Benutzer:Peter/Törnbericht Kanaren 2005: Unterschied zwischen den Versionen

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Ankunft auf Teneriffa. Nach ca. 5 Stunden Flug erreichen wir Teneriffa. Der Flieger durchfliegt das Seegebiet zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Voller Vorfreude und Interesse dränge ich mich ans Flugzeugfenster, um von oben schon die weißen Schaumkronen der Wellen auszumachen - Fehlanzeige, offenbar ist die Sicht zu schlecht oder die Flugzeugscheiben sind nicht klar genug (komisch eigentlich, über dem Mittelmeer lassen sich die Schaumkronen immer hervorragend entdecken).
Ankunft auf Teneriffa. Nach ca. 5 Stunden Flug erreichen wir Teneriffa. Der Flieger durchfliegt das Seegebiet zwischen Gran Canaria und Teneriffa. Voller Vorfreude und Interesse dränge ich mich ans Flugzeugfenster, um von oben schon die weißen Schaumkronen der Wellen auszumachen - Fehlanzeige, offenbar ist die Sicht zu schlecht oder die Flugzeugscheiben sind nicht klar genug (komisch eigentlich, über dem Mittelmeer lassen sich die Schaumkronen immer hervorragend entdecken).


Die kanarischen Inseln gelten als Starkwindrevier - besonders die Durchfahrt zwischen Gran Canaria und Teneriffa ist berüchtigt, weil aufgrund der hohen Berge starke Düsen- und Kapeffekte auftreten können, wodurch der Wind stellenweise bis auf Sturmstärke verstärkt wird. Der Wind auf den Kanaren wird maßgeblich durch den Passat bestimmt - jenem konstantem Wind aus Nord-West der Stärke 4-5 Bft., der nahezu ganzjährig bläst und nur im Frühjahr und Herbst seine Kraft geringfügig reduziert. Die besagte Meerenge ist auch wegen folgender Tatsache berüchtigt: die Dünung des Atlantiks kann sich über tausende Seemeilen freier Seefläche aufbauen und trifft anschließend auf die Kanaren. Sportliches Hochseesegeln ist somit garantiert.
Die kanarischen Inseln gelten als Starkwindrevier - besonders die Durchfahrt zwischen Gran Canaria und Teneriffa ist berüchtigt, weil aufgrund der hohen Berge starke Düsen- und Kapeffekte auftreten können, wodurch der Wind stellenweise bis auf Sturmstärke verstärkt wird. Der Wind auf den Kanaren wird maßgeblich durch den Passat bestimmt - jenem konstantem Wind aus Nord-Ost der Stärke 4-5 Bft., der nahezu ganzjährig bläst und nur im Frühjahr und Herbst seine Kraft geringfügig reduziert. Die besagte Meerenge ist auch wegen folgender Tatsache berüchtigt: die Dünung des Atlantiks kann sich über tausende Seemeilen freier Seefläche aufbauen und trifft anschließend auf die Kanaren. Sportliches Hochseesegeln ist somit garantiert.


