensicherung]] | |||
==Bojen in verschiedenen Ländern== | |||
===Dänemark=== | |||
In Dänemark liegen nur in wenigen Häfen Heckbojen zum Festmachen, ansonsten gibt es Heckpfähle. Ein bekannter Hafen mit Heckbojen ist [[Anholt]]. Dort haben die Bojen eine hochzylindrische Form und können auch mit Pfählen verwechselt werden. | |||
Ansonsten liegen in vielen Buchten an geschützten Stellen freie Mooringbojen aus., die alle eine hellgelbe Farbe haben. Sie unterscheiden sich aber grundlegend in drei Typen: | |||
* Vereinsbojen sind nur für Mitglieder des betreffenden Vereins. Meist ist der Vereinsname oder der Wimpel aufgedruckt. | |||
* DS-Bojen gehören der [[Dansk Sejlunion]]. Das ist die Vereinigung der dänischen Segelclubs, die Bojen sind nur für Mitglieder eines dieser Clubs. | |||
* DT_Bojen gehören den [[Danske Tursejlere]] und sind für Jedermann zugänglich. | |||
[[Bild:P7131248.jpg|thumb|right|DT-Boje]] | |||
Alle diese Bojen sind mit max. 15 t belastbar. | |||
===Deutschland=== | |||
In Deutschland gibt es keine freien Mooringbojen. Heckbojen als Festmachepunkt in Häfen sind selten. Man findet sie z.B. in [[Darßer Ort]] oder in [[Barhöft]]. | |||
===Finnland=== | |||
In Finnland ist die Heckboje die übliche Festmachemethode in Häfen. Freie Mooringbojen liegen vereinzelt aus, sie gehören aber der Seglervereinigung "Merikarhut", deren Vereinsmitglieder streng darauf achten, dass diese Bojen nicht von Fremden belegt werden. | |||
===Kroatien=== | |||
===Norwegen=== | |||
===Schweden=== | |||
In Schweden ist die Heckboje die übliche Festmachemethode in Häfen. Vereinzelt gibt es Fingerstege und in z.B. [[Trosa]] auch Heckpfähle. | |||
Freie Mooringbojen liegen in zahlreichen geschützten Buchten. Diese blauen Bojen gehören dem [[Svenska Kryssarklubben]] SXK und dürfen nur von dessen Mitgliedern genutzt werden. Deren Belastbarkeit liegt bei 8 t. | |||
[[Bild:An der Boje.jpg|thumb|right|Nur für SXK-Mitglieder: Mooring-Bojen]] | |||
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