Mit entsprechendem Respekt erfolgten die Törnvorbereitungen. So legten wir Wert auf Automatikwesten, die in spanischen Gewässern auf Charteryachten nicht selbstverständlich sind. Zum Leidwesen des ein oder anderen Mitseglers drängte ich als fanatischer Skipper alle dazu, geeignete Bekleidung, d.h. Regenzeug und vor allem Gummistiefel in die sowieso schon überpackten Taschen zu quetschen (Jeder Törn hat sein eigenes Dauerthema - während es beim letzten Törn die Bordtoiletten waren, waren es diesmal eben diese Gummistiefel - ein Thema zumindest, mit dem ich im Laufe des Törns diverse Male konfrontiert war ;-) )
Mit entsprechendem Respekt erfolgten die Törnvorbereitungen. So legten wir Wert auf Automatikwesten, die in spanischen Gewässern auf Charteryachten nicht selbstverständlich sind. Zum Leidwesen des ein oder anderen Mitseglers drängte ich als fanatischer Skipper alle dazu, geeignete Bekleidung, d.h. Regenzeug und vor allem Gummistiefel in die sowieso schon überpackten Taschen zu quetschen (Jeder Törn hat sein eigenes Dauerthema - während es beim letzten Törn die Bordtoiletten waren, waren es diesmal eben diese Gummistiefel - ein Thema zumindest, mit dem ich im Laufe des Törns diverse Male konfrontiert war ;-) )
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[[Bild:Pschrey k06 004 Santa Cruz.jpg|thumb|right|Cockpit der El Cilantro]]
[[Bild:Pschrey k06 004 Santa Cruz.jpg|thumb|right|Cockpit der El Cilantro]]
Das Einkaufen wird noch am selben Tag  von sprachkundigen Mitgliedern der Crew erledigt, die sich unerschrocken in unbekanntes Territorium hineinwagten und erfolgreich und vollbeladen mit den notwendigsten Proviant (z.B. luftgetrocknete Serrano) zurückkehrten . Der Vercharterer ist so freundlich, ein paar von uns zum nächsten Supermarkt zu fahren, der Rücktransport wird mit Taxen organisiert. Leicht irritierend, dass man den Supermarkt nicht zu Fuß erreichen konnte, stellte sich die Entscheidung als goldrichtig heraus - die Supermarkt-Infrastruktur ist auf Teneriffa und La Gomera nicht optimal.
Das Einkaufen wird noch am selben Tag  von sprachkundigen Mitgliedern der Crew erledigt, die sich unerschrocken in unbekanntes Territorium hineinwagten und erfolgreich und vollbeladen mit den notwendigsten Proviant (z.B. luftgetrocknete Serrano) zurückkehrten. Der Vercharterer ist so freundlich, ein paar von uns zum nächsten Supermarkt zu fahren, der Rücktransport wird mit Taxen organisiert. Leicht irritierend, dass man den Supermarkt nicht zu Fuß erreichen konnte, stellte sich die Entscheidung als goldrichtig heraus - die Supermarkt-Infrastruktur ist auf Teneriffa und La Gomera nicht optimal.


Plan für den nächsten Tag: Aufbruch in Richtung Süden (Radazul oder eventuell Los Cristianos), vorher noch die Sicherheitseinweisungen abschließen und die Schiffsübernahme beenden.
Plan für den nächsten Tag: Aufbruch in Richtung Süden (Radazul oder eventuell Los Cristianos), vorher noch die Sicherheitseinweisungen abschließen und die Schiffsübernahme beenden.


<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
Donnerstag, 20. Oktober 2005 ([[Santa Cruz]] – [[Radazul]])</div>
Donnerstag, 20. Oktober 2005 ([[Santa Cruz de Tenerife]] – [[Radazul]])</div>
Die Windvorhersage klingt vorteilhaft: die nächsten Tage noch leichter Nordwind bei 10-15km/h (2-3 Bft.), im weiteren Verlauf dann zunehmend auf 4 Bft. D.h. wir können die berüchtigte Meerenge bei leichten Winden (durch die Düsen zu angenehmen Segelwind verstärkt) passieren und bekommen später, wenn sich alle an das Schiff gewöhnt haben, bessere, sportliche Verhältnisse.
Die Windvorhersage klingt vorteilhaft: die nächsten Tage noch leichter Nordwind bei 10-15km/h (2-3 Bft.), im weiteren Verlauf dann zunehmend auf 4 Bft. D.h. wir können die berüchtigte Meerenge bei leichten Winden (durch die Düsen zu angenehmen Segelwind verstärkt) passieren und bekommen später, wenn sich alle an das Schiff gewöhnt haben, bessere, sportliche Verhältnisse.


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<div style="background:#C6D6F6;text-align:left;font-weight:bold;font-size:125%;margin: 0px 5px 0px 0; padding: 4px 4px 4px 14px;">
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Montag, 24.10.2006 (Landtag [[Valle Gran Rey]])</div>
Montag, 24.10.2005 (Landtag [[Valle Gran Rey]])</div>
[Bild:Pschrey k06 098.jpg|thumb|right|Ankeridylle]]
[[Bild:Pschrey k06 098.jpg|thumb|right|Ankeridylle]]
Die Nacht vor Anker war ruhig. Das Schiff schwojte um 90°, was vermutlich mit dem leichten Flut-/Ebbstrom zu tun hatte. Wir lassen den Tag ruhig angehen. Geplant ist ein Landtag mit Wanderung, Baden oder Kneipen und - wenn das Wetter es zulässt - ein gemeinsames Abendessen an Land. Gegen 1700 wollen wir - mit Blick auf das Wetter - entscheiden.
Die Nacht vor Anker war ruhig. Das Schiff schwojte um 90°, was vermutlich mit dem leichten Flut-/Ebbstrom zu tun hatte. Wir lassen den Tag ruhig angehen. Geplant ist ein Landtag mit Wanderung, Baden oder Kneipen und - wenn das Wetter es zulässt - ein gemeinsames Abendessen an Land. Gegen 1700 wollen wir - mit Blick auf das Wetter - entscheiden.


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[[Bild:Pschrey k06 122 Puerto Vueltas.jpg|thumb|right|Blick von Oben]]
[[Bild:Pschrey k06 122 Puerto Vueltas.jpg|thumb|right|Blick von Oben]]
[[Bild:Pschrey k06 145.jpg|thumb|right|Strand]]
[[Bild:Pschrey k06 145.jpg|thumb|right|Strand]]
Wir teilen uns auf - ein Teil stürmt zum Strand, ein anderer geht auf Erkundungstour, und ich entscheide mich, mal meinen Höhenmesser auszuprobieren, in dem ich auf einen der umgebenden Berge steige. Bei der Hitze ist es eine Schweißtreibende, aber effiziente Wanderung. Aufgrund des steilen Weges erreicht man in kann 70 Minuten das Hochplateau auf 600-800m Höhe. Ganz oben auf dem Gipfel hat man einen herrlichen Ausblick und kann in der Ferne La Palma und El Hierro ausmachen. An der Nordseite La Gomeras meine ich auch, Schaumkronen ausmachen zu können - Wind!
Wir teilen uns auf - ein Teil stürmt zum Strand, ein anderer geht auf Erkundungstour, und ich entscheide mich, mal meinen Höhenmesser auszuprobieren, in dem ich auf einen der umgebenden Berge steige. Bei der Hitze ist es eine Schweißtreibende, aber effiziente Wanderung. Aufgrund des steilen Weges erreicht man in kaum 70 Minuten das Hochplateau auf 600-800m Höhe. Ganz oben auf dem Gipfel hat man einen herrlichen Ausblick und kann in der Ferne La Palma und El Hierro ausmachen. An der Nordseite La Gomeras meine ich auch, Schaumkronen ausmachen zu können - Wind!


Zurück im Ort gönne ich mir erstmal ein "La Gomera"-T-Shirt. Weniger als Souvenir, sondern eher aus der Notwendigkeit heraus, dass mein anderes T-Shirt nicht zuletzt durch die kleine Wanderung langsam den Status "Sondermüll" bekommt.
Zurück im Ort gönne ich mir erstmal ein "La Gomera"-T-Shirt. Weniger als Souvenir, sondern eher aus der Notwendigkeit heraus, dass mein anderes T-Shirt nicht zuletzt durch die kleine Wanderung langsam den Status "Sondermüll" bekommt.
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Der Flug zieht sich. Er wird mit Schwarzenneggers Weihnachtsklamotte "Versprochen ist versprochen" untermalt und endet mit den für Charterflüge typischen Beifallklatschen nach der Landung. In München ist es dunkel und kalt...  und es gibt Wind...
Der Flug zieht sich. Er wird mit Schwarzenneggers Weihnachtsklamotte "Versprochen ist versprochen" untermalt und endet mit den für Charterflüge typischen Beifallklatschen nach der Landung. In München ist es dunkel und kalt...  und es gibt Wind...
<div align="right"><small>(c) Peter Schrey 2006</small></div>
[[category:Törnbericht]